Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Eldorado ist einer der kostengünstigsten Goldförderer und damit gerüstet auch längere Durststrecken zu überstehen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Kursverlauf der Eldorado Gold-Aktie

Aktientipp - Eldorado Gold: Durststrecke beim Goldpreis überstehen

Goldaktien, selbst jene mit sehr soliden Fundamentaldaten, sind nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Bei der Aktie von Eldorado Gold etwa sorgte die sommerliche Erholungsrally zunächst für ein hübsches Kursplus von gut 30 Prozent. Bis zum Jahresende allerdings hatte sich das Plus in ein Minus von über 20 Prozent verwandelt. Diesen neuerlichen Rückschlag können nervenstarke Anleger jetzt zum Nachfassen nutzen. Der an der Börse aktuell mit 4,2 Milliarden Dollar bewertete Goldförderer betreibt drei Minen in China, zwei in der Türkei und eine in Brasilien. In Griechenland bauen die Kanadier in einer Mine Silber, Blei und Zink ab, zwei Goldbergwerke sind in der Bauphase und eines in Planung. In der Entwicklungsphase stecken außerhalb Griechenlands je ein Projekt in Brasilien, Rumänien und China. Die wirtschaftlich abbaubaren Goldreserven umfassen gut 28 Millionen Unzen. 2013 dürfte die Jahresproduktion um rund 13 Prozent auf 745 000 Unzen Gold gestiegen sein, bei Produktionskosten von etwa 550 Dollar pro Unze. Unter Einrechnung der Aufwendungen für Erhaltung, Exploration und Verwaltung erhöhen sich die Kosten je Unze auf 980 Dollar.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Eldorado ist damit einer der kostengünstigsten Goldförderer, die Branche produziert im Schnitt gut 20 Prozent teurer. Nicht eingerechnet sind hier die Kosten für den Bau neuer und die Erweiterung bestehender Minen. Dafür dürfte Eldorado 2013 rund 430 Millionen Dollar eingesetzt haben. Werden diese aufgeschlagen, dann liegen die Gesamtkosten je geförderter Unze bei 1500 Dollar. Die Gewinnschwelle liegt damit über dem Goldpreis. Doch Eldorado ist gerüstet, auch eine längere Durststrecke zu überstehen. Die Nettoliquidität liegt bei 124,6 Millionen Dollar, in der Kasse liegen Barmittel von 725,4 Millionen Dollar, und es besteht eine nicht ausgeschöpfte Kreditlinie von 375 Millionen Dollar. Zudem könnte der Investitionsplan weiter gestutzt werden. Damit würden sich die Produktionsziele nach hinten verschieben. Allerdings versprechen die Minen, die in den nächsten Jahren in Betrieb gehen sollen, einen Rückgang der Produktionskosten um ein Drittel und einen Förderanstieg auf über 1,5 Millionen Unzen.

Aktientipp - Bilfinger: 8125 Euro Kursgewinn für Roland Koch

Kursverlauf der Bilfinger-Aktie

Als Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch im Juli 2011 die Führung des MDax-Unternehmens Bilfinger übernahm, kaufte er für knapp 50 000 Euro 730 Aktien zum Kurs von 68,27 Euro. Bei aktuell 79,40 Euro steht Koch 8125 Euro im Plus – und es können noch ein paar Euro mehr werden.

Der von Koch forcierte Ausbau spezieller Ingenieurdienstleistungen (etwa Kühlsysteme für Gasverflüssigungsanlagen) und des Immobilien-Services lohnt sich: Vor zehn Jahren holte Bilfinger Berger (damals reiner Baukonzern) aus 5,4 Milliarden Euro Geschäftsvolumen 57 Millionen Euro Nettogewinn, gut ein Prozent Marge. In diesem Jahr dürften es bei 8,9 Milliarden Euro Gesamtleistung rund 260 Millionen Reingewinn werden – fast die dreifache Marge.

Und der Ausbau des Geschäfts mit Dienstleistungen rund um Industrieanlagen und Gebäude geht weiter. In Großbritannien hat Bilfinger soeben den Immobilienspezialisten Europa Support Services aus Manchester übernommen. Damit versechsfachen die Mannheimer ihr lukratives Servicegeschäft auf der Insel.

Natürlich, auch das Dienstleistungsgeschäft leidet unter Wirtschaftsschwankungen. Bis Herbst vergangenen Jahres lag Bilfinger bei den Erträgen etwa zehn Prozent unter Vorjahr. Doch die Auftragseingänge steigen. Meilensteine sind hier der mit der polnischen Regierung vor Kurzem in Angriff genommene Bau von Offshore-Windkraftanlagen in der Ostsee und ein verlängerter Wartungsvertrag mit Norwegens Statoil für Öl- und Gasplattformen in der Nordsee.

Anleihentipp - Generel Electric: Rentabler Einschnitt

Von 2007 bis 2009 halbierte sich der gesamte Nettogewinn von General Electric auf elf Milliarden Dollar. In der Erfolgsstory von GE war das ein so tiefer Einschnitt, dass seitdem die Finanzgeschäfte schrittweise verkauft und das Industriegeschäft wieder ausgebaut wird. Quelle: dpa

Der Ausstieg aus dem Geschäft mit Konsumentenkrediten läuft. In diesem Jahr will der amerikanische Mischkonzern General Electric (GE) 20 Prozent dieser Sparte an die Börse bringen, 2015 dann die restlichen Anteile. Das weltweite Geschäft mit Konsumentenkrediten ist bisher ein Schwerpunkt der Finanzgeschäfte von GE. Die jedoch hatten den Industrieriesen in der Finanzkrise mächtig nach unten gezogen. Von 2007 bis 2009 halbierte sich der gesamte Nettogewinn auf elf Milliarden Dollar. In der Erfolgsstory von GE war das ein so tiefer Einschnitt, dass seitdem die Finanzgeschäfte schrittweise verkauft und das Industriegeschäft wieder ausgebaut wird.

Das industrielle Kerngeschäft (mit Flugzeugmotoren, Wind- und Gasturbinen, Kraftwerksgeneratoren, Wassertechnik, Medizintechnik) erzielt in den meisten Teilbereichen derzeit zweistellige Wachstumsraten. In den USA profitiert GE davon, dass sich – befeuert von billigem Gas aus Schiefergestein – eine neue Industrialisierung vollzieht. Das internationale Geschäft wird vom Nachholbedarf in den Schwellenländern und der leichten konjunkturellen Erholung in Europa angetrieben. Großaufträge kamen zuletzt aus Algerien für Gaskraftwerke im Wert von 1,9 Milliarden Dollar, von der Lufthansa für Flugzeugtriebwerke im Wert von 2,5 Milliarden Dollar, aus Russland für Gasverflüssigungstechnik über 600 Millionen Dollar. Mit 229 Milliarden Dollar (Stand Ende September) ist das Auftragspolster so dick wie nie.

Anleihe-Info
Kurs (Prozent)112,12
Kupon (Prozent)4,35
Rendite (Prozent)2,62
Laufzeit 03.11.2021
WährungEuro
ISINXS0273570241

GE sollte damit in der Lage sein, den Umsatz von 146 Milliarden Dollar (2013) in diesem Jahr auf mehr als 150 Milliarden Dollar zu erhöhen. Das ist zwar noch weit entfernt vom bisherigen Spitzenwert von 182 Milliarden kurz vor der Finanzkrise; damals jedoch war das Zahlenwerk durch die Finanzgeschäfte aufgebläht. Jetzt ist das Wachstum besser fundiert. Das zeigt sich vor allem an der Nettomarge (Reingewinn vom Umsatz): Sie schrumpfte in den Krisenjahren auf sieben Prozent, dürfte 2014 aber wieder bei über elf Prozent liegen. Zugleich sollte das Eigenkapital mit 125 Milliarden Dollar einen neuen Spitzenwert erreichen. Die Finanztochter GE Capital ist mit 11,3 Prozent Kernkapitalquote gut finanziert.

General Electric, 1890 gegründet von Glühbirnen-Erfinder Thomas Alva Edison, ist als einziges Unternehmen von Anfang an im Dow Jones vertreten. Mit dem S&P-Rating AA+ (nur eine Stufe unter dem begehrten AAA) ist GE eine Top-Adresse. Für Anleger hierzulande sind in Euro notierte GE-Anleihen ein Basisinvestment.

Fondstipp - Scherrer Small Caps Europe: Gefallene Engel rein, teure Überflieger raus

Kursverlauf des Fonds Scherrer Small Caps Europe

Der Schweizer Fondsberater Josef Scherrer aus Eschlikon wählt seine Aktien aus etwa 300 Titeln mit weniger als 300 Millionen Euro Börsenwert, vorzugsweise deutsche Nebenwerte. „Auch wenn kleinere deutsche Unternehmen noch günstiger sind als vergleichbare aus der Schweiz, wird es doch zunehmend schwerer, unterbewertete Titel zu finden“, sagt Scherrer. Ob ein Titel günstig ist oder nicht, misst Scherrer vor allem am Verhältnis von Unternehmenswert (Marktkapitalisierung plus Nettoschulden) zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Vor etwa einem Jahr habe der Faktor dieses Verhältnisses bei den meisten deutschen Nebenwerten noch bei vier bis fünf gelegen, inzwischen liege die Spanne bei sieben bis acht. Scherrer hat sich daher von einigen gut gelaufenen Aktien getrennt, darunter der Maschinenbauer LPKF Laser & Electronics (2013: plus 134 Prozent) und das IT-Unternehmen GFT (2013: plus 117 Prozent).

Scherrer weicht jetzt auf Aktien aus, die im vergangenen Jahr in Schwierigkeiten steckten, aber seiner Meinung nach das Potenzial haben, in den kommenden Monaten die Wende zu schaffen. Dazu zählt der Schweizer Vermögensverwalter unter anderem den deutschen Maschinenbauer Süss Microtec. „Auf dem Markt für Halbleiter schrumpfen derzeit die Überkapazitäten, die Hersteller aus China und Taiwan werden daher ihren Maschinenpark ausbauen oder modernisieren“, sagt Scherrer. Noch allerdings ist Süss Microtec ein Hoffnungswert. Trotz Aktienrally hat sich die Aktie seit März 2011 in etwa halbiert.

In Arbeit
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Langweiliger, aber weniger riskant ist das Logistikunternehmen Nordwest Handel, ein weiterer von Scherrers Favoriten. Nordwest übernimmt für mittelständische Unternehmen den Einkauf und Transport von Waren, vor allem Stahl, Haustechnik und Baubedarf. Weil Stahl zuletzt nicht so stark gefragt war, lief die Aktie im vergangenen Jahr dem SDax weitgehend hinterher. Erst seit November läuft Nordwest Handel besser als der Index. Scherrer macht dafür das derzeit gut laufende Lagergeschäft verantwortlich. Die Margen fürs Lagergeschäft lägen deutlich höher als beim Einkauf und Transport, so der Schweizer Vermögensverwalter.

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