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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Warum das neue Apple iPhone 5 für die T-Aktie ein Segen ist und Anleger von der Anleihe des österreichischen Handelskonzerns Spar profitieren könnten. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Logo der Deutsche Telekom Quelle: AP

Aktientipp - Deutsche Telekom: Fünf Prozent Rendite wären echt verdient

Apples neues iPhone 5 ist für die Deutsche Telekom ein Segen: Nur über das Mobilfunknetz der Telekom ist das neue Smartphone hierzulande in der Lage, seine volle Leistung auszuspielen. Natürlich werden die anderen Kommunikationskonzerne nachziehen und ihre Netze aufrüsten, aber dieses Mal hat die Telekom die Nase vorn. Und das ist Balsam für die Mannschaft um Telekom-Chef René Obermann, der noch zu Beginn des Jahres auf dem deutschen Mobilfunkmarkt vom Rivalen Vodafone überflügelt wurde.

Nun macht sich die Telekom stark für den Gegenschlag. Der neue, schnelle Mobilfunkstandard LTE soll bis Jahresende in den 100 größten deutschen Städten zur Verfügung stehen. Bei den Firmenkunden gingen zwar Daimler und VW verloren, dafür wurde BMW gewonnen. Mit dem Ausbau des schnellen Glasfasernetzes will die Telekom nun verstärkt die TV-Kabel-Netzbetreiber angreifen. Internet-TV wird mobil, über das Handynetz sollen Nutzer Zugriff auf 18 Millionen Musiktitel haben.

Kursverlauf der T-Aktie

Im internationalen Geschäft kommt die Telekom schon gut voran. In Großbritannien ist sie mit Partner France Télécom an der Spitze bei der Einführung der LTE-Technik. In der Türkei arbeitet die Telekom mit dem führenden Anbieter Turkcell zusammen. Selbst aus dem krisengeschüttelten Spanien kam ein Großauftrag über 400 Millionen Euro herein.

Auf dem wichtigen US-Markt schließlich hat die Telekom mit John Legere einen neuen Landesfürsten gewonnen, der sich schon bei der Sanierung des insolventen Telekomdienstleisters Global Crossing bewährt hat. Bis 2013 werden in den USA vier Milliarden Dollar investiert, mehr als ursprünglich geplant. 16 Prozent plus beim operativen Gewinn des US-Geschäfts im ersten Halbjahr waren besser als erwartet.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Insgesamt ist die Telekom auf gutem Weg, in diesem Jahr 18 Milliarden Euro operativen Gewinn zu schaffen. Netto und je Aktie gerechnet, könnten 60 bis 70 Cent bleiben. 2013 gibt es zum letzten Mal die Mindestzahlung von 70 Cent je Aktie, danach ist eine Kürzung möglich. Doch selbst wenn es dann auf Basis echt verdienter Gewinne nur rund 50 Cent werden sollten, wären das fünf Prozent Rendite – und die T-Aktie eine Daueranlage.

Aktientipp - K+S: Neue Reserven reichen bis ins Jahr 2100

Bis zu 1000 Dollar kostete eine Tonne Kali im Agrarboom 2008 – und Aktien von K+S brachten es auf Spitzenkurse von 90 Euro. Heute tun sich große Anbieter schwer, für die Tonne 500 Dollar zu bekommen – und Aktien von Kali und Salz (wie K+S früher hieß) notieren nicht einmal halb so hoch wie 2008; für Investoren mit langem Atem eine Einstiegsgelegenheit.

Noch Anfang des Jahres war die Nachfrage nach Kalidünger vor allem in den großen Abnehmerländern China und Indien schwach. Seit Frühjahr jedoch erholt sich im Zuge der steigenden Agrarpreise auch der Bedarf an Kali. Die Dürreperioden des Sommers und die schlechten Ernten dürften zudem dazu beitragen, dass die Nachfrage weiter steigt. Nach 56 Millionen Tonnen in diesem Jahr könnte der Kalimarkt 2013 wieder ein Volumen von bis zu 60 Millionen Tonnen erreichen.

Kursverlauf der K+S-Aktie

Zugute kommen wird diese Entwicklung K+S. Von den rund vier Milliarden Euro Umsatz, die das Kasseler Unternehmen in diesem Jahr wahrscheinlich erzielt, dürften mehr als zwei Drittel aus dem Kaligeschäft stammen. Da der kleinere Geschäftsbereich Auftausalz und Industriesalz wegen des vergangenen milden Winters schwach abgeschnitten hat, wird das Kerngeschäft Kali mehr als 90 Prozent der Gewinne einbringen.

Sieben Millionen Tonnen Kali dürfte K+S in diesem Jahr produzieren. Nach eigenem Bekunden reichen die bisherigen Reserven noch 40 Jahre. Dazu forciert K+S die Vorarbeiten zu einem riesigen Kalivorkommen in der kanadischen Provinz Saskatchewan. K+S rechnet hier mit 160 Millionen Tonnen Kali. Bei einer ab 2017 geplanten Jahresproduktion von zwei Millionen Tonnen würde das Vorkommen etwa bis zum Jahr 2100 reichen. Zusätzlicher Vorteil: Von Kanada aus kann K+S die großen Agrarmärkte in Nord- und Südamerika dann schneller beliefern.

Was Sie über Gold wissen sollten

Nachdem die laufende Saison schwächer begann, das Geschäft sich aber im Frühjahr belebte, dürfte K+S in diesem Jahr ähnlich abschneiden wie 2011, als netto 582 Millionen Euro blieben. Als Sonderertrag kommen noch gut 70 Millionen Euro hinzu, die der Verkauf der Stickstoffsparte einbrachte. Hält K+S an seiner Ausschüttungspolitik fest, könnten für 2012 dann 1,50 Euro Dividende je Aktie herausspringen; fast vier Prozent Rendite.

Aktientipp - Chevron: Auf dem Weg zu einem globalen Gasmarkt

Mit der Erschließung von Schiefergasvorkommen von 2005 an kamen in den USA Unmengen Gas auf den Markt, der US-Erdgaspreis ist zusammengebrochen. Nahezu alle großen Ölmultis haben in dieser Zeit ihr US-Erdgasgeschäft verstärkt und beklagen jetzt die tiefen Preise. Doch die Investitionen haben ihnen auch geholfen, Anlegern hohe Reserven zu präsentieren. Schließlich zählen 6000 Kubikfuß Gasreserven mit einem Marktwert von 17,40 Dollar in der Reservenbilanz genauso viel wie ein Barrel Ölreserven zu 90 (WTI) oder 110 Dollar (Brent).

Wegen der Möglichkeit, Gas zu verflüssigen und auf Spezialschiffen weltweit zu transportieren, ist aber der Weg hin zu einem globalen Gasmarkt vorgezeichnet. Bis dahin sind noch gewaltige Investitionen nötig, etwa für Verladeterminals. Sie dürften sich aber auszahlen, denn der Preis für Flüssiggas orientiert sich am höheren Ölpreis.

Kursverlauf der Chevron-Aktie

Der zweitgrößte US-Ölkonzern Chevron investiert deshalb 60 Milliarden Dollar in die Erschließung zweier gigantischer Gasfelder vor der australischen Küste und in Anlagen zur Verflüssigung des Gases für den Export nach Japan. Die Fördermenge soll so von derzeit 2,67 Millionen Barrel Öläquivalent (davon 69 Prozent Erdöl) bis 2017 auf 3,3 Millionen Barrel täglich steigen. Aktuell verfügt der Konzern über gesicherte Reserven von 11,24 Milliarden Barrel Öläquivalent (Erdölanteil 58 Prozent). Chevrons Bilanz zählt mit einer Nettoliquidität von rund zehn Milliarden Dollar zu einer der besten der Branche. Die Gewinnbewertung an der Börse ist moderat. Und die Dividendenrendite von drei Prozent stützt.

Anleihetipp - Spar Österreich: Bond vom Pionier

Diese Aktien bewegen die Börsianer

Der österreichische Handelskonzern Spar steht vor einem Rekordjahr. Schon 2011 legte der (neben dem Konkurrenten Rewe Austria) führende Einzelhändler des Landes um vier Prozent zu und erzielte 12,2 Milliarden Euro Umsatz. Geht die interne Planung auf, wächst das Geschäftsvolumen 2012 abermals um vier Prozent. Gewinn und Kapitalkraft sollen in ähnlicher Weise zulegen. Für die Branche insgesamt rechnet das amerikanische Marktforschungsinstitut Nielsen derzeit mit knapp drei Prozent Wachstum. Spar Österreich kann also seinen Marktanteil ausbauen, in diesem Jahr wahrscheinlich auf 30 Prozent. Die neue Anleihe des Handelsriesen macht das zu einer interessanten Anlage.

Spar Österreich ist mit mehr als 1500 Standorten und 38 000 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber des Landes. Etwa die Hälfte der Märkte gehört dem Konzern, die andere Hälfte wird von selbstständigen Kaufleuten betrieben. Dazu kommt noch einmal ein fast ebenso umfangreiches Geschäft in angrenzenden Ländern, am wichtigsten in Norditalien und Ungarn. Kern des Sortiments sind Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs. Angeschlossen sind der größte Fleisch- und Wurstproduzent Österreichs sowie die eigene Herstellung von Kaffee, Wein und Spirituosen. Über eine Tochtergesellschaft werden Sportartikel verkauft.

Anleihe-Info: Spar Österreich
Kurs (in Prozent) 102,47
Kupon (in Prozent) 3,50
Rendite (in Prozent) 2,96
Laufzeit bis 21. September 2017
WährungEuro
ISINAT0000A0W6B3

Spar Österreich entstand 1954 als Handelsorganisation von 100 selbstständigen Kaufleuten. Treibende Kraft war der österreichische Einzelhandelspionier Hans F. Reisch. 1970 wurde Spar Österreich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Anteile bei den Gründern liegen, derzeit mehr als 100 Einzelpersonen.

Die jüngste Anleihe von Spar im gesamten Nennwert von 200 Millionen Euro ist der vierte Bond, den das Unternehmen bisher herausgegeben hat. Wie das 2014 auslaufende Vorgänger-Papier (AT0000A0EN38) hat die Anleihe kein Rating. Angesichts der bisher stabilen Wachstumsgeschichte des Unternehmens ist das zu verschmerzen.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Die Finanzkennzahlen sind in Ordnung: In den Büchern stehen 730 Millionen Euro Eigenkapital, 23 Prozent der Bilanzsumme. Dieser Wert liegt zwischen dem des Handelskonzerns Metro (19 Prozent) und dem der Rewe-Gruppe (31 Prozent). Bei rund 300 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, die Spar in diesem Jahr erreichen kann, machen die Nettofinanzschulden (1,06 Milliarden Euro) mehr als das Dreifache aus. Allerdings stehen dahinter erhebliche konzerneigene Immobilien, die mehr wert sein dürften als die in der Bilanz für Sachwerte angesetzten 1,3 Milliarden Euro.

Fondstipp - Axa Framlington Italy: Mehr als der schöne Schein

Mit jeder Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank ploppen auch die Aktienkurse in den Euro-Schuldenländern hoch. Vom Tief Ende Juli stieg der italienische Leitindex MIB um 21 Prozent, der spanische Ibex 37 und der griechische Athex 63 Prozent. Wer breit gemischte Aktienkörbe kauft, hat gegenüber Einzelaktien den Vorteil, dass die Mischungen nie komplett wertlos werden. Überstehen die Euro-Länder die Krise, machen die Börsenkurse ihre Verluste der vergangenen Jahre mitunter wett. Mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) profitieren Anleger von Kursgewinnen bei Standardaktien. Nachteil: Sie kaufen immer auch schwache Unternehmen mit ein.

Gilles Guibout, Fondsmanager für italienische Aktien bei Axa Investment Managers in Paris, ignoriert einzelne Schwergewichte des Leitindex MIB mitunter komplett – derzeit den Stromversorger Enel. Er konzentriert sich auf rund 35 Aktien von Unternehmen, die möglichst einen Großteil ihrer Geschäfte im Ausland machen und in ihrer Branche zu den Weltmarktführern zählen. Guibout erwartet, dass sie eine längere Rezession in Südeuropa gut überstehen. „Die italienische Wirtschaft ist im Norden durchaus mit der deutschen vergleichbar, mittelständisch geprägt und sehr stark“, sagt Guibout.

Kursverlauf Axa Framlington Italy

Ein Beispiel ist der Mailänder Kabelhersteller Prysmian. Er könnte ein Profiteur des geplanten weltweiten Ausbaus der Stromnetze sein. Nur sechs Prozent vom Umsatz stammen aus Italien. Der Fonds setzt sich durch die Beimischung von kleineren Nebenwerten erfolgreich vom Index ab und lieferte Anlegern stets einen Mehrwert.

Börse



Im Portfolio stecken Italien-typische Unternehmen wie Fiat und Piaggio, die Luxuswarenhersteller Luxottica (Ray-Ban-Brillen) und Ferragamo (Mode). Aber das Land hat mehr zu bieten als den schönen Schein von Marken und Luxus: Saipem baut Ölplattformen, Saez Getters ist auf Vakuumtechnik spezialisiert, Sorin ein Kardiologietechniker und Amplifon bei Hörgeräten stark. Aufgestockt hat Guibout jüngst Banktitel wie Unicredito und Banca Popolare Milano: „Ihr Bewertungsabschlag ist zu hoch mit rund 50 Prozent im Vergleich zu nordeuropäischen Banken“, sagt er.

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