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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Die Allianz erwischte im ersten Quartal 2013 einen guten Start in die Saison. Auch die künftigen Aussichten sind besser als vielfach erwartet. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Kursverlauf der Allianz-Aktie

Aktientipp - Allianz: Gewinn bald so hoch wie in besten Zeiten

Mit 1,8 Milliarden Euro Nettogewinn, ein Viertel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, erwischte die Allianz im ersten Quartal einen guten Start in die Saison 2013. Damit bestätigt sich die bisher positive Einschätzung der Allianz-Aktie, die seither mehr als 20 Prozent Kursgewinn und fünf Prozent Dividendenzuschlag eingebracht hat. Nach den guten Nachrichten kann der Kurs nun eine Verschnaufpause einlegen. Das aber ist eine Gelegenheit zum Nachfassen, denn die Aussichten der Allianz sind besser als vielfach erwartet.

Im Kerngeschäft Schaden- und Unfallversicherung, das mehr als 40 Prozent der operativen Gewinne einbringt, kann die Allianz die Prämien in vielen Fällen erhöhen und hat zugleich die Kosten im Griff. Mit 94 Prozent ist die Schaden-Kosten-Quote derzeit um zwei Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. Das heißt: Für jeden Euro Prämieneinnahmen fallen nur 94 Cent an Schadenszahlungen und Kosten an – eine gute Vorgabe für 2013.

Einen regelrechten Schub gibt es in der Vermögensverwaltung (Pimco, Allianz Global Investors). Hier haben sich die verwalteten Anlagen von 1,65 Billionen Euro auf 1,92 Billionen Euro erhöht. Zugleich ist das operative Ergebnis um 47 Prozent auf 900 Millionen Euro gestiegen. Gerade weil die Finanz- und Anlagemärkte derzeit unsicher sind, profitiert die Allianz hier von ihrem Nimbus als Marktführer.

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Nur leicht aufwärts geht es derzeit in der dritten Sparte, dem Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen. Doch auch das ist ein Zeichen von Stärke und signalisiert, dass die Allianz auch im schwierigen Umfeld niedriger Zinsen gutes Geld verdient.

Natürlich, sollte es im weiteren Jahresverlauf zu großen Naturkatastrophen und entsprechenden Schadenszahlungen kommen, würden die weiteren Quartale nicht so gut ausfallen wie das erste. Ein Crash an den Finanzmärkten würde Anlagewerte und Erträge drücken. Doch solange große Katastrophen dieser Art ausbleiben, hat die Allianz in diesem Jahr die Chance auf bis zu sechs Milliarden Euro Reingewinn. Das wäre der beste Wert seit dem Top-Jahr 2007 – und zugleich Beleg, dass der Konzern die Finanzkrise überstanden hat.

Aktientipp - Lorillard: Weniger rauchen, aber keine Abstinenz

Kursverlauf der Lorillard-Aktie

Atemberaubende Kursgewinne plus hohe Dividenden bescherten die Papiere der Carolina Group, die seit 2008 als Lorillard an der Börse notiert. Wer 2004 in die damalige Tabaksparte der US-Holding Loews einstieg, kommt auf etwa 700 Prozent Gesamtrendite.

Die älteste Tabakgesellschaft der USA wurde 1760 in New York City gegründet und sitzt heute in Greensboro im US-Bundesstaat North Carolina. Dort produziert Lorillard Zigaretten der Marken Newport, Kent, True, Maverick und Old Gold für den US-Markt. Newport ist die mit Abstand wichtigste Marke im Portfolio des nach Philip Morris USA und Reynolds American drittgrößten US-Zigarettenkonzerns. An ihr hängen etwa 90 Prozent des Gesamterlöses. Auf dem nach Stückzahlen schrumpfenden US-Zigarettenmarkt verliert Lorillard weniger als die Konkurrenz.

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Während der Zigarettenabsatz im ersten Quartal um insgesamt 6,2 Prozent zurückging, büßte Lorillard nur 2,6 Prozent ein. Weil der Zigarettenkonsum eher preisunelastisch ist, können die Hersteller Mengeneinbußen bisher weitgehend über Preisanhebungen kompensieren. Insgesamt stiegen die Erlöse von Lorillard gar um 3,3 Prozent auf 1,577 Milliarden Dollar, weil das älteste an der New Yorker Börse gelistete Unternehmen beim Trend zur elektronischen Zigarette ganz vorne ist und 40 Prozent dieses noch jungen Marktsegments kontrolliert.

Der hohe Cash-Flow erlaubt Lorillard großzügige Ausschüttungen und Aktienrückkaufprogramme. Das Management darf im aktuellen Quartal bis zu 500 Millionen Dollar in eigene Aktien stecken. Die Tabakaktie rentiert mit rund fünf Prozent.

Fondstipp - ISI Far East Equities: Konzentrierte Wette auf die Philippinen

Kursverlauf ISI Far East Equities

Die Kursrally in Japan endete jäh: Der Nikkei verlor Mitte der Woche an einem Tag über sieben Prozent. Unter anderem trieben Sorgen um die chinesische Wirtschaft nach einem schwachen Einkaufsmanagerindex Investoren aus dem Markt. Die Konjunkturprogramme in Japan laufen allerdings weiter, die dortige Notenbank setzt ihre lockere Geldpolitik fort.

Andere asiatische Aktienmärkte traf der Kursrutsch nicht so stark. Thailand, Malaysia, die Philippinen und Südkorea verloren knapp ein Prozent. Für Südkorea war die Aufwertung des Yen an dem Crashtag positiv. Der monatelang schwache Yen brachte den japanischen Konzernen Toyota und Sony Vorteile auf dem Weltmarkt gegenüber Koreanern wie Kia Motors und Samsung.

Anders Damgaard, Fondsmanager bei der dänischen Sydinvest, hat Südkorea in dem ISI-Fonds ebenso untergewichtet wie China, obwohl beide Märkte zu den günstigsten gehören. „Die Gewinnmargen stehen in China unter Druck, weil die Produktionskosten steigen und der Umsatz fällt.“ Damgaard erwartet, dass politische Eingriffe zum Umbau der Volkswirtschaft Aktien schaden. Er setzt lieber mit mehr als 20 Prozent des Fondsvermögens auf die Philippinen. Ratingagenturen haben das Land erstmals in den Rang eines sicheren Schuldners aufgenommen.

Börse



Präsident Benigno Aquino bekämpft Korruption, Steuerflucht, und das senkte das Haushaltsdefizit. 28 Prozent hat der Leitindex PSEi in diesem Jahr gewonnen. Jetzt ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis mit 3,3 hinter Indonesien (4,3) weltweit eines der höchsten.

Trotzdem bleibt Damgaard bei seiner Gewichtung. „Die Unternehmen sind in der Lage, ihre guten Ergebnisse zu wiederholen.“ Seine größten Aktienpositionen im Fonds sind das Immobilienunternehmen Ayala Land und dessen Hauptaktionär, der Mischkonzern Ayala Corp. In ihm stecken Anteile der Bank of the Philippine Islands, Manila Water Company und Globe Telecom. Ebenfalls ein Konglomerat aus Einkaufscentern, Hotels und Finanzdienstleistern steckt hinter SM Investments. Bei beiden Unternehmen rechtfertige ihre Marktstärke die hohe Bewertung mit dem 25-Fachen der für 2013 erwarteten Gewinne, sagt der Fondsmanager.

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