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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Wenn sich Gold in diesem Jahr stabilisiert, wird der amerikanische Goldminenkonzern Newmont deutlich mehr verdienen. Dies macht die Aktie für Anleger interessant. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Kursverlauf der Newmont Mining-Aktie

Aktientipp - Newmont Mining: Goldener Rückweg zum Milliardengewinn

Wenn der Goldpreis in diesem Jahr um 100 Dollar je Feinunze steigen würde, würden die 88 Millionen Unzen, die Newmont Mining als geprüfte Goldreserven ausweist, um 8,8 Milliarden Dollar an Wert zulegen. Allein dieser Zuwachs deckte zwei Drittel des Börsenwerts aller Newmont-Aktien (derzeit 13 Milliarden Dollar). Natürlich müssen diese 88 Millionen Unzen erst einmal aus der Erde geholt werden – was allein die Produktion für 18 Jahre auslasten würde. Dennoch zeigt die Rechnung, welch enormer Hebel in der Newmont-Aktie steckt, wenn der Goldpreis wieder steigt.

Newmont Mining (1921 gegründet) mit Sitz in Denver, Colorado, ist einer der größten Goldminenkonzerne der Welt, mit Minen in den USA, Australien, Peru, Indonesien, Ghana, Neuseeland und Mexiko. Der letztjährige Goldpreisrückgang von 1700 auf 1200 Dollar bescherte dem Minenriesen mehr als drei Milliarden Dollar Abschreibungen auf Goldbestände und Beteiligungen. Insgesamt blieben unterm Strich 2,8 Milliarden Dollar Verlust.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Wenn sich Gold – wonach es aussieht – in diesem Jahr stabilisiert, wird Newmont 2014 deutlich mehr verdienen. Dabei kommt der Hebel nicht nur aus Goldbeständen und Beteiligungen, für die dann keine Abschreibungen mehr fällig wären; auch das operative Geschäft bringt mehr ein. Schon 2013 kam Newmont mit den geplanten Kostensenkungen schneller voran als erwartet. 2014 dürften die Produktionskosten je Feinunze deutlich unter dem Durchschnittswert des vergangenen Jahres (rund 1100 Dollar) liegen.

Allerdings, das Produktionsvolumen von zuletzt 5,1 Millionen Unzen könnte 2014 wegen Beteiligungsverkäufen auf rund 4,8 Millionen Unzen fallen. Für die Folgejahre sind dann wieder fünf Millionen Unzen geplant. Für den Nettogewinn heißt das: 2014 dürfte Newmont den Sprung aus den roten Zahlen schaffen und ab 2015 an den langjährigen Durchschnittsgewinn anknüpfen, der für die vergangenen zehn Jahre bei einer Milliarde Dollar lag.

Finanziell ist Newmont in guter Verfassung. In den Büchern stehen 13 Milliarden Euro Eigenkapital, die Hälfte der Bilanzsumme. Mit 1,6 Milliarden Dollar Cash besteht Spielraum für Investitionen und Zukäufe.

Aktientipp - Uranium Participation: Der Uranpreis hat einen Boden gefunden

Kursverlauf der Uranium Participation-Aktie

Mit dem Atomausstieg hat sich Deutschland ins Abseits gestellt. Das aber fällt kaum ins Gewicht mit Blick auf die globale Urannachfrage. Auf die neun AKWs, die hierzulande noch am Netz sind, entfallen gerade 2,8 Prozent der globalen Urannachfrage. Ins Gewicht fällt dafür der Beschluss der japanischen Regierung, die 48 abgeschalteten Reaktoren schrittweise wieder hochzufahren. Vor Fukushima entfielen auf Japan rund zwölf Prozent der globalen Urannachfrage. Unwahrscheinlich wird damit auch, dass die japanischen Lagerbestände von etwa 100 Millionen Pound (454 Gramm) Uranoxid (U3O8) auf den Markt kommen und den Uranpreis weiter drücken.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Aktuell sind weltweit 434 Reaktoren am Netz, 70 neue werden gebaut, 173 stecken in der Planung. Der Uranbedarf wird also zunehmen – bis 2025 um gut 50 Prozent. Trotz Ausweitung der Förderung reicht das Minenangebot nicht, um die Angebotslücke zu schließen. Sie wird gefüllt mit Uran aus Sprengköpfen und aufbereiteten Brennstäben. Versiegen diese Quellen rascher – 2013 etwa endete das US-russische „Megatons to Megawatts“-Programm zwischen den USA und Russland –, als neue Minen für Nachschub sorgen, müsste der Uranpreis steigen. Beim aktuellen Spotpreis von 35 Dollar je Pfund U3O8 sind der Bau neuer Minen und die Exploration neuer Lagerstätten nicht wirtschaftlich. Von daher sollte Uran einen Boden gefunden haben. Gleiches gilt für die Aktie von Uranium Participation. Die Kanadier kaufen seit 2005 Uranoxid und Uranhexaflorid (UF6 ) auf und lagern aktuell Bestände im Wert von 540 Millionen Dollar ein.

Anleihentipp - Wienerberger: Rentabler Bauboom

Steinreich: Zwölf Prozent mehr Wohnungen in Deutschland Quelle: dpa/dpaweb

An die 260 000 Wohnungen, so die Prognose des Bauverbands HDB, dürften in diesem Jahr in Deutschland fertiggestellt werden. Das wären zwölf Prozent mehr als in der schon guten Bausaison 2013. Die Branchenexperten von Kiel Economics rechnen damit, dass der Immobilienmarkt hierzulande noch auf Jahre hinaus zulegt. Gewinner dieser Entwicklung ist Wienerberger, der größte Ziegelhersteller der Welt, der die Hälfte seiner Gewinne in Westeuropa macht – und für den Deutschland der größte Einzelmarkt ist.

Auch in anderen Absatzregionen werden die Aussichten besser. In Polen rechnet Wienerberger mit fünf Prozent Wachstum, in Großbritannien könnte der Wohnungsmarkt mindestens wieder um neun Prozent zulegen. In den USA sind, wie schon 2013, sogar 15 Prozent mehr neue Wohneinheiten möglich. Seit eineinhalb Jahrzehnten sind die Österreicher in den Staaten vertreten und holen hier acht Prozent ihres Umsatz. Bei seinem Kernprodukt Ziegel (für Mauer, Dach und Fassade) dürfte Wienerberger in diesem Jahr dank steigendem Absatz und stabiler Preise einen soliden Umsatzzuwachs erzielen.

Anleihe-Info: Wienerberger
Kurs (Prozent)105,18
Kupon (Prozent)4,00
Rendite (Prozent)3,05
Laufzeit 17. April 2020
WährungEuro
ISINAT0000A100E2

Der zweite Geschäftsbereich, Rohre aus Keramik und Kunststoff, dürfte wegen fehlender Großaufträge das gute Ergebnis der Vorsaison nicht erreichen. Dennoch hilft das insgesamt gleichmäßigere Geschäft mit Rohren, die größeren Schwankungen beim Bau auszugleichen. Langfristig profitiert Wienerberger davon, dass viele Städte Infrastruktur (Kanalisation, Trinkwasserversorgung) nachbessern müssen. Insgesamt dürfte Wienerberger den Umsatz von 2,66 Milliarden Euro auf gut 2,7 Milliarden erhöhen.

Bei den Erträgen sollte, nach acht Millionen Euro Verlust, die Wende gelingen. Seit 2009 wurden 3000 Stellen abgebaut, heute sind es 13 800. Ein kleiner zweistelliger Millionenbetrag dürfte durch den Verkauf von nicht notwendigen Grundstücken zum Gewinn hinzukommen. Operativ (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation) sind (nach 267 Millionen Euro 2013) in diesem Jahr gut 300 Millionen möglich. Daran gemessen sind 539 Millionen Euro Nettoschulden überschaubar. Das Eigenkapital macht (ohne Hybridkapital, eine Mischform von Eigen- und Fremdkapital ) gut 40 Prozent der Bilanzsumme aus.

Anleihen von Wienerberger, die bei Laufzeit bis 2020 gut drei Prozent Jahresrendite abwerfen, sind eine vielversprechende Depotergänzung. Moody’s bewertet die Papiere mit Ba2 als spekulative Anlage, dort allerdings im stabileren Bereich.

Fondstipp - GAM Star Credit Opportunities

Kursverlauf des Fonds GAM Star Credit Opportunities

Es gibt sie noch, die Nischen am Anleihemarkt mit sechs bis acht Prozent Rendite. Dazu muss der Anleger nicht einmal zu Bonds von pleitegefährdeten Unternehmen greifen. Nachranganleihen von Banken sind die neue Spielwiese, die Profis Profit bringen. Im Pleitefall der Bank stehen Investoren mit Nachranganleihen in der Schlange der Gläubiger ganz hinten und gehen meist leer aus. Spezielle Anleihen wie die kurz Cocos genannten Contingent Convertibles werden komplett wertlos oder in Aktien umgewandelt, sobald die ausgebende Bank eine vereinbarte Eigenkapitalgrenze unterschreitet. Atlanticomnium aus Genf ist seit 1985 auf diese Anleihen spezialisiert. Dort arbeitet Gregoire Mivelaz, der auch den GAM Star Credit Opportunities bestückt. Er greift überwiegend zu Papieren von Finanzinstituten, deren herkömmliche Anleihen sehr gute Ratingnoten haben.

Was Fondskäufer wissen sollten

Dazu zählt er Rothschild, Lloyds Banking Group oder die belgische KBC. „Bei einem guten Schuldner ist das Risiko der Nachranganleihen nicht viel höher als das herkömmlicher Anleihen“, sagt Mivelaz. Sie bieten aber einen Renditeaufschlag von etwa drei Prozentpunkten. Bei KBC hat ein erstrangiges Papier eine Rendite von 1,6 Prozent, eine Nachranganleihe bringt 5,9 Prozent. Weil die Papiere für die Banken teuer sind und Banken bis 2022 mehr Eigenkapital aufweisen müssen, nehmen viele Banken die Papiere vorzeitig vom Markt. Weil Nachranganleihen knapper werden, steigen die Kurse. „Wir schauen auf die Details der Bankenregulierung und sehen, dass die Banken ihr Eigenkapital stärken. Das senkt das Kreditrisiko der Papiere und ist gut für uns als Gläubiger“, sagt Mivelaz. Die Genfer prüfen zudem die Prospekte jeder Anleihe akribisch. In 2008 wurden Nachranganleihen von Banken vielen Fondsmanagern zum Verhängnis, weil sie illiquide wurden und die Kurse abstürzten. „In der Finanzkrise wurden die Zinskupons bei unseren Investments weiter gezahlt,

Börse



und sie sind relativ schnell zu ihren Ausgangswerten zurückgekehrt“, sagt Mivelaz. Eine Systemkrise wie 2008 sei unwahrscheinlicher, weil die Banken viel Kapital aufnehmen und private Gläubiger hafteten. Für Euro-Land-Banken biete der europäische Rettungsschirm ESM zusätzlichen Schutz.

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