WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Aktien, Anleihen, Fonds Stählerne Perle aus Niedersachsen

Der unterschätzte Anlagekandidat Salzgitter soll nach der Sanierung in diesem Jahr wieder an Attraktivität gewinnen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Firmenlogo vor der Zentrale der Salzgitter AG in Salzgitter Quelle: dpa

Aktientipp: Salzgitter - Stählerne Perle aus Niedersachsen

Mit 25.000 Mitarbeitern, fast 200 Tochter- und Beteiligungsunternehmen weltweit und einer Jahresproduktion von sieben Millionen Tonnen ist Salzgitter einer der großen klassischen Industriekonzerne des Landes (Gründung 1858). Nur an der Börse, da sind solche Werte offensichtlich kaum noch gefragt. Ein Euro Jahresgeschäftsvolumen von Salzgitter ist hier für gerade einmal 18 Cent zu haben. Das ist noch um ein Drittel billiger als der ebenfalls günstige Konkurrent ThyssenKrupp, dessen Kurse wenigsten vom renditehungrigen Großaktionär Cevian angetrieben werden.

In den Augen vieler Börsianer hat Salzgitter den Nachteil, dass es als Sammelsurium von weit über 100 Einzelunternehmen wenig schlagkräftig erscheint und dazu in den vergangenen Jahren mit bis zu 490 Millionen Euro in die Verlustzone geraten war. Doch nach der Sanierung wird es 2015 aller Voraussicht wieder einen echten Nettogewinn geben. Das wäre schon 2014 der Fall gewesen, hätte nicht die Problemtochter HSP (Spundwände, Profile) mit 97 Millionen Euro nach unten gezogen.

Aktientipp Salzgitter

In diesem Jahr dürfte das Problem HSP gelöst werden – entweder durch Verkauf oder Schließung. Dann wird sich auszahlen, dass Salzgitter in seinen operativen Kernbereichen vorankommt. Wichtige Kunden aus der Auto- und Bauindustrie produzieren auf hohem Niveau. Die schwächeren Bestellungen aus der Energiebranche (Pipelines) dürften durch die stabile Nachfrage in Nordamerika ausgeglichen werden.

Dass die Auslastung in der heimischen Stahlproduktion im vergangenen Jahr um zwei Punkte auf 86 Prozent gestiegen ist, macht für 2015 eine moderate Erholung möglich. Günstige Energie und Rohstoffe entlasten die Kostenseite. Insgesamt hat Salzgitter die Chance, etwas mehr als 100 Millionen Euro netto zu verdienen.

Und Salzgitter hat noch etwas zu bieten: Eine solide Bilanz mit 34 Prozent Eigenkapital. Allein das ausgewiesene Eigenkapital von 2,9 Milliarden liegt eine Milliarde Euro über dem aktuellen Börsenwert. Zudem besteht eine Netto-Cash-Position von 400 Millionen Euro. Die wichtigste Beteiligung, 25 Prozent an der Kupferhütte Aurubis, ist allein 660 Millionen Euro wert.

Aktientipp: Newmont Mining - Die derzeit stärkste Goldaktie der Welt

Überraschend stark präsentiert sich die Aktie des weltweit zweitgrößten Goldförderers in diesem Jahr. Seit Jahresanfang legte der Kurs von Newmont Mining, in Dollar gerechnet, um rund 40 Prozent zu. Das ist klar besser als die Goldminenindizes Nyse Arca Gold Bugs (Hui) und Philadelphia Gold & Silver (XAU), die rund zwölf und acht Prozent vorne liegen. Der breite New Yorker Aktienmarkt fällt, gemessen am S&P 500, mit einem Plus von 2,7 Prozent gar noch deutlicher zurück.

Aktientipp Newmont Mining

Der Goldkonzern aus Denver im US-Bundesstaat Colorado hat die Branchenprobleme – Goldpreisrückgang, Abschreibungen, Kostendruck, rückläufige Fördermengen – offenbar rascher und besser in den Griff bekommen als viele Konkurrenten. Die Gewinnschwelle der Goldindustrie bewegt sich derzeit im Schnitt bei einem Goldpreis von 1140 Dollar pro Unze. Newmont konnte die Gesamtkosten im ersten Quartal gegenüber Vorjahr von 1034 auf 849 Dollar pro Unze drücken, das Gold aber für 1203 pro Unze verkaufen.

Der Goldkonzern peilt für 2015 eine Jahresproduktion von 4,6 bis 4,9 Millionen Unzen an. Eine spürbare Steigerung der Fördermenge ist nach Inbetriebnahme des Goldbergwerks Merian in Surinam zu erwarten. Dort sollen von 2017 an jährlich rund 500.000 Unzen gefördert werden, zu Gesamtkosten von nicht mehr als 750 Dollar pro Unze. Rückenwind erhält Newmont gerade vom schwachen Austral-Dollar. Rund 30 Prozent der Produktion kommt aus Down Under. Zudem entlastet der tiefere Ölpreis den energieintensiven Bergbau.

Aktien und Anleihen

Aktientipp: Rheinmetall - Gerüstet für eine höhere Dividende

1776 Milliarden Dollar, so die Rechnung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, wurden 2014 weltweit für Rüstung ausgegeben; etwas weniger als im Vorjahr. Doch 2015, das ist absehbar, wird viel mehr in die Rüstung fließen. China erhöht seine Militärausgaben offiziell um zehn Prozent, inoffiziell dürfte der Zuwachs noch höher ausfallen. Auch Russland und Saudi-Arabien stocken ihre Rüstungsbudgets kräftig auf. Und selbst in Westeuropa zeichnet sich angesichts der Krise in der Ukraine ab, dass die Zeiten rückläufiger Verteidigungshaushalte vorbei sein könnten.

Zugutekommt diese Entwicklung dem Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern, der knapp die Hälfte seiner fast fünf Milliarden Euro Geschäftsvolumen in diesem Jahr mit Rüstungsgütern erzielen dürfte. Dabei fällt der Anstieg in der Rüstungssparte in diesem Jahr besonders deutlich aus, da 2014 wegen der Ukrainekrise ein Großauftrag für die russische Armee überraschend wegfiel. Nun, für 2015, dürfte der hohe Auftragsbestand im Rüstungsgeschäft zu einem Umsatzschub führen.

Aktientipp Rheinmetall

Für den Gesamtkonzern ist 2015 sogar eine Gewinnvervielfachung in Sicht. Denn der zweite Geschäftsbereich, Autozulieferung, profitiert vom Boom in der Fahrzeugbranche. Mit hochwertigen Teilen wie elektronischen Pumpen, Abgasrückführungssystemen oder Kühlmodulen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge ist Rheinmetall gut im Geschäft mit der neuen Mobilität. Für den Massenmarkt China stellt Rheinmetall mit dem chinesischen Partner SAIC Zylinderköpfe und Kolben her. Mit 6,9 Milliarden Euro ist das Auftragspolster von Rheinmetall um acht Prozent stärker als vor einem Jahr.

Angesichts der guten Marktlage in seinen beiden Sparten sollten die angepeilten Renditen vor Zinsen und Steuern (drei Prozent Ebit-Marge in der Rüstung, acht Prozent in der Autozulieferung) in diesem Jahr kein Problem sein. Bei durchschnittlich fünf Prozent ergäbe das an die 250 Millionen Euro Ebit. Netto dürften dann je Anteil rund 3,30 Euro bleiben, nach 0,47 Euro im Vorjahr. Für die Aktie könnte das Kurse bis 55 Euro erschließen – und 2016 dann eine wesentlich höhere Dividende.

Anleihetipp: EIB/Zloty - Top-Noten aus Polen

Polens Wirtschaft ist robust. Die Inlandsnachfrage ist mit plus 4,5 Prozent gegenüber Vorjahr mehr als stabil, die Arbeitslosigkeit rückläufig und vor kurzem erstmals unter den EU-Durchschnitt gesunken. Um sieben Prozent stiegen die Investitionen im vergangenen Jahr, 2015 dürften sie in ähnlicher Weise zulegen. Die Bestellungen in den klassischen Industriesparten Auto, Maschinen, Anlagen und Bau sind lebhaft, im Außenhandel floriert vor allem der Austausch mit dem Nachbarn im Westen, Deutschland. Besonders gut läuft die Zusammenarbeit mittelständischer deutscher und polnischer Unternehmen, von denen es schon mehr als 5000 Kooperationen gibt.

Die EU-Kommission rechnet damit, dass Polen nach 3,3 Prozent Wachstum (2014) in diesem Jahr ähnlich zulegt und 2016 Tempo gutmacht. Mit 50 Prozent der Wirtschaftsleistung ist die Staatsverschuldung geringer als in Deutschland (72 Prozent).

Nicht nur die polnische Wirtschaft legt gut zu, auch die polnische Währung. 2009 stürzte der Zloty (PLN) zwar auf 20 Eurocent, weil das Land stärker von der Finanzkrise erwischt wurde als erwartet. Seitdem sich Polen aber erholt, hat die Währung zwischen 22 und 24,5 Eurocent eine mehrjährige Bodenbildung vollzogen. Für die nächsten Jahre sind durchaus Zloty-Notierungen zwischen 26 und 28 Eurocent möglich. Derzeit ist ein Zloty knapp 25 Eurocent wert.

Kurs116,36 Prozent
Kupon4,25 Prozent
Rendite1,90 Prozent
Laufzeit bis25. Oktober 2022
WährungPolnischer Zloty (PLN)
ISINXS0845917342
Stand: 30.04.2015

Risikobewusste Anleger, die Geld in Polen anlegen wollen, können mit einem zusätzlichen Vorteil rechnen: Das Zinsniveau ist deutlich höher als bei Bundesanleihen. Polnische Staatspapiere mit Laufzeit bis 2022 (ISIN: PL0000102646, handelbar zu 0,2 Prozent Kauf-Verkaufsspanne an der Börse Düsseldorf) bringen derzeit gut 2,3 Prozent Jahresrendite. Bundesanleihen gleicher Laufzeit bieten dagegen null Rendite.

Natürlich hat Polen kein AAA-Rating wie die Bundesrepublik, sondern nur ein A-Rating, also mittlere Investment-Qualität. Doch es gibt die polnische Währung auch mit höchstem Qualitätssiegel, als Zloty-Anleihe der Europäischen Investitionsbank (EIB). Papiere mit Laufzeit bis 2022 kommen immerhin noch auf 1,9 Prozent Jahresrendite.

Die EIB, gegründet 1958, ist das Finanzierungsinstrument der EU. Eigentümer sind die Mitgliedstaaten. Die EIB hat ein sicheres AAA-Rating. Handelbar sind EIB-Zloty-Anleihen an deutschen Börsen, in Stuttgart mit 0,5 Prozent Kauf-Verkaufsspanne. Die Mindeststückelung beträgt 10.000 Zloty, derzeit 2480 Euro.

Fondstipp: Credit Suisse Global Security USD - Sicherheitstechnik mit Wachstumschancen

Fondstipp: Credit Suisse Global Security USD - Sicherheitstechnik mit Wachstumschancen

Sicherheit ist ein Riesengeschäft – auch an der Börse. Viele Konzerne übernehmen inzwischen kleine Sicherheitsspezialisten. Als der japanische Kamerahersteller Canon im Februar bei der auf Überwachungskameras spezialisierten Axis Communications zugriff, stieg der Kurs der Schweden um 50 Prozent. Der Aktienfonds Global Security von Credit Suisse profitierte, weil Axis zum Portfolio gehörte. Fondsmanager Patrick Kolb wählt Unternehmen, die auf Gesundheits-, Umwelt-, Computer- oder allgemein Kriminalitätsschutz spezialisiert sind.

Der bereits vor sechs Monaten von der WirtschaftsWoche empfohlene Fonds hat seitdem 40 Prozent zugelegt. Viele der Aktien sind nicht mehr günstig bewertet. Anleger sollten jetzt besser in kleinen monatlichen Raten einsteigen, statt auf einen Schlag viel Geld zu investieren. Kolb warnt vor möglichen Rückschlägen, sieht aber auf Sicht von fünf bis zehn Jahren in dem Sicherheitsmarkt ein großes Wachstumspotenzial.

Fondstipp CS Global Security

„Beim Internet der Dinge, also der Vernetzung von Gebäuden, Autos oder Kühlschränken, müssen Daten sicher übertragen werden.“ Mit den kürzlich bekannt gewordenen Angriffen aus dem Netz etwa auf das Mailpostfach von US-Präsident Barack Obama oder die Autosoftware von BMW (Connected Drive) bekommt das Geschäft mit der IT-Sicherheit einen neuen Schub.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Ein weiterer Trend, der vereinzelt Kurse stark treiben kann, sind die Zukäufe, mit denen sich Rüstungshersteller im Bereich Cyberschutz verstärken: Der weltgrößte Raketenproduzent, Raytheon, hat sich in dieser Woche an Websense beteiligt. Das Unternehmen macht Software zum Überwachen von Internet-Seiten und Mails. In Rüstungsfirmen investiert Kolb nicht, für ihn sind Spezialisten interessanter wie FireEye (Virenabwehr), Fortinet (Netzwerksicherheit) sowie Symantec. Die Amerikaner stehen vor einer Aufspaltung in die Bereiche Cybersicherheit und Datenspeicherung.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%