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Aktien, Anleihen, Zertifikate, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Wie Anleger mit der Aktie der "Pop-Art-Suppe" Campbell Soup profitieren oder warum sich die Microsoft-Anleihe lohnt. Aktien, Anleihen, Zertifikate und Fonds für die private Geldanlage.

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Campbell Soup Quelle: dpa

Aktientipp - Campbell Soup: Eine Ikone der US-Wirtschaftsgeschichte

Die beiden Investorenlegenden Warren Buffett und Jorge Paulo Lemann bieten zusammen 23,4 Milliarden Dollar in bar für den amerikanischen Traditionskonzern H. J. Heinz. Einschließlich der Nettoschulden des Ketchupherstellers errechnet sich ein Transaktionsvolumen von 27,4 Milliarden Dollar. Es wäre der bisher größte Deal in der Geschichte der amerikanischen Nahrungsmittelbranche. Den Aktionären des Ketchupherstellers winkt eine ansehnliche Prämie von 19,8 Prozent auf den letzen Kurs vor Abgabe des Kaufangebots.

Die Nachricht vom Heinz-Deal befeuerte auch den Aktienkurs des Suppenfabrikanten Campbell, wie Heinz ebenfalls eine Ikone der US-Wirtschaftsgeschichte. Anleger erinnerten sich an die Heinz-Hauptversammlung vom August 2008. Auf die Frage eines Aktionärs nach einem möglichen Kauf von Campbell antwortete Heinz-Chef William Johnson damals, Campbell sei „ein großartiges Unternehmen“ und würde prima passen.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Überzeugen müsste ein Interessent für das 1869 in New Jersey gegründete Traditionsunternehmen allerdings die Nachfahren von John T. Dorrance. Der Erfinder des Suppenkonzentrats stieg 1897 bei Campbell ein und wurde später alleiniger Eigentümer. Seine Erben kontrollieren heute noch 39,3 Prozent des Aktienkapitals. An der Börse wird Campbell derzeit mit 12,7 Milliarden Dollar bewertet. Ein Käufer hätte zudem 3,89 Milliarden Dollar Nettoschulden zu schlucken.

Kursverlauf der Campbell-Soup-Aktie

Dafür jedoch lieferte ihm Campbell stabile freie Mittelzuflüsse und verlässliche Dividenden. Aktuell liegt die Rendite bei drei Prozent.

Aktientipp - Symrise: Besonders stark auf Wachstumsmärkten

Kursaverlaif der Symrise-Aktie

Mit dem Zusammenschluss von Dragoco und Haarmann & Reimer zum Duftspezialisten Symrise entstand vor zehn Jahren ein Wachstumsunternehmen, dessen Aktien eine stabile Langfristanlage sind. In fast jedem Jahr legte der Umsatz seitdem zu, 2013 dürften aus ursprünglich 1,2 Milliarden Euro Geschäftsvolumen an die 1,8 Milliarden werden. Netto sind mehr als 180 Millionen Euro Gewinn möglich – ein neuer Rekord.

Symrise produziert Duft- und Aromastoffe. Eingesetzt werden sie bei der Herstellung von Lebensmitteln, Parfüms, Haushalts- und Pflegeprodukten. Mit elf Prozent weltweitem Marktanteil ist das Unternehmen aus dem ostwestfälischen Holzminden die Nummer vier der Branche.

Die wichtigste Triebkraft für Symrise ist derzeit das Geschäft in den Schwellenländern. In Lateinamerika und Asien wächst dank steigendem Wohlstand der Bedarf an Haushaltsartikeln und Lebensmitteln, die gut duften beziehungsweise schmecken. Symrise macht fast die Hälfte seines Umsatzes in Schwellenländern. In den Industrieländern kommt Symrise zugute, dass Geschmacks- und Modetrends schnell wechseln – mal ist Zitrone in, mal Apfel. Mit den Grundstoffen von Symrise können die großen Hersteller von Nahrungsmitteln und Konsumprodukten Trends kostengünstig umsetzen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Nach eigenen Angaben verwendet Symrise zu 70 Prozent natürliche Rohstoffe und zu 30 Prozent chemische (die vorwiegend für Parfüms oder Haushaltsprodukte). Um die Abhängigkeit von Rohstoffpreisen zu dämpfen, setzen die Holzmindener zunehmend auf die eigene Herstellung. Ein Meilenstein ist hier die Zusammenarbeit mit Vanillebauern in Madagaskar.

Langfristig besteht für Symrise eine Chance darin, für Lebensmittelkonzerne nicht nur Grundstoffe für Aroma und Geschmack zu liefern, sondern zugleich Bausteine für eine gesunde Ernährung. Mit dem Kauf der schwedischen Probi ist Symrise ins Geschäft mit probiotischen Substanzen für Joghurt und Getränke eingestiegen, Kunde ist hier unter anderem Danone. Die Zusammenarbeit mit Indevex Biotech (ebenfalls aus Schweden) erschließt das Geschäft mit proteinreichen Suppen für Menschen mit Ernährungsdefiziten. 500 Millionen Euro hat Symrise für weitere Zukäufe in der Kasse.

Anleihetipp - Microsoft: Mehr als nur Geld

Diese Netbooks haben Windows 8
Sony Vaio Duo 11Bei Sonys Windows-8-Rechner gibt das verschiebbare 11,6-Zoll-Display für Touch- und Stifteingabe die darunter versteckte Tastatur frei. Ab 1199 Euro
Asus Transformer Aio Im All-in-one-Rechner arbeitet ein Intel-PC-Prozessor. Wird das 18,8-Zoll-Display abgenommen, bietet ein sparsamer Tablet-Chip lange Laufzeiten. Preis offen
Dell XPS 12Das 180-Grad-Schwenkdisplay mit 12,5 Zoll Größe scheint fragil, ist aber robust gebaut. 1,5 Kilo Gewicht sind für ein Subnotebook noch okay. Ab 1199 Euro
Lenovo Thinkpad TwistPer Drehgelenk im Deckel lässt sich das Touchdisplay umklappen und das nur zwei Zentimeter dicke 1,6-Kilo-Notebook als Tablet nutzen. Ab 1070 Euro

Wer den US-Dollar nur als eine unter vielen Währungen betrachtet, die mal mehr, mal weniger stark sind, hat den eigentlichen Wert des Dollar nicht begriffen. Er ist viel mehr als nur ein Zahlungsmittel. In ihm manifestiert sich der Aufstieg der USA von den Anfängen bis zur Supermacht. Schon um 1700 lief der Handel in den britischen Kolonien in Nordamerika mit Silbermünzen, die wegen ihrer Herkunft spanische Dollar genannt wurden. 1792, wenige Jahre nach Gründung der USA und ihrem Sieg im Unabhängigkeitskrieg, wurde der Dollar offizielle Währung. Seitdem hat er alle Stürme überstanden: den amerikanischen Bürgerkrieg, die Weltwirtschaftskrise, beide Weltkriege. Bis heute ist der Dollar die wichtigste Transaktionswährung der Welt. Auf den größten Märkten (Öl, Devisen) wird zuallererst gegen Dollar gerechnet. Top-Länder wie China haben riesige Reserven in Dollar angelegt.

Wer langfristig im Dollar investieren will, bekommt für amerikanische Staatsanleihen (etwa US912828NT32) bei Laufzeit bis 2020 derzeit 1,3 Prozent pro Jahr. Wegen der hohen Schulden (106 Prozent der Wirtschaftsleistung) und des Streits um die Haushaltspolitik hat Standard & Poor’s den USA die Top-Note AAA aberkannt. Das US-Justizministerium klagt zwar dagegen, eine Hochstufung ist aber nicht in Sicht.

Besser als Staatsanleihen sind Dollar-Anleihen, die nach wie vor mit AAA ausgestattet sind und sogar noch etwas mehr abwerfen: Anleihen des Softwareimperiums Microsoft, die bis 2020 knapp 2,2 Prozent Rendite bieten. Zum Nennwert ab 2000 Dollar (1500 Euro) sind die Anleihen an deutschen Börsen handelbar.

Anleihe-Info: Microsoft
Kurs (in Prozent)105,99
Kupon (in Prozent)3,00
Rendite (in Prozent)2,15
Laufzeit bis 1. Oktober 2020
WährungUS-Dollar
ISINUS594918AH79

Mit der Dominanz seines Windows-Betriebssystems, umfangreicher Standardsoftware und IT-Service ist Microsoft eines der erfolgreichsten Unternehmen aller Zeiten. Seit Microsoft 1986 an die Börse ging, kamen traumhafte Gewinne zustande. Die Nettorendite (Reingewinn vom Umsatz) stieg von anfänglich rund 20 Prozent auf gut 30 Prozent. Bis heute hat Microsoft einen Eigenkapitalberg von über 70 Milliarden Dollar angehäuft, allein mehr als 50 Milliarden an Cash.

Die beliebtesten Anlageprodukte

Natürlich, bei so viel Substanz und operativer Stärke könnte man gleich die Aktie (US5949181045) kaufen. Die wirft mit rund drei Prozent Dividendenrendite sogar mehr ab als Microsoft-Anleihen. Dennoch ist nicht sicher, ob die Aktie 2020 noch mindestens da steht, wo sie heute notiert. Ziemlich sicher aber ist, dass das Unternehmen dann seine Anleihen zu 100 Prozent zurücknimmt – und man dafür echte US-Dollar bekommt.

Zertifikattipp - Vossloh: Angreifer könnte sich weitere Anteile holen

Börsentitel als Kontraindikator
Der Aktionär vom 15. Januar 2013 Quelle: WirtschaftsWoche Online
Der Aktionär vom 6. Februar 2013 Quelle: WirtschaftsWoche Online
Focus Money vom 12. Februar 2013 Quelle: WirtschaftsWoche Online
Der Aktionär vom 13. Februar 2013 Quelle: WirtschaftsWoche Online
Barron's vom 4. Februar 2012 Quelle: WirtschaftsWoche Online
Börse Online vom 24. Januar 2013 Quelle: WirtschaftsWoche Online
Focus Money vom 30. Januar 2013 Quelle: WirtschaftsWoche Online

Heinz Hermann Thiele ist ein zäher Stratege. 1969 begann er beim angeschlagenen Bahntechniker Knorr, machte das Unternehmen nach der Sanierung Schritt für Schritt zum Weltmarktführer für Eisenbahnbremsen – und ist heute als Knorr-Eigentümer einer der reichsten Deutschen.

Sein jüngster Schachzug ist der Einstieg beim Konkurrenten Vossloh, an dem er seit November offiziell 25,14 Prozent hält. Vossloh ist mit 1,25 Milliarden Euro Jahresumsatz nur ein Drittel so groß wie Knorr, beide würden sich aber zu einem Bahntechnikkonzern mit fünf Milliarden Euro Jahresumsatz ergänzen. Möglich wäre auch, dass Thiele Teile von Vossloh verkauft. Eine Sperrminorität hat der Angreifer schon. Thiele kann also unternehmerische Entscheidungen blockieren. Zudem dürfte er auf der Hauptversammlung Ende Mai bei der Besetzung des Aufsichtsrats ein Wort mitreden. Um Vossloh wirklich in die Hand zu bekommen, müsste er nicht nur vom freien Markt weiter zukaufen, sondern vor allem von den Vossloh-Familienaktionären. Die halten 34 Prozent, sind aber mit mehr als 100 Mitgliedern kein geschlossener Block.

Zug um Zug
Anlage- und Hebelpapiere für einen weiteren Anstieg der Vossloh-Aktie (Kurs aktuell 79,30 Euro)
Discount für AnlegerLongzertifikat für Spekulanten
Kurs (Euro)71,802,70
Stoppkurs (Euro)61,032,16
Funktion9,5 Prozent Rabatt, begrenzt dafür bei 80 Euro (plus 11,4 Prozent) den Gewinn; Laufzeit bis 20. März 2014; geeignet für eine stabile Seitwärtsbewegung der AktieVerstärkt den Kursanstieg der Aktie mit dreifachem Hebel; Beispiel: Steigt Vossloh um 10 Prozent, legt das Zertifikat um rund 30 Prozent zu; Achtung: Totalverlust, wenn die Aktie unter die Basisschwelle (aktuell 52,32 Euro) des Zertifikats sinkt
Kauf-Verkaufs-Spanne0,2 Prozent1,1 Prozent
Emittentin (Ausfallprämie)Deutsche Bank (1,8 Prozent = mittleres Ausfallrisiko)HSBC Trinkaus (1,2 Prozent = mittleres Ausfallrisiko)
ISINDE000DX40G95DE000TB7R204
Chance/Risiko6/510/9
Quelle: Thomson Reuters, Bloomberg

Dass das operative Geschäft von Vossloh derzeit auf der Stelle tritt (2013 soll der Umsatz marginal steigen, der Gewinn stagnieren) und das Unternehmen eine Klage von der Deutschen Bahn am Bein hat (weil es im Rahmen eines Kartells zu hohe Preise verlangte), könnte den einen oder anderen Familienaktionär ins Grübeln bringen; vor allem, wenn Thiele ein gutes Angebot machen sollte.

Vossloh-Aktien sind eine Übernahmespekulation, die sich mit Zertifikaten zuspitzen lässt: Hebelpapiere für einen deutlichen Kursanstieg; mit Discounts sind Gewinne möglich, auch wenn die Aktie auf der Stelle tritt.

Fondstipp - First Private Euro Dividenden Staufer: Steuererhöhung könnte Italo-Papieren zusetzen

First Private Euro Dividenden Staufer

Die Pattsituation nach den italienischen Parlamentswahlen hat die Aktienmärkte weltweit geschockt. Knapp neun Prozent verlor der italienische Leitindex MIB am Dienstag nach der Wahl, die Schockwellen reichten bis nach Japan, wo der Nikkei zwei Prozent nachgab. Der zehn- prozentige Italienanteil im Euro Stoxx 50 bescherte dem Leitindex mit den 50 größten Unternehmen aus dem Euro-Land ein Minus von drei Prozent. Die Fondsmanager der Euro-Land-Aktienfonds hatten im Schnitt zwar nur sieben Prozent italienische Papiere im Portfolio. Ein Entkommen gab es aber kaum: Aktionäre nahmen auch Spanien als südeuropäischen Schuldenstaat in Sippenhaft.

Was Fondskäufer wissen sollten

Der mit 17 Prozent des Fondsvermögens mit am stärksten in Italien investierte First-Private-Aktienfonds hielt sich stabil. Italienische Banken wie UniCredit und Intesa, die an einem Tag fast 17 Prozent verloren hatten, gehören nicht zum Portfolio. Die einzige Bank im Fonds ist derzeit die Banca Generali, die das Geschäft mit vermögenden Privatkunden vor allem im reichen Norden Italiens betreibt. „Italienische Privathaushalte zählen zu den vermögendsten weltweit, und die Bank kann ihr verwaltetes Geld noch immer steigern“, sagt Fondsmanager Sebastian Müller. Zudem lockt ihn die hohe Dividendenrendite von sechs Prozent. Sein computergestützter Auswahlprozess filtert Aktien nach einer Vielzahl von Kriterien, darunter auch die Verschuldung und die Ertragsentwicklung.

Börse



„Italienische Regierungen waren nie stabil, das ist für die Unternehmen nicht ungewöhnlich“, sagt Müller. Zudem macht der Ölmulti Eni, den er im Portfolio hält, weniger als ein Drittel der Umsätze in Italien. Würden dort allerdings künftig die Steuern stark erhöht, um die Staatsschulden abzubauen, könnte das zum Aktienverkauf führen. „Es würde die Gewinnerwartung der Unternehmen beeinflussen, und eine Kürzung der Dividende wäre wahrscheinlich“, sagt Müller. Noch ist es nicht so weit, und da er keine Staatspleite erwartet, gibt es für ihn keinen Grund an den Auswahlkriterien des Modells etwas zu ändern und damit auf Titel zu verzichten wie den Pharmawert Recordati, die Lottogesellschaft Lottomatica oder den Mautkassierer Atlantia.

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