Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Wie Anleger jetzt mit der Metro-Anleihe Rendite machen können oder Erdgas aus dem Schwarzen Meer Dividende bringt. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Logos von Metro und Media Markt Quelle: dpa

Anleihetipp - Metro: Knappes Investment

Es ist kein gutes Zeichen, wenn ein langjähriger Großaktionär wie die Industriellenfamilie Haniel ihren Anteil am Konsumkonzern Metro von 34 Prozent auf 30 Prozent reduzieren will. In der Tat sind Metro-Aktien für Anleger seit zwei Jahren ein Trauerspiel. Doch für Anleihenbesitzer sieht die Rechnung etwas besser aus. Mit der Rating-Note BBB- von Standard & Poor’s werden Metro-Anleihen noch als Investment eingestuft, wenn hier auch in der untersten Stufe. Die soeben auf den Markt gekommene Metro-Anleihe mit Laufzeit bis 2018 bringt mit 2,1 Prozent Jahresrendite zwar keine üppige Verzinsung, wirft aber 1,8 Prozentpunkte mehr ab als Bundesanleihen gleicher Laufzeit.

Anleihe-Info: Metro
Kurs (in Prozent)100,44
Kupon (in Prozent)2,25
Rendite (in Prozent) 2,15
Laufzeit bis11. Mai 2018
WährungEuro
ISINXS0863116231

Bei der Geschäftsentwicklung von Metro deutet sich nach langer Talfahrt eine Stabilisierung an. Zwar leiden die Elektronikmärkte unter Querelen mit dem Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals und kommen mit ihrem verspätet gestarteten Online-Geschäft nur langsam in Fahrt; doch immerhin blieben in den vergangenen Monaten vor Steuern und Zinsen deutlich schwarze Zahlen. Die Real-Großmärkte kämpfen um die Nulllinie; mit dem Verkauf des Osteuropa-Geschäfts allerdings kommen 600 Millionen Euro in die Kasse, die Schulden sinken um 1,5 Milliarden – und Metro kann sich hier auf das stabilere Geschäft in Deutschland konzentrieren. Der wichtigste Gewinnbringer, der Cash & Carry-Großhandel, spürt die Zurückhaltung der Verbraucher in Westeuropa. In Asien und Osteuropa werden aber gute Wachstumsraten erzielt. Bei den Kaufhof-Warenhäusern verringern sich die Verluste, die Umsätze legen marginal zu.

Der Edelmetallausblick 2013 der Commerzbank

Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) wird Metro in diesem Jahr einige Hundert Millionen Euro unter den 3,4 Milliarden von 2011 herauskommen. Daran gemessen sind die Nettoschulden nicht überzogen. Sie werden zwar Ende Dezember kräftig anziehen (wegen Zahlungsverpflichtungen zum lebhaften Jahresendgeschäft), dürften sich aber im Lauf der nächsten Monate wieder abschwächen und bei rund vier Milliarden Euro einpendeln. Das Eigenkapital in der Bilanz macht 19 Prozent aus, für das vergleichsweise wenig kapitalintensive Handelsgeschäft ist das ausreichend.

Seit Metro 1996 aus der Verschmelzung der Warenhäuser Kaufhof und Asko sowie der Großhandelskette SB-Kauf entstand, blieb jedes Jahr ein Nettogewinn. Diese Stabilität sollte dazu beitragen, dass Metro auch für die jüngste Anleihe pünktlich Zinsen zahlt und das Papier zur Fälligkeit zurückkauft. Als Ergänzung in einem Anleihedepot ist das Papier geeignet.

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