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Neue Abkommen für Gaskraftwerke in Nahost und für Wasser- und Wärmekraftwerke in Südamerika signalisieren dem französischen Energieversorger GDF Suez einen vielversprechenden Geschäftsverlauf. Warum sich die Aktie lohnt.

Kursverlauf der GDF-Suez-Aktie

Aktientipp - GDF Suez: Mit dem Großaktionär acht Prozent kassieren

Während sich die deutschen Energiekonzerne auf der Suche nach neuen Einnahmequellen schwertun, ist die französische GDF Suez einen Schritt weiter: Zwar leidet auch sie am Verfall der Großkunden-Strompreise in Europa, doch das klassische Energiegeschäft auf dem alten Kontinent macht nur noch ein Viertel des Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) aus. Auf dem europäischen Energiemarkt musste GDF 2012 über 400 Millionen Euro auf unrentable Kraftwerke abschreiben. Das sollte sich 2013 nicht wiederholen. Das außereuropäische Energiegeschäft ist mit 28 Prozent Anteil am operativen Gewinn stärker. Und es läuft stabil. Neue Abkommen für Gaskraftwerke in Saudi-Arabien und Oman und für Wasser- und Wärmekraftwerke in Brasilien, Peru und Panama signalisieren einen vielversprechenden Geschäftsverlauf.

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Zugute kommt GDF die starke Position bei Erdgas. In China liefert GDF Gas an den Energiekonzern CNOOC, in den USA haben sich die Franzosen am Gasunternehmen Cameron beteiligt. Damit ist GDF auch mit im Spiel, Erdgas in verflüssigter Form (LNG) dahin zu transportieren, wo es hohe Preise erzielt. Schon heute bringt die Gassparte 14 Prozent des operativen Gewinns. Das Geschäft mit Energieservice (Wärmeversorgung, öffentliche Beleuchtungen, Wartung) ist stabil; die Sparte Energieinfrastruktur (Gasleitungen, Terminals, Speicher) hat sich mit 24 Prozent Anteil am Gewinn zu einem wichtigen Ertragsbringer entwickelt.

Mit 40 Milliarden Euro ist GDF hoch verschuldet. Dank operativer Einnahmen, Sparmaßnahmen und Unternehmensverkäufen sind die Schulden im ersten Halbjahr um vier Milliarden gesunken. Das Ziel, bis Ende nächsten Jahres bei 30 Milliarden zu landen, ist realistisch. Für die geplante Expansion ist genug Liquidität vorhanden: gut neun Milliarden Euro Cash, dazu Kreditlinien von knapp acht Milliarden Euro.

GDF-Aktien bieten die Chance auf einen Turn-around. Dass es mehr als acht Prozent Dividende gibt, macht das Papier zu einem Basisinvestment. Die Dividende dürfte üppig bleiben, denn der wichtigste Großaktionär, der französische Staat (Anteil 36,7 Prozent), braucht Geld.

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