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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Solide Aussichten für den Rohstoffkonzern Rio Tinto. Dank steigendem Gewinn und Reduzierung der Verbindlichkeiten dürfte die Dividende ebenfalls weiter zulegen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Kursverlauf der Rio Tinto-Aktie

Aktientipp - Rio Tinto: Sauberes Erz für das Minen-Comeback

Teure Zukäufe im Geschäft mit Aluminium und Kohle bescherten dem australisch-britischen Rohstoffkonzern Rio Tinto vor gut einem Jahr 14 Milliarden Dollar Abschreibungen. 2013 kamen noch einmal 3,4 Milliarden Dollar wegen fehlgeschlagener Kupferprojekte in der Mongolei dazu. Nun aber, mit der Mitte März vorliegenden 2013er-Bilanz, dürfte die Krise für Rio Tinto abgehakt sein. Mit mehr als 50 Milliarden Dollar Jahresumsatz und 3,6 Milliarden Dollar Reingewinn (2012: 3,0 Milliarden Dollar Verlust) hat das Bergbauunternehmen die Wende geschafft.

Rio fördert – neben Kupfer, Bauxit (für Aluminium) und Diamanten – vor allem Eisenerz. Hier holt der Minenkonzern mehr als 80 Prozent seiner Gewinne. Im vergangenen Jahr lag der Erzpreis durchschnittlich bei 135 Dollar pro Tonne, deutlich unter den 2011er-Spitzen von fast 200 Dollar. Größter Kunde ist China. Und hier steigt der Bedarf – unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Der Grund: Eisenerz von Rio (etwa aus Australien) ist besonders hochwertig und hilft damit den chinesischen Stahlkochern, strengere Luftschutzvorschriften zu erfüllen. Wenn die Konjunktur in China nicht völlig zusammenbricht, könnte der Eisenerzpreis 2014 seinen mehrjährigen Rückgang beenden. Bei steigender Erzförderung (2013: plus fünf Prozent) ist mit höheren Einnahmen zu rechnen.

Rio Tinto Chef Sam Walsh Quelle: Reuters

Zum Hebel für den Nettogewinn werden die Kostensenkungen, die Chef Sam Walsh vergangenes Jahr eingeleitet hat. Von 71 000 Stellen wurden 4000 gestrichen. Mehrere Minenbeteiligungen (Kohle, Kupfer, Aluminium), die nicht zum Kerngeschäft gehörten, wurden verkauft. Der Aufwand für das operative Geschäft wurde 2013 um 2,3 Milliarden Dollar gedrückt, für Erkundung und neue Projekte um eine Milliarde. 2014 sollten die Kostensenkungen mindestens drei Milliarden Dollar erreichen.

Seit vergangenem Sommer zieht das Geschäft von Rio Tinto an. 2014 dürfte mindestens ein Gewinnanstieg auf vier Milliarden Dollar möglich sein. Die Dividende (für 2013: 192 Dollarcent pro Aktie) dürfte ebenfalls weiter zulegen. Dass Rio Tinto gleichzeitig die Schulden von 18 Milliarden Dollar in Richtung 15 Milliarden drücken dürfte, macht die Aktie umso solider.

Aktientipp - CF Industries: Alter und neuer Favorit im Düngemittelsektor

Kursverlauf der CF Industries

Knapp die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittelproduktion wird gesichert mit dem Einsatz von Mineraldüngern. Mineraldünger steigern die Produktivität eines Feldes im Schnitt um etwa das Vierfache. Seit Jahresanfang legten die Preise für Getreide, Ölsaaten und Fleisch spürbar zu. Höhere Absatzpreise verbessern die Einkommen der Landwirte und schaffen Anreize, mehr Düngemittel einzusetzen. Davon profitieren Düngemittelhersteller wie CF Industries aus Deerfield im US-Bundesstaat Illinois.

Als Glücksgriff erwies sich der 4,7 Milliarden Dollar schwere Kauf des Konkurrenten Terra Nitrogen im April 2010. Die Übernahme machte CF Industries zum weltweit zweitgrößten Produzenten von Stickstoffdünger. Auch dessen Preis ist wegen der Kapazitätsausweitungen der Industrie bis Mitte 2013 gefallen. Allerdings haben die Produzenten rasch die Produktion gedrosselt.

Vierfacher Ertrag: Mehr Einsatz von Stickstoffen absehbar. Quelle: ZB

Ende 2013 und Anfang 2014 sind die Preise wieder spürbar gestiegen. Zudem können Landwirte auf den Einsatz von Stickstoff im Vergleich zu Kali und Phosphor nicht längere Zeit verzichten, ohne direkte Ertragseinbußen zu erleiden. Das an der Börse mit gut 14 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen wird zudem begünstigt von den tiefen Gaspreisen in der Heimat. Die Produktion von Kunstdünger ist sehr energieintensiv. Abzulesen ist der relative Vorteil von CF Industries auch an der Kursentwicklung. Die Aktie erklomm unlängst ein Rekordhoch. Seit der letzten Empfehlung liegen Anleger mit der Düngemittelaktie 36 Prozent vorne. Die Aktie bleibt Favorit im Düngemittelsektor.

Anleihentipp - Teva: Pille gegen den Euro

Top bei Tabletten: Generika und eigene Medikamente im Angebot. Quelle: dpa

Weltweit ist die Pharmabranche in Bewegung. In den USA steht Actavis vor dem Kauf des Konkurrenten Forest Laboratories. Großspekulant Georges Soros hat in den vergangenen Monaten für 370 Millionen Dollar Aktien der israelischen Teva Pharmaceutical gekauft (ISIN: US8816242098).

Teva ist für Aktionäre interessant, weil das israelische Unternehmen zum einen Weltmarktführer bei Generika (Nachahmer-Medikamente, 50 Prozent des Teva-Umsatzes) ist und zum anderen auch eigene Medikamente entwickelt (gegen Nervenkrankheiten, Krebs; rund 40 Prozent Umsatzanteil) und dazu frei verkäufliche Präparate im Angebot hat. Für Anleihekäufer, die lieber in Dollar als in Euro investieren, ist Teva ein stabiler Schuldner, der für mittlere Laufzeiten (etwa bis 2020) gut drei Prozent Jahresrendite bietet.

Teva ist ein Wachstumsunternehmen. 1901 in Jerusalem als Vertrieb für importierte Medikamente gegründet, kam in den folgenden Jahrzehnten die eigene Forschung dazu. Ab den 1980er-Jahren folgte die internationale Expansion. In den vergangenen 20 Jahren kletterte der Jahresumsatz von 500 Millionen Dollar auf 20 Milliarden. Heute hat das Unternehmen 45 000 Mitarbeiter in 60 Ländern. In Deutschland ist Teva mit der Marke Ratiopharm vertreten.

Allerdings, auch wenn Teva in den vergangenen 20 Jahren immer Gewinne machte, gibt es auf der Ertragsseite Schwankungen. 2013 führten höhere Entwicklungskosten und Patentstreitigkeiten zu einem Rückgang des Nettogewinns um ein Drittel auf 1,3 Milliarden Dollar. Demnächst wird das wichtigste Eigenmedikament von Teva, Capoxone gegen multiple Sklerose, seinen Patentschutz verlieren. Teva kann seinen Blockbuster zwar für andere Anwendungsgebiete einsetzen, zudem sollen 2014 fünf weitere Medikamenten-Zulassungen erfolgen. Insgesamt aber dürften Umsatz und Ertrag die Vorjahreswerte kaum überschreiten.

Anleihe-Info: Teva
Kurs (Prozent)95,64
Kupon (Prozent)2,25
Rendite (Prozent)3,07
Laufzeit 18. März 2022
WährungDollar
ISINUS88166HAD98

Auch dann sollten vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) noch an die sechs Milliarden Dollar bleiben.

Börse



Daran gemessen sind die Nettoschulden mit rund elf Milliarden Dollar knapp doppelt so hoch. Das ist ein gutes, wenn auch nicht exzellentes Verhältnis. In den Büchern stehen 22,6 Milliarden Dollar Eigenkapital, fast die Hälfte der Bilanzsumme. Standard & Poor’s bewertet Teva-Anleihen mit der Note A-, das ist Investmentgrade, noch im mittleren Bereich. In Deutschland gehandelt werden die Papiere an der Börse Stuttgart, in Stückelungen zu 2000 Dollar.

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