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Aktien, Anleihen, Zertifikate, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Warum unter anderem der Silberpreis ein interessanter Basiswert für Zertifikate ist. Aktien, Anleihen, Zertifikate und Fonds für die private Geldanlage.

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Nachdem der Goldpreis in Bewegung gekommen ist, ist der Silberpreis an der Reihe Quelle: dpa

Zertifikattipp - Silberpreis: Zwischen Gold-Hausse und Geldspritze

Nachdem der Goldpreis in Bewegung gekommen ist und seine bisherigen Höchstnotierungen anpeilt, ist der Silberpreis an der Reihe. Der Grundgedanke ist zunächst wie bei den Gold-Haussiers: Silber ist als Edelmetall eine Krisenabsicherung gegen den Wertverfall von Papierwährungen. So fiel die Silber-Hausse von 2008 bis 2011 genau mit den Geldspritzen der Notenbanken zusammen.

Der Silberpreis hat allerdings noch einen zweiten Antrieb. Silber ist (etwa in elektronischen Geräten, in der Solartechnik) auch ein Industriemetall, das vom Verlauf der Konjunktur abhängig ist. Im Zuge der Wirtschaftseintrübung kam es in den vergangenen Monaten unter die Räder. Vor allem in den großen Verbraucherländern China und USA war die physische Nachfrage zuletzt rückläufig. Große und kleine Spekulanten verstärkten den Trend: Hedgefonds bauten ihre Positionen in Silber ab, an den Terminmärkten gingen die Netto-Kaufpositionen zurück.

Wetten auf Silber
Anlagezertifikate und Hebelpapiere auf den Silberpreis (aktuell 30,65 Dollar je Feinunze)
Bonuszertifikat für AnlegerFaktorzertifikat für Spekulanten
Kurs (Euro)30,4012,60
Stoppkurs (Euro)25,6010,06
FunktionBleibt Silber über 21 Dollar (entspricht 30,9 Prozent Puffer), gibt es zur Fälligkeit (31. Dezember 2013) 34,80 Euro zurück (plus 14,5 Prozent; zugleich Maximalgewinn, da Cap); sinkt Silber auf 21 Dollar oder darunter, läuft Zertifikat wie der Silberpreis; Währungssicherung eingebaut: Euro und Dollar laufen eins zu einsLäuft wie der Silberpreis, verstärkt die täglichen Preisveränderungen um den Faktor vier; Beispiel: Steigt Silber an einem Tag um zwei Prozent, steigt das Zertifikat um acht Prozent; keine Laufzeitgrenze, keine Währungssicherung; für nachhaltige Aufwärtsbewegung geeignet
EmittentinDZ Bank (Ausfallprämie 1,1 Prozent = geringes Risiko)Commerzbank (Ausfallprämie 2,7 Prozent = erhöhtes Risiko)
ISINDE000DZ9U0B0DE000CZ33C30
Chance/Risiko6/510/9

Allerdings, auch die Lagerbestände an der New Yorker Rohstoffbörse Comex schrumpften. Sollten sich – etwa als Folge einer weiteren Konjunkturmaßnahme der Notenbanken – die Wirtschaftsaussichten für 2013 auch nur leicht aufhellen, könnte das den Silberpreis weit über den aktuellen Stand um 30 Dollar steigen lassen.

Dank seiner Schwankungen ist der Silberpreis ein interessanter Basiswert für Zertifikate. Spekulanten, die einen nachhaltigen Preisanstieg erwarten, können mit kleinem Geld auf Faktorzertifikate setzen. Wer Silber zwar steigen sieht, längere Schwankungen aber nicht ausschließt, fährt mit Bonuszertifikaten besser.

Aktientipp - Hamborner: Sechs Prozent Rendite und Substanz dahinter

Die Kapitalerhöhung vom Juli brachte die Aktie des Immobilienkonzerns Hamborner vorübergehend unter Druck. Mittlerweile aber hat der Kurs die ausgegebenen neuen Anteile verarbeitet, das Geschäftsjahr 2012 läuft gut, und dank 74 Millionen Euro neuer Mittel aus der Erhöhung geht die Expansion weiter.

Hamborner ist ein Reit, ein Real Estate Investment Trust. Das hat den Vorteil, dass das Unternehmen keine Körperschaft- und Gewerbesteuer zahlen muss und fast alle Gewinne an die Aktionäre ausschüttet.

Hohe Ausschüttungen haben bei Hamborner Tradition: Seit mehr als 20 Jahren steigt die Dividende. Zuletzt waren es 40 Cent je Aktie. Auch wenn nach der Kapitalerhöhung 11,4 Millionen Aktien mehr (insgesamt jetzt 45,5 Millionen Aktien) bedient werden müssen, dürfte Hamborner an 40 Cent Dividende je Anteil festhalten. Das wären fast sechs Prozent Rendite auf den aktuellen Kurs.

Kursverlauf der Hamborner-Aktie

Der Geschäftsverlauf gibt das her. Hamborner ist ein Bestandshalter, das heißt, der Großteil der Erträge kommt aus Mieteinnahmen, nur ein kleiner Teil aus Verkäufen und Käufen des Immobilienbestands. Im ersten Halbjahr erhöhten sich die Mieteinnahmen netto um gut ein Viertel auf 16,8 Millionen Euro. Die operativen Gewinne (Funds from Operations) kletterten um 22 Prozent auf 9,8 Millionen Euro. Die Leerstandsquote ist mit 1,6 Prozent niedrig, bis Jahresende sind zweistellige Zuwachsraten bei Einnahmen und Gewinn absehbar.

Hamborner hat (Stand 30. Juni) 67 Immobilienobjekte im Bestand, vor allem Geschäfts- und Bürohäuser, Einzelhandelsgeschäfte, Baumärkte, Arztpraxen und Wohngebäude, meist in guten innerstädtischen Lagen. Neu erwarb Hamborner gerade ein großes Einzelhandelsareal in Tübingen. Dazu kommen 1,4 Millionen Quadratmeter unbebauter Flächen, überwiegend im allerdings wenig attraktiven Duisburger Norden. Den Verkehrswert der Immobilien gibt das Unternehmen mit 518 Millionen Euro an. Nach Abzug von Schulden und Verrechnung von Finanzmitteln bleibt derzeit je Aktie ein Nettoinventarwert von 8,04 Euro. Das liegt deutlich über der aktuellen Aktiennotierung und ist eine substanzielle Absicherung gegen Rückschläge.

Aktientipp - Schoeller-Bleckmann: Komplett ausgelastete Österreicher

Die privaten und staatlichen Öl- und Gasförderunternehmen werden in diesem Jahr nach Schätzungen von Barclays 614 Milliarden Dollar in die Suche und Erschließung neuer sowie in die Ausbeute bestehender Öl- und Gasfelder stecken – gut zehn Prozent mehr als 2011. Beim aktuellen Ölpreis rechnen sich nahezu sämtliche Investitionsvorhaben, selbst komplexe und kapitalaufwendige Tiefseebohrungen. Gewinner dieser Entwicklung sind nicht nur die großen Ölservicekonzerne wie Schlumberger oder Baker Hughes, sondern auch deren Zulieferer profitieren.

Kursverlauf der Schoeller-Bleckmann-Aktie

So arbeitet Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) aus Ternitz in Niederösterreich derzeit nahezu unter Vollauslastung. SBO beliefert die Ölserviceindustrie mit Hochpräzisionsteilen. Der Schwerpunkt liegt auf amagnetischen Bohrstrangkomponenten. Die Österreicher erzielten im ersten Halbjahr neue Rekordwerte. Der Umsatz wuchs um 31,5 Prozent auf 255,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) lag mit 58,4 Millionen Euro um 45,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich um 57,2 Prozent auf 37,2 Millionen Euro. Der Auftragseingang stieg nahezu Monat für Monat und lag mit insgesamt 277 Millionen Euro um ein Drittel über dem Vergleichswert des Vorjahrs. Ende Juni stand in den Orderbüchern ein um gut die Hälfte höheres Auftragsvolumen. Derzeit spricht nichts gegen einen abrupten Trendwechsel im Investitionszyklus. Auch charttechnisch bietet die SBO-Aktie, mit der Anleger der ersten Stunde 720 Prozent vorne liegen, weiteres Aufwärtspotenzial.

Anleihetipp - Türkei: Markt der Zukunft

Bis zum Jahr 2015, so die Prognose des türkischen Statistikinstituts Turkstat, soll die Bevölkerung der Türkei von derzeit knapp 75 Millionen Menschen auf 95 Millionen wachsen. Mit einem Durchschnittsalter seiner Einwohner von 28 Jahren gehört das Land zu den jungen, besonders dynamischen Nationen.

Seitdem die Türkei ihre Krise kurz nach der Jahrtausendwende überstanden hat, läuft der Boom am Bosporus. Istanbul wandelte sich mit einem neuem Banken- und Geschäftszentrum zu einer modernen Metropole. Im ganzen Land ist ein gigantisches Bauprogramm angelaufen, bei dem sechs Millionen Häuser und Wohnungen erdbebensicher gemacht werden sollen. Die Einkommen haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt, das beflügelt den privaten Verbrauch.

Um durchschnittlich fünf Prozent legte die türkische Wirtschaft in der vergangenen Dekade jedes Jahr zu. Während in den meisten westlichen Ländern in dieser Zeit die Staatsschulden wuchsen (selbst in Deutschland auf mehr als 80 Prozent der Wirtschaftsleistung), werden sie in der Türkei in diesem Jahr wahrscheinlich nur 35 Prozent des Bruttoinlandprodukts ausmachen.

Anleihe-Info: Türkei
Kurs (in Prozent) 109,55
Kupon (in Prozent)5,50
Rendite (in Prozent)3,11
Laufzeit bis 16. Februar 2017
WährungEuro
ISIN

XS0212694920

Natürlich, die weltweiten Krisen gehen auch an der Türkei nicht spurlos vorüber. Die Turbulenzen im arabischen Raum dämpfen die türkischen Exporte; teures Gas aus Russland und Öl vom Kaspischen Meer schüren die Inflation; genährt vom Glauben an den endlosen Boom, ist die Verschuldung privater Haushalte stark gewachsen.

Von einer harten Landung jedoch ist die Türkei weit entfernt. Im Gegenteil. Die große Nachfrage nach Energie etwa nutzen Konzerne wie die deutsche E.On, um hier neu zu expandieren. Vor Augen dürften sie dabei Unternehmen wie Siemens oder Daimler haben, die seit Jahrzehnten in der Türkei aktiv sind. Eine wichtige Stütze ist zudem die türkische Notenbank, die ihre Geldpolitik bisher erfolgreich zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturhilfe austariert.

Die Türkei-Experten der britischen Großbank HSBC rechnen damit, dass das Land nach drei Prozent Wachstum in diesem Jahr dann 2013 wieder um vier bis fünf Prozent zulegt. Die Investmentbank Goldman Sachs zählt die Türkei zu den großen Märkten der Zukunft.

Türkische Staatsanleihen, die in Euro notiert sind, bieten mit rund drei Prozent noch immer eine interessante Rendite. Von Standard & Poor’s werden die Papiere als spekulativ eingestuft, bekommen mit BB hier allerdings die zweitbeste Note.

Fondstipp - Pictet Timber: Waldbesitzer im großen Stil

Die Fondsmanager Gabriel Micheli und Christoph Butz investieren in Unternehmen, die Waldflächen besitzen und bewirtschaften, zudem kaufen sie Aktien von Konzernen, die Holzprodukte herstellen. Im September 2008 wurde der Fonds aufgelegt. „Zuvor konnten Kleinanleger kaum sinnvoll in die Forstwirtschaft investieren“, sagt Butz, „dabei ist die Branche aus Anlegersicht sehr attraktiv.“

Historisch betrachtet sei der Wald eines börsennotierten Unternehmens im Vergleich zu dem einer nicht notierten Gesellschaft etwa mit einem Abschlag von zehn Prozent bewertet. Der Grund dafür seien die Preisschwankungen am Aktienmarkt. „Aktuell betragen die Abschläge aber zwischen 25 und 30 Prozent gegenüber dem Private-Equity-Markt“, sagt Butz.

Kursverlauf Pictet Timber

Deshalb hat der Fondsmanager vor allem Waldbesitzer in seinen Aktienkorb gelegt. Weniger als 25 Prozent der Unternehmen im Fonds sind dagegen in der Holzverarbeitung tätig. Große Waldbesitzer wie Rayonier und Weyerhaeuser sind mit jeweils 7,2 Prozent im Portfolio enthalten, Plum Creek Timber macht sieben Prozent des Fondsvolumens von 218 Millionen Euro aus und Potlatch 4,6 Prozent.

Börse



Der Substanzwert des Waldes sei sowohl in den Büchern in Europa als auch in den USA – und dort besonders stark – unterbewertet. Hat Weyerhaeuser etwa 1960 ein Waldstück gekauft, so bilanziert man dieses heute noch mehr oder weniger zum damaligen Preis. Vorteil von Titeln wie Fabria Celulose (3,5 Prozent im Fonds) sind dagegen Plantagen in Brasilien, wo eine schnelle Ernte möglich ist.

Insgesamt machen die zehn größten der aktuell 57 Positionen im Fonds fast 50 Prozent aus. „Es gibt nicht unbegrenzt viele Firmen mit großem eigenem Waldbesitz, andererseits sollen unsere größten Überzeugungen ruhig entsprechend im Fonds zum Ausdruck kommen“, sagt Experte Butz, der sich seine und die Arbeit seiner Kollegen mit einer jährlichen Gesamtkostenquote von 1,93 Prozent bezahlen lässt. Zuversichtlich stimmt ihn, dass der US-Immobilienmarkt wieder anzieht. So sei die Nachfrage nach Einfamilienhäusern, die in den USA traditionell aus Holz gebaut werden, zwar noch auf tiefem Niveau, aber doch um ein Drittel gestiegen.

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