Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Der neben Suse führende Linux-Anbieter Red Hat weitet seine Expertise immer mehr auf Cloud Services aus. Das kann sich auch für Anleger lohnen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Kursverlauf der Red Hat-Aktie

Aktientipp - Red Hat: Ein alter Hut erfindet sich neu

Für das US-Unternehmen Red Hat sind Cloud-Services, also die Vermarktung von Mietsoftware und ausgelagerte Datenkapazität statt eigener Speicher, relativ neu. Der Konzern kaufte sich in den vergangen drei Jahren Expertise zu und richtet seine Produktpalette jetzt auf die Cloud aus. Als Anbieter des Betriebssystems Linux 1993 gestartet, ist Red Hat neben Suse hier weltweiter Marktführer und kooperiert mit IT-Größen wie Dell, Intel, AMD, IBM oder Cisco.

Zwar basiert das Betriebssystem Linux auf einem öffentlich zugänglichen Quellcode (Open Source), Kunden müssen aber per Abonnement ihren Zugang zu Red-Hat-Produkten sichern. Im vergangenen Quartal konnte Red Hat seine wichtigsten 25 Abos verlängern, mit Preisaufschlägen von im Schnitt 20 Prozent.

Das Unternehmen bietet alle seine Dienste jetzt auch über die Cloud an: Unternehmenskunden können mithilfe von Red Hat eine hausinterne Cloud aufbauen oder ihre extern auf Servern von Amazon gespeicherten Daten verwalten. Auch das Microsoft-Konkurrenzprodukt Linux als Softwaredienstleistung gibt es über die Cloud. Umsätze aus den neuen Cloud-Segmenten sollen im neuen Geschäftsjahr 2014/15 (ab März) sichtbar werden. Enttäuschen sollten sie aber nicht, denn allein mit der neuen Version 7 des Klassikers Red Hat Enterprise Linux, die für 2014 erwartet wird, dürfte Red Hat kaum großes Potenzial bieten.

Tipps fürs Börsenjahr 2014
Blick in die GlaskugelSelten waren Analysten bei ihrem jährlichen Blick in die Börsen-Glaskugel so optimistisch wie in diesem Jahr. Im Schnitt erwarten die Banken, dass der deutsche Leitindex Dax am Ende des Jahres bei rund 10.120 Punkten steht. Die größten Optimisten, in diesem Jahr die Analysten von Barclays, erwarten sogar einen Sprung auf 11.000 Punkte. Es gibt aber auch skeptische Stimmen. Die Helaba und die National Bank aus Essen rechnen damit, dass der Schlussstand 2014 etwas unter dem von 2013 liegen wird. "Das war eine ziemlich unglaubliche Rally und irgendwann werden wir eine Korrektur sehen müssen, wenn voraussichtlich auch noch nicht im Januar", prognostizierte Aktienstratege Peter Garnry von der Saxo Bank. Quelle: dpa
Geldpolitischer KurstreiberGrund zur Skepsis gibt es. Denn es sind weniger die fundamentalen Daten, die die Kurse in die Höhe schießen lassen, als die Handlungen der Notenbanker. Mit ihrer ultra-expansiven Geldpolitik haben EZB-Chef Mario Draghi und Fed-Chef Ben Bernanke den Grundstein für die Börsen-Rally 2013 gelegt. Bernanke kündigte kurz vor Weihnachten an, die Wertpapierkäufe der Fed langsam um 10 Milliarden Euro zurückzufahren. Damit sorgte er für ein Jahresend-Feuerwerk an den Börsen, der Dax kletterte auf über 9600 Punkte und damit auf den höchsten Stand aller Zeiten. Auch 2014 wird vieles an den Börsen von Draghi und Co. abhängen. Zieht die Fed ihr Tapering durch? Schafft auch die EZB die Kehrtwende? Oder senkt Draghi die Zinsen noch weiter? Genug Unruhepotenzial gibt es auf jeden Fall. Quelle: dpa
Einstieg verpasst?Um rund 25 Prozent hat der Dax im vergangenen Jahr zugelegt. Das Problem: Viele Privatanleger in Deutschland konnten davon nicht profitieren. Die Furcht vor Blasen am Aktienmarkt ist noch so präsent wie nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes. Nur langsam kehren Anleger an die Börse zurück, an den globalen Aktienmärkten war 2013 das erste Jahr seit 2006 mit einem Nettozufluss. Laut dem deutschen Fondsverband BVI wurden zwischen Januar und Oktober sogar über sechs Milliarden Euro aus Aktienfonds abgezogen. Dabei gibt es auch für sicherheitsbewusste Anleger passende Aktieninvestments. Quelle: AP
Für SicherheitsfansAuch sicherheitsbewusste Anleger müssen nicht auf Aktien verzichten. Allerdings birgt die Auswahl einzelner Aktien höhere Risiken, gewisse Marktkenntnisse sind erforderlich. Einfacher haben es Anleger mit Indexzertifikaten. Deren Entwicklung ist nicht an einzelne Papiere, sondern an jeweils einen ganzen Index wie beispielsweise den Dax geknüpft. Steigt der Leitindex, ist auch das Zertifikat mehr wert. Zwar ist mit einer Mischung aus Einzelaktien im Zweifel eine noch höhere Rendite drin, dafür ist das Risiko bei Indexzertifikaten aufgrund der Mischung vergleichsweise gering. Hinzu kommt, dass die Papiere im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds günstig sind. Quelle: AP
Überschaubares RisikoWer dennoch Geld für einen aktiv gemanagten Fonds investieren will und Wert legt auf ein überschaubares Risiko, setzt am besten auf Mischfonds. Hier wird nicht nur in Aktien, sondern auch in festverzinsliche Papiere wie Anleihen investiert. Bekannt für ausgewogene Mischfonds ist der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch von Bert Flossbach und Kurt von Storch. Ihr Fonds Multiple Opportunities R investiert neben Aktien und Anleihen auch in Edelmetalle. Die Manager haben dabei keine Beschränkungen, was den Anteil von Aktien oder Anleihen angeht. Was zählt, ist die positive absolute Rendite. Auch DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen ist für seinen ausgewogenen Mischfonds bekannt. Quelle: dpa
DividendenjagdWer als sicherheitsverliebter Anleger auf Aktien setzen will, stürzt sich mit Vorliebe auf dividendenstarke Titel. Grundsätzlich kann die Strategie zum Erfolg führen. Allerdings ist auch da Vorsicht geboten. Denn nicht immer bedeutet eine hohe Dividende gleichzeitig ein florierendes Geschäftsmodell. Wird die Dividende aus der Substanz gezahlt statt aus erwirtschafteten Gewinnen, ist das kein gutes Zeichen. Dennoch gibt es einige Papiere, die sich auch aufgrund ihrer stabilen Ausschüttungen lohnen. Im Dax gehört dazu die Allianz. Die Versicherung ist für eine stetige Ausschüttungspolitik bekannt, außerdem ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als dem zehnfachen des Jahresgewinns vergleichsweise günstig. Ähnlich sieht es beim Rückversicherer Munich Re aus. Wem die Auswahl einzelner Aktien zu kompliziert ist, kann auch hier auf einen Fonds setzen. Einige investieren gezielt in Papiere mit hoher Dividendenrendite, etwa der DWS Top Dividende oder der M&G Global Dividend A. Quelle: dpa/dpaweb
Mittleres RisikoWer mit Zukäufen ins neue Jahr starten will und etwas risikofreudiger ist, kann auf einzelne Aktien setzen. Dabei muss immer auf den Preis geachtet werden. Gerade lukrative Papiere im MDax, der zweiten Börsenliga, sind oft schon sehr teuer - Anleger zahlen ein Vielfaches des Jahresgewinns für eine Aktie. Es gibt aber auch noch Aktien großer Dax-Konzerne, die erschwinglich sind. Dazu zählt unter anderem die VW-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter zehn. Sollte die globale Konjunktur 2014 wie erwartet weiter anziehen, dürften die Wolfsburger davon profitieren. Insbesondere die Entwicklung in China ist entscheidend. Auch Vorzugsaktien von BMW punkten bei Privatanlegern mit einem niedrigen KGV bei gleichzeitig attraktiver Dividendenrendite. Wem die Rendite bei Mischfonds zu niedrig ausfällt, der kann auch auf spezialisierte Fonds setzen, die beispielsweise gezielt in deutsche, europäische oder US-Aktien investieren. Quelle: dpa
Für MutigeWer auf eine hohe Rendite spekuliert, muss ein höheres Risiko in Kauf nehmen. Mutige Anleger können im neuen Jahr gezielt auf die Verlierer des alten Jahres setzen und niedrige Kurse für Zukäufe nutzen. Beispielsweise bei der Commerzbank. Zwar ist die Aktie noch längst kein Dividendentitel. Dafür sind bei positiven Nachrichten immer wieder überraschende Kurssprünge drin, die für gewinnbringende Verkäufe genutzt werden können. Ebenfalls spekulativ geht es bei ThyssenKrupp zu. Das Papier gehörte ebenfalls zu den großen Verlierern 2013. Der Verkauf des verlustreichen Stahlwerks in Alabama (USA) war allerdings ein erster Lichtblick. Erholt sich die Konjunktur, dürfte das auch dem Stahlkocher zu Gute kommen. Quelle: dpa

Das klassische Geschäft sichert aber die Cloud-Fantasie ab. Mit dem letzten Quartalsergebnis konnte Firmenchef Jim Whitehurst punkten: Red Hat erzielte 343 Millionen Dollar Umsatz aus dem Abo-Modell und 54 Millionen Dollar durch Service und Training. Insgesamt ist das ein Wachstum von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – der Aktienkurs schoss von 49 Dollar auf über 56 Dollar hoch und glich den Kursverlust nach schwachen Umsatzzahlen im zweiten Quartal aus. Auf den ersten Blick erscheint die Aktie jetzt teuer. Doch andere Cloud-Aktien sind noch höher bewertet oder machen sogar Verlust. Die Vergleichsgruppe Software-Dienstleister, zu der etwa NetSuite und Salesforce gehören, notiert insgesamt mit einem Durchschnitts-KGV von über 39.

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