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Aktien, Anleihen, Zertifikate, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Warum Anleger mit der Aktie des Tabakverarbeiters Universal Corporation vorne liegen oder sich Irland-Anleihen lohnen könnten. Aktien, Anleihen, Zertifikate und Fonds für die private Geldanlage.

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Kursverlauf der Universal-Corporation-Aktie

Aktientipp - Universal Corporation: 50 Cent vom Tabakhändler aus Virginia

Gut 20 Prozent vorne liegen Anleger mit der Aktie der Universal Corporation, einem weltweit führenden Händler und Verarbeiter von Rohtabak. Zwischenzeitlich konnten zwei Quartalsdividenden vereinnahmt werden. Die nächste Ausschüttung wurde vom Aufsichtsrat bereits beschlossen. Wer die Aktie am 8. April besitzt, erhält am 13. Mai 50 Cent brutto. Das macht aufs Jahr 3,6 Prozent Rendite. Seit nunmehr 43 Jahren in Serie erhöht Universal die jährliche Ausschüttung.

Das Unternehmen entstand 1918 aus dem Zusammenschluss von sechs Tabakhändlern zur Universal Leaf Tobacco Company. Die Gesellschaft aus Richmond im US-Bundesstaat Virgina kauft bei Tabakbauern den Rohtabak ein, verarbeitet und lagert ihn und beliefert anschließend die Zigarettenhersteller. Das an der Börse mit 1,3 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen unterhält Betriebsanlagen in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Wie die Tabakbranche insgesamt bietet das Geschäft von Universal keine große Wachstumsfantasie, kann sich aber auf eine weitgehend stabile weltweite Nachfrage verlassen. Nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2012/13 (31. März) legte der Umsatz leicht zu auf 1,82 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn, der im Vorjahr durch einen einmaligen Abschreiber auf 66,3 Millionen Dollar gedrückt wurde, erreichte 106,7 Millionen Dollar.

Neben der ordentlichen Dividendenrendite überzeugt auch die günstige Substanzbewertung der Universal-Aktie. Das Unternehmen wird an der Börse nur zum 1,25-fachen Buchwert gehandelt.

Aktientipp - Andritz: Schwaben-Perle bringt Milliardenschub

Kursverlauf der Andritz-Aktie

Schon heute ist absehbar, dass der österreichische Industriekonzern Andritz in diesem Jahr einen Schub bei Umsatz und Gewinn machen wird. Hauptgrund dafür ist die Übernahme des schwäbischen Pressenherstellers Schuler, die soeben von den Kartellbehörden abgesegnet wurde.

Schuler ist für Andritz eine wertvolle Stärkung. Mit seinen Großpressen (für die Auto- und die Verpackungsindustrie) baut Andritz seinen bisher kleinen Geschäftsbereich Metall verarbeitende Maschinen aus. Zu den bisher dominierenden Kundenbranchen Papierindustrie und Wasserkraft kommt als Ausgleich eine dritte, davon unabhängige Sparte dazu. Zudem ist Schuler ein kerngesundes Unternehmen. Gerade kam ein wichtiger Großauftrag von deutschen Autoherstellern herein. Schuler allein dürfte mit mehr als 1,3 Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr das Andritz-Geschäftsvolumen von 5,2 Milliarden Euro auf mindestens 6,5 Milliarden anschwellen lassen. Und dabei ist Schuler rentabel. Schulers operative Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation zum Umsatz) ist mit 9,6 Prozent höher als die von Andritz (7,2 Prozent).

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Auch das bisherige Kerngeschäft von Andritz ist vielversprechend: Anlagen, Maschinen und Service für die Papier- und Faserindustrie (rund ein Drittel des Konzernumsatzes, Schuler mitgerechnet) profitieren vom Boom der südamerikanischen Holz- und Faserhersteller, der wiederum von der massiven Nachfrage aus China angetrieben wird. Im Geschäftsbereich Ausrüstungen für Wasserkraftwerke kamen 2012 trotz weltweiter Wirtschaftsberuhigung fast genauso viel Neuaufträge herein wie im Rekordjahr 2011. Jüngste Großaufträge (etwa Turbinen und Generatoren für das Wasserkraftwerk Muskrat Falls in Labrador in Kanada) sind ein gutes Vorzeichen für 2013.

Insgesamt dürfte Andritz dank stabiler eigener Geschäfte und der Perle Schuler in diesem Jahr netto mehr als 300 Millionen Euro verdienen. Das wäre etwa viermal so viel wie vor zehn Jahren und zugleich der höchste Gewinn in der 161-jährigen Geschichte des Unternehmens. Dank mehr als einer Milliarde Euro Cash sind weitere Zukäufe absehbar.

Anleihetipp - Irland: Weg ins Grüne

Bei diesen Aktien steigt die Dividende

Nach dem Zusammenbruch seiner Immobilienwirtschaft und seiner Banken wurde Irland mit 68 Milliarden Euro Hilfen von der EU und dem IWF vor der Staatspleite gerettet. Nun, gut drei Jahre später, zeichnet sich ab, dass Irland als erster der europäischen Krisenstaaten bald wieder auf eigenen Füßen stehen könnte. Mit jährlichen Renditen von drei bis vier Prozent sind irische Staatsanleihen ein verlockendes Angebot.

Im vergangenen Jahr legte die irische Wirtschaft um rund ein Prozent zu, für 2013 rechnet der IWF mit 1,1 Prozent Wachstum. Dass zuletzt sogar die Arbeitslosigkeit leicht zurückging, dürfte helfen, nach dem Export die Binnenwirtschaft zu stabilisieren.

Dank Steuererhöhungen und Einsparungen konnte das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr auf acht Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden. Das ist zwar noch weit entfernt von dem Ziel, 2015 unter drei Prozent zu kommen; aber bisher hat Irland seine Vorgaben immer planmäßig erfüllt.

Anleihe-Info: Irland
Kurs (in Prozent) 104,65
Kupon (in Prozent) 4,50
Rendite (in Prozent) 3,75
Laufzeit bis 18. April 2020
WährungEuro
ISINIE0034074488

Ein Meilenstein war die Fristverlängerung, die Irland im Februar für die Altlasten seiner notleidenden Banken durchdrückte. Dabei übernahm die irische Notenbank einen Schuldschein des irischen Staates von 25 Milliarden Euro und wandelte ihn in Staatsanleihen um. Deren durchschnittliche Laufzeit ist mit 34 Jahren viermal so lang wie die bisherige Frist. Als Folge muss Irland in den nächsten Jahren weniger neue Schulden aufnehmen.

Auch bei der Rückzahlung der Hilfen an die EU und den IWF wird derzeit über Fristverlängerungen diskutiert. Irland soll damit die selbstständige Finanzierung (durch die noch in diesem Jahr mögliche Ausgabe neuer Staatsanleihen) erleichtert werden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat vor Kurzem den Ausblick für Irland von „negativ“ auf „stabil“ angehoben und das Rating bestätigt, das mit BBB+ sogar schon im Investmentbereich liegt.

Was Sie über Gold wissen sollten

Dennoch, ein Selbstläufer ist die irische Erholung nicht. Zum einen besteht die Gefahr, dass Preisrückgänge am Immobilienmarkt neue Hilfsaktionen für Banken notwendig machen. Zum anderen ist die irische Wirtschaft vom Export in andere europäische Länder abhängig. Sollte hier die Konjunktur abkippen, würde das auch Irland nach unten ziehen. Im Gegensatz zu S&P stuft Moody’s irische Staatsanleihen mit Ba1 als spekulativ ein, wenngleich hier mit der obersten Note.

Irische Staatsanleihen (etwa Papiere mit Laufzeit bis 2020 und 3,7 Prozent Jahresrendite) eignen sich als spekulative Depotergänzung. Ein Basisinvestment sind sie nicht.

Zertifikattipp - Nikkei-Index: Neue Mannschaft für die Aktienwende

Staatsfonds kapern die ganze Welt
Platz 15: International Petroleum Investment - VAEDer Staatsfonds der International Petroleum Investment Company in den Vereinigten Arabischen Emiraten verfügt über ein Vermögen von 65,3 Milliarden US-Dollar. Der Fonds wurde im Jahr 2006 gegründet, um Dubais Staatsunternehmen finanziell zu unterstützen. Dadurch soll die wirtschaftliche Entwicklung des Emirates vorangetrieben werden. Quelle: dpa
Platz 14: Investment Corporation of Dubai - VAEEin Staatsfonds aus Dubai. Der Investment Corporation of Dubai verwaltet insgesamt ein Vermögen von 70 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 13: Australian Future FundDer australische Staatsfonds Australian Future Fund verfügt über ein Vermögen von 83 Milliarden US-Dollar. Trotz eines BIP von mehr als einer Billionen US-Dollar, gehört der australische Staatsfonds zu einem der kleinsten Staatsfonds auf der Welt. Der Fonds wurde gegründet, um die künftigen Rentenzahlungen der australischen Beamten bedienen zu können. Quelle: AP
Platz 12: Qatar Investment AuthorityDas Vermögen des Staatsfonds der Qatar Investment Authority in Katar beläuft sich auf knapp 115 Milliarden US-Dollar. Seit der Gründung im Jahr 2005 kauft sich das Emirat über Fonds und Tochtergesellschaften bei Unternehmen weltweit ein. Quelle: rtr
Platz 11: National Social Security Fund - ChinaKnapp 135 Milliarden US-Dollar hat der chinesische National Social Security Fund unter Verwaltung. Seit dem Start im Jahr 2000 erwirtschaftete der Fonds, dank eines breit gestreuten Portfolios, eine konstant gute Rendite. Quelle: rtr
Platz 10: National Welfare Fund - RusslandDas Vermögen des russischen National Welfare Fund beläuft sich auf 149,7 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen stammen überwiegend aus Öl- und Gasgeschäften. Der Fonds investiert einen großen Teil des Geldes in Aktien und Anleihen. Darüber hinaus ist der Staatsfonds auch als Kreditgeber für den russischen Bankensektor aktiv. Quelle: dpa
Platz 9: Temasek Holdings - SingapurEin weiterer Staatsfonds Singapurs - diesmal der Temasek Holdings - verfügt über ein Vermögen von 157,5 Milliarden US-Dollar. Ziel des Fonds ist es, Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten mit Kapital zu unterstützen. Dadurch soll die wirtschaftliche Entwicklung des Stadtstaates vorangetrieben werden. Quelle: AP

Am 19. März wird Haruhiko Kuroda Chef der japanischen Notenbank – und er wird die Geldpolitik des Landes grundlegend verändern. Ganz im Sinne des im Dezember angetretenen Regierungschefs Shinzo Abe wird es eine Kombination aus Konjunkturpaketen und Inflationspolitik geben. Mit diesem neuen Mix versucht Japan, die Abwärtsspirale aus Wirtschaftsschrumpfung und deflationären Preisrückgängen zu durchbrechen. Am Aktienmarkt keimt nach über zwei Jahrzehnten Baisse die Hoffnung auf die große Wende.

Angelpunkt dafür ist die neue Richtung des Yen. Nachdem sich die japanische Währung gegenüber dem Dollar in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt hat, dreht sie nun scharf nach unten ab. Zugute kommt das vor allem den großen japanischen Unternehmen, die überwiegend vom Export abhängen. Außerdem wird die neue Inflationspolitik das Sparen unattraktiver machen. Damit sollen die Japaner dazu motiviert werden, mehr zu konsumieren. Immerhin, im Januar kletterte die Industrieproduktion um ein Prozent über Vorjahresstand; im Februar wird ebenfalls mit einem Anstieg gerechnet. Für das im April beginnende neue Wirtschaftsjahr ist die Regierung optimistisch und kalkuliert mit 2,5 Prozent Wachstum.

Favoriten für die Japan-Rally
Anlage- und Hebelpapiere für einen weiteren Anstieg des japanischen Aktienindex Nikkei (aktuell 12.030 Punkte)
Indexzertifikat für AnlegerFaktorzertifikat für Spekulanten
Kurs (Euro)11,95158,50
Stoppkurs (Euro)10,17122,40
Funktionläuft dank eingebauter Währungssicherung genau wie der Aktienindex; jedes Zertifikat macht einen tausendsten Teil des Nikkei aus; keine Laufzeitgrenzeverstärkt die täglichen Kursbewegungen des Index etwa mit vierfachem Hebel; Beispiel: Steigt der Nikkei um zwei Prozent, gewinnt das Zertifikat acht Prozent; keine aufzeitgrenze, kein Knockout, aber Verlustrisiko in Seitwärtsbörsen
Kauf-Verkaufs-Spanne0,1 Prozent0,4 Prozent
Emittentin (Ausfallprämie)DZ Bank (0,8 Prozent = geringes Ausfallrisiko)Commerzbank (2,2 Prozent = erhöhtes Ausfallrisiko)
ISINDE000DZ2NX75DE000CZ34KD0
Chance/Risiko7/510/9
Quelle: Thomson Reuters, Bloomberg; Stand: 07.03.2013

Gehen diese Hoffnungen auf, dürften die Gewinne der börsennotierten japanischen Unternehmen im neuen Fiskaljahr deutlicher als von Analysten bisher erwartet steigen. Dass sie auch dann noch höher bewertet sind als Dax-Papiere und das Land nach wie vor einen immensen Schuldenberg abzutragen hat, gibt dem aussichtsreichen Japan-Investment eine spekulative Note.

Fondstipp - ING Sustaiable Equities: Schiefergasförderer in Ökoportfolios}

Kursverlauf ING Sustainable Equities

Auch Ökofreaks und Philanthropen müssen Geld anlegen. Sie landen meist bei Investmentfonds, die prüfen, ob Unternehmen hohe ökologische und soziale Standards einhalten. Deren Fondsmanager mischen sich zudem als Aktionäre ein, wenn die Unternehmen die Standards missachten und dadurch der wirtschaftliche Erfolg beeinträchtigt wird. Portfolios wie der ING Sustainable Equities schließen Waffenhersteller, Atomenergie, Tabakverarbeiter, Anbieter von Glücksspiel und Pornografie aus. Unternehmen, die Menschenrechte verletzen, Kinderarbeit oder Diktatoren unterstützten, wollen sie meiden. Fondsmanager Hendrik-Jan Boer wählt die fortschrittlichsten Unternehmen einer Branche, dadurch kommt nur etwa die Hälfte der Aktien aus dem Aktienindex MSCI Welt für Investments infrage. Anders als Aktienindizes wie Dow Jones Sustainability World verlässt sich Boer nicht allein auf Unternehmensangaben zur Nachhaltigkeit, sondern verfolgt aktuelle Meldungen. „Wenn sie etwas anderes machen, als sie sagen und schreiben, verkaufen wir die Aktie.“

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Den Ölförderer BP hatte Boer bereits 2005 verkauft – also lange vor der Katastrophe mit der Bohrinsel Deepwater Horizon. Die Börse bestraft den Ökosünder noch immer: „Der Kurs steigt nicht, weil der Ruf ruiniert ist“, sagt Boer. Sein Fonds ist trotzdem für Ökofundamentalisten nicht geeignet. Im Portfolio hält er nämlich auch Öl- und Gashersteller wie BG Group, Devon Energy, Occidental und Marathon, die unter anderem die Förderung von Schiefergas mit dem sogenannten Fracking betreiben.

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Dazu werden Wasser und Chemikalien ins Gestein gepumpt, damit das Gas durch die entstandenen Risse austreten kann. Das Verfahren ist wegen der Umweltgefahren umstritten. Boer hält die Risiken für vertretbar, vorausgesetzt, die Unternehmen setzten kompetente Mitarbeiter ein, die verantwortungsvoll handelten. In den USA sei es üblich, dass man dem Markt das Geschäft überlasse und erst eingreife, wenn ein Unfall passiert sei, meint Boer. Den Gasförderern aus seinem Fonds traut er zu, dass sie Sicherheitsstandards einhalten. In großem Stil will Polen Fracking betreiben. „Das Land hat bei Kohlekraftwerken aber kein Umweltbewusstsein gezeigt“, sagt Boer.

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