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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Warum selbst für Börsen-Pessimist Marc Faber Novartis zu seinen Anlagefavoriten zählt. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Kursverlauf der Bechtle-Aktie

Aktientipp - Bechtle: Von Schwaben aus in die Welt

Das Geschäft gilt als etwas langweilig, aufwendig und margenschwach - aber es ist solide und relativ krisensicher. So läuft es bei Bechtle, das zwei Drittel seiner Umsätze in Deutschland macht, auch in Südeuropa noch rund - an der lebenswichtigen IT zu sparen kann sich so gut wie kein Unternehmen leisten. Bechtle baut und verwaltet für seine Kunden deren IT-Systeme. Die Schwaben helfen bei der Auswahl der richtigen Computer, der passenden Software und beim Aufbau ganzer Rechenzentren.

Anfang Juni meldete Bechtle einen neuen Großauftrag: Die EU-Kommission wird in den kommenden zwei Jahren von Bechtle mit Notebooks, Smartphones und Tablets plus dem zugehörigen Service ausgestattet. Gesamtvolumen des Auftrags: 83 Millionen Euro plus Option auf eine Verlängerung um zwei Jahre. Das ist ein wichtiges Signal der Neckarsulmer in den Markt, denn bei öffentlichen Ausschreibungen dieser Größenordnung kommen normalerweise nur die Großen der Branche zum Zuge. Bechtle zeigt damit, dass es in dieser Liga mitspielen kann.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Die Finanzkennzahlen sind solide, auch wenn Bechtle im ersten Quartal 2013 einen leichten Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen musste: Die Umsätze legten zwar um gut fünf Prozent auf 514 Millionen Euro zu, doch der Vorsteuergewinn (Ebit) fiel um 16 Prozent auf 14,5 Millionen Euro. Grund dafür waren Neueinstellungen (rund 380 neue Mitarbeiter kamen), um das wachsende Auftragsvolumen auch künftig beackern zu können. IT-Fachkräfte seien knapp, da habe man in Vorleistung gehen müssen, sagt Vorstandschef Thomas Olemotz.

Trotz der leichten Gewinndelle im ersten Quartal will das Management, übers Gesamtjahr gerechnet, noch ein leichtes Plus bei Umsatz und Gewinn schaffen. Nach 2,1 Milliarden Euro Umsatz 2012 und zwei Milliarden Euro 2011 sollen heuer 2,2 Milliarden Euro geschafft werden. Der Gewinn pro Aktie soll dabei laut Analystenschätzungen überproportional um 14 Prozent steigen, von 2,69 Euro (2012) auf 3,08 Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei grundsoliden 58 Prozent. Und Dividende gibt es auch (aktuelle Rendite: knapp drei Prozent); die Ausschüttung hat Bechtle noch nie ausfallen lassen.

Aktientipp - Novartis: Da kauft sogar Börsen-Bär Marc Faber

Kursverlauf der Novartis-Aktie

Pharmaklassiker Novartis ist wachstumsstark (Umsatz in neun Jahren verdoppelt), hochrentabel (mehr als 20 Prozent Reingewinn vom Umsatz) und hat eine aussichtsreiche Medikamenten-Pipeline. Dazu ist die Aktie nicht teuer und bringt 3,3 Prozent Dividendenrendite. Selbst Börsen-Pessimist Marc Faber zählt Novartis zu seinen Anlagefavoriten.

Das Pharmaunternehmen ist gerade in einer neuen Wachstumsphase. Dass Patente für wichtige Medikamente ausgelaufen sind (etwa für den Blutdrucksenker Diovan), stecken die Schweizer mittlerweile gut weg. Zum einen ist der Anteil relativ neuer Medikamente (Einführung 2008 oder später) mit rund 30 Prozent sehr hoch; hier kann Novartis auf Jahre hinaus, in der Regel mindestens bis 2017, unter Patentschutz hohe Preise für seine Medikamente verlangen. Zum anderen kommen derzeit wieder reichlich neue Präparate nach. Bis Ende 2014 sind an die 20 Zulassungsanträge für neue Medikamente möglich – ein Spitzenwert in der Pharmabranche. Dahinter steht eine Pipeline, in der aktuell an mehr als 200 Projekten geforscht wird, zum Teil im fortgeschrittenen klinischen Stadium.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Ein strategischer Vorteil von Novartis ist, dass die Schweizer neben ihrem zentralen Pharmageschäft auch führend sind bei Generika (Sandoz, Hexal), Impfstoffen, Augenheilkunde (Alcon) und frei verkäuflichen Medikamenten. Dazu kommen wertvolle Beteiligungen: vom 33-Prozent-Anteil der stimmberechtigten Aktien am Pharmakonzern Roche bis hin zu den sechs Prozent am Biotech-Überflieger Morphosys.

Anleihetipp - DIC Asset: Lieber als Libanon

Welche Börsen an ihren Hochs kratzen
Dax, DeutschlandDer Deutsche Leitindex erreichte seinen Höchststand von 8.151,57 Punkten im Handelsverlauf am 13. Juli 2007. Obwohl sich die Krise am US-Immobilienmarkt bereits abzeichnete, schaffte der Dax 2007 ein Jahresplus von 23 Prozent. Momentan ist der Index ein gutes Stück vom Rekord entfernt – es fehlen über 450 Punkte. Beim Dax handelt es sich im Gegensatz zu den anderen großen Indizes wie dem Dow Jones um einen Performance-Index – in diesen werden die Dividenden der enthaltenen Unternehmen mit eingerechnet. Der Dow-Jones als Kursindex dagegen bildet nur die Kursentwicklung der Einzelwerte ab. Quelle: dapd
Dow Jones, USADas wichtigste Börsenbarometer der Welt ist an der New York Stock Exchange gelistet. Die Marktkapitalisierung aller im Dow Jones gelisteten Aktien beträgt mehr als drei Billionen Euro. Zum Vergleich: Im Dax beträgt die Marktkapitalisierung aller Aktien fast 880 Milliarden Euro. Der Dow Jones hat seinen Höchststand von 14.716,46 Punkten auf Verlaufsbasis am 09. April 2013 erreicht. Vor allem das billige Geld der Notenbanken treibe Anleger in Aktien, urteilen Analysten. Doch erste Anzeichen für ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik könnten den Dow Jones schnell wieder fallen lassen. Momentan notiert der Dow knapp unter seinem Hoch. Quelle: REUTERS
Nikkei 225, JapanAm 29. Dezember 1989 erreichte der Nikkei mit 38.957,44 Punkten im Handelsverlauf seinen Allzeithöchststand. Im April 2003 erreichte der wichtigste japanische Index den Tiefststand von 7.607 Punkten. Innerhalb von etwa viereinhalb Jahren hatte der Nikkei damit mehr als 80 Prozent eingebüßt. Schuld war unter anderem auch das Platzen der Spekulationsblase im Technologiesektor (Dotcom-Blase). Die Grenze von 30.000 Punkten fiel zum ersten Mal am 7. Dezember 1988 – davon ist trotz eines guten Kurses derzeit nicht einmal die Hälfte erreicht. Genauso wie der Dow-Jones-Index ist der Nikkei 225 kein Performance-Index, sondern ein preisgewichteter Kursindex. Quelle: dpa
Nasdaq 100, USADas amerikanische Pendant zum TecDax ist der Nasdaq 100, der die 100 größten Technologieunternehmen der Nasdaq enthält. Der Index listet unter anderem Börsenschwergewichte wie Apple, Google und Amazon. Seit Mai 2012 auch Facebook. Das Allzeithoch von 4.816,35 Punkten erreichte der Nasdaq 100 im Handelsverlauf des 24. März 2000. Dies verwundert wenig, da Technologieaktien um 2000 herum deutlich überbewertet waren, die sogenannte Dotcom-Blase. Deshalb notiert der Nasdaq in der vergangenen Zeit auch um rund 2000 Punkte niedriger. Quelle: REUTERS
S&P 500, USADer dritte wichtige Index aus den USA ist der S&P 500. Der von Standard & Poor's zusammengestellte Index umfasst die 500 größten US-Unternehmen und gehört damit zu den meistbeachtesten Indizes der Welt. Der klassische S&P, der auch in den Medien die meiste Beachtung findet, ist ein Kursindex. Er erreichte sein Allzeithoch von 1.576,09 Punkten im Handelsverlauf des 11. Oktober 2007. Momentan ist der Index nur wenige Punkte von seinem Rekord entfernt. Möchte man den Dax mit dem S&P vergleichen, so kann man auf den S&P 500 Total Return zurückgreifen, der wie der Dax ein Performance-Index ist. Seit dem 1. Januar 2000 hat sich der S&P 500 TR mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 9,7 Prozent besser entwickelt als der Dax (8,5 Prozent). Quelle: REUTERS
Euro Stoxx 50, EuropaDer wohl wichtigste Index für Europa ist der noch recht junge Euro Stoxx 50, der die größten Unternehmen aus der Euro-Zone listet. Der erst 1998 eingeführte Index erreichte sein Handelsallzeithoch von 5.495,18 Punkten am 6. März 2000. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase ging es für den Euro Stoxx 50 deutlich nach unten. Nachdem er sich wieder aufgerappelt hatte, belastete ab 2007 die weltweite Finanzkrise und das Schuldenchaos in Europa den Kurs. Zurzeit notiert der Euro Stoxx in der Nähe von 2600 Punkten. Quelle: dapd
FTSE 100, GroßbritannienDer „Footsie“, wie er umgangssprachlich genannt wird, repräsentiert 80 Prozent der Marktkapitalisierung aller Aktien, die an der Börse in London gelistet sind. Sein Allzeithoch von 6.950,60 Punkten erreicht der Index am 30. Dezember 1999 – also wenige Monate vor dem Platzen der Dotcom-Blase. Erst acht Jahre später sollte der Kurs in ähnliche Höhen kommen, dann brach die Finanzkrise aus. Aktuell fehlen zum Höchststand etwa 500 Punkte. Quelle: AP

Wer heutzutage bei einer Laufzeit von fünf Jahren einen Kupon von 5,75 Prozent bietet, ist schon einmal per se eine spekulative Adresse. Staatsanleihen der Republik Libanon, in US-Dollar notiert, bringen derzeit eine solche Rendite. Wem das zu exotisch ist, der sollte es mit der neuen Anleihe des Gewerbeimmobilienkonzerns DIC Asset versuchen, der im Spezialwerteindex SDax notiert ist. Die Anleihen der DIC bringen bei einem Kupon von 5,75 Prozent und Kursen von gut 101 Prozent derzeit 5,7 Prozent Jahresrendite.

Allerdings, auch DIC ist ein spekulatives Papier. Das Hauptproblem: Mit 1471 Millionen Euro Finanzschulden bei 626 Millionen Eigenkapital ist DIC hoch gehebelt. Kein Wunder, dass die Erlöse aus der Anleihe (100 Millionen Euro) vor allem dazu dienen, Bankkredite abzubauen.

Dabei ist die Entwicklung von DIC keineswegs instabil. Das Frankfurter Unternehmen (gegründet 1998, seit 2003 börsennotiert) hat mehr als 260 Immobilien mit einem Marktwert von zusammen 1,9 Milliarden Euro im Portfolio. Dazu kommen 0,3 Milliarden Euro, die in Beteiligungen, Fonds und Immobilienprojekten stecken (etwa die Beteiligung am Frankfurter Maintor).

Mehr als 90 Prozent der Einnahmen holt DIC aus der Vermietung. Die Verträge sind langfristig, die Kunden eine Mischung aus großen Adressen, Mittelständlern und Kleinunternehmen. Die Hälfte der Immobilien ist in großen Metropolen, die andere in aufstrebenden Mittelzentren. Jüngste Erwerbung für einen DIC-Fonds ist ein Bürohochhaus in Heidelberg. Die Leerstandsquote der DIC-Immobilien ist in den vergangenen drei Jahren von 14 auf gut 11 Prozent zurückgegangen.

Kurs (%)100,40
Kupon (%)5,75
Rendite (%)5,69
Laufzeitbis 9. Juli 2018
WährungEuro
ISINDE000A1TNJ22

Operativ dürfte DIC nach dem guten Startquartal weiter zulegen. Die Funds from Operations (Einnahmen aus der Immobilienbewirtschaftung) könnten in diesem Jahr von 45 Millionen auf gut 47 Millionen Euro klettern. Die Managementeinnahmen aus Fonds und Beteiligungen steigen ebenfalls. Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien könnten dazukommen. Unterm Strich sollte es reichen, dass DIC den Nettogewinn vom Vorjahr (11,8 Millionen Euro) übertrifft.

DIC hat in den vergangenen zehn Jahren immer mit Gewinn abgeschlossen. Das ist angesichts der Schwankungen auf dem Immobilienmarkt keine schlechte Leistung – und ein Zeichen dafür, dass die Frankfurter stark genug dafür sind, für ihre neue Anleihe Zins und Tilgung zu leisten. Wem das neue Papier zu lange läuft, der bekommt mit der bisherigen, allerdings vorher kündbaren DIC-Anleihe (DE000A1KQ1N3), bis 2016 eine Rendite von 5,3 Prozent.

Fondstipp - Scherrer Small Caps Europe: Weg vom Auto, hin zum Tablet-Rechner

Kursverlauf Scherrer Small Caps Europe

"Für deutsche Nebenwerte zahle ich derzeit meist nur das Sechs- bis Achtfache des Gewinns vor Zinsen und Steuern", sagt Josef Scherrer, Fondsberater aus dem schweizerischen Eschlikon. Vergleichbare Schweizer Unternehmen kosteten dagegen oft mindestens den zehnfachen Gewinn. Scherrer konzentriert sich daher auf kleine deutsche Unternehmen mit weniger als 100 Millionen Euro Börsenwert. Der Schweizer Fondsberater mag vor allem Unternehmen mit hohem Cash-Bestand, niedriger Verschuldung und einem transparenten Geschäftsmodell. "Intransparent sind beispielsweise Bio- und Nanotechnologieunternehmen", sagt Scherrer. Es sei kaum absehbar, ob Innovationen sich in Geld umsetzen ließen. Er setze dagegen auf bereits profitable Industriewerte wie den Medizintechniker Pulsion Medical Systems oder den Autozulieferer Elmos Semiconductor sowie auf Software- und IT-Unternehmen, etwa Adesso und Datron.

Fonds-Gebühren im Überblick

Elmos, die Sensoren und Halbleiter für Auto- und Industrieelektronik herstellen, seien momentan interessant, weil das Unternehmen sich vom konjunktursensiblen Autogeschäft unabhängiger machen will. Dazu versuchen die Dortmunder, Aufträge von Konsumelektronikherstellern an Land zu ziehen. Geplant sei beispielsweise der Einsatz von Sensoren für moderne Tablet-Rechner oder Smartphones. Auch im Autogeschäft habe das Unternehmen den Schalter inzwischen umgelegt. Statt auf den schrumpfenden Automarkt in Westeuropa zu setzen, liege der Schwerpunkt jetzt in Asien, wo die Nachfrage noch wachse: Elmos habe kürzlich mehrere Ausschreibungen asiatischer Autohersteller gewonnen. Derzeit setze das Unternehmen jeden fünften Euro in Asien um.

Börse



Scherrer schätzt ebenfalls den Maschinenbauer Berthold Hermle sowie den Funktechnikdienstleister LS Telcom. Da beide Titel zuletzt jedoch weit gelaufen sind, habe er deren Anteil im Fonds reduziert und Gewinne mitgenommen. Auch Hermle selbst hat die Ernte an der Börse bereits eingefahren. So trennte sich der Maschinenbauer im Juni von eigenen Aktien, die das Unternehmen 2008 und 2009 zu deutlich günstigeren Kursen vom Markt gekauft hatte.

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