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Aktien, Anleihen, Zertifikate, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Auch wenn derzeit skeptische Kommentare zu Daimler dominieren, sind die weiteren Aussichten nicht schlecht. Die neue S-Klasse soll jetzt der Aktie zugutekommen.

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Kursverlauf der Daimler-Aktie

Aktientipp - Daimler: Die Aufholjagd ist erfolgreich gestartet

Das beste Auto der Welt, wie Daimler selbstbewusst seine S-Klasse nennt, muss auch wirtschaftlich ein Erfolg werden. Denn nirgends können die Stuttgarter so anschaulich beweisen, dass sie führende Fahrzeugtechnik, Wünsche der Käufer und effiziente Produktion in einem Fahrzeug vereinen können wie bei ihrer neuen Luxuslimousine. Auszahlen wird sich das vor allem auf den wichtigen internationalen Automärkten: 40 Prozent der neuen S-Klasse dürften nach China gehen, 20 Prozent in die USA.

Auch wenn derzeit skeptische Kommentare zu Daimler dominieren (über den Rückstand zu BMW oder Audi, zu umweltschädlichem Kühlmittel), die weiteren Aussichten sind nicht schlecht. Bei der Kernmarke Mercedes hat die kompakte A-Klasse einen flotten Start erwischt und dürfte in den nächsten Jahren gutes Geld einfahren. Die umsatzstarke, mittlere E-Klasse wurde schneller als erwartet renoviert. Im wichtigen SUV-Segment geht der kompakte GLA ins Rennen, nächstes Jahr kommt die neue C-Klasse. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Daimler 694 433 Autos verkauft. Das waren 6,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Juni lag das Plus mit 8,3 Prozent sogar noch höher.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Entscheidend für die nachhaltige Erholung von Daimler wird das Nutzfahrzeuggeschäft, das fast 40 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert. Nach der Schwäche der vergangenen Monate zeichnet sich hier eine Stabilisierung ab. Seit einigen Monaten hat Hoffnungsträger Wolfgang Bernhard das Steuer in der Hand, der die bisher eingeleiteten Sparmaßnahmen mit Nachdruck umsetzen dürfte. Immerhin, von Januar bis Mai kamen schon einmal zwölf Prozent mehr Bestellungen für neue Fahrzeuge herein.

Weil Daimler aus dem Verkauf seiner Anteile am Luftfahrtkonzern EADS 3,2 Milliarden Euro an Sondereinnahmen einstreichen konnte, sprang der Gewinn vor Zinsen und Steuern im zweiten Quartal auf 5,2 Milliarden Euro. Der einmalige Geldsegen wird in Investitionen für neue Mercedes-Modelle fließen und gibt Sicherheit, dass Daimler die Dividende wenigstens stabil hält: Bleibt es bei 2,20 Euro je Aktie wären das dann 4,2 Prozent Dividendenrendite.

Aktientipp - Maschinenfabrik Berthold Hermie: Kaufen und lange liegen lassen

Kursverlauf Maschinenfabrik Berthold Hermle

Es ist ein Segen für den Privatanleger, dass es sie noch gibt: Aktien, deren Kurse nicht abhängig sind von irgendwelchen Schätzzahlen zur Konjunktur in Sezuan. Die nicht wild hin und her gehandelt werden, weil ein Mathematiker einen Börsenalgorithmus für den Hochfrequenzhandel programmiert hat. Die für Hedgefonds abschreckend sind, weil zu wenig gehandelt werden.

Zu diesen Papieren zählt die Aktie der Maschinenfabrik Berthold Hermle. Das Gosheimer Unternehmen (Schwäbische Alb) produziert und vertreibt komplexe Fräs- und Bohrmaschinen und Zentren für die Bearbeitung von Werkzeugen, Formen und Serienteilen. 2012 blieben bei knapp 303 Millionen Euro Umsatz 46 Millionen Euro Nettogewinn übrig – jeweils mehr als zwölf Prozent plus gegenüber dem Vorjahr. Mittelzuflüsse und Eigenkapital legten jeweils um gut elf Prozent zu. Die Eigenkapitalquote liegt bei 71 Prozent, und die Schwaben finanzieren nicht auf Pump, sondern über eine Nettoliquidität von zuletzt gut 94 Millionen Euro.

Kuriose Börsenpannen

Unbeirrt von sich weltweit abschwächender Konjunktur behauptet sich Hermle auch in diesem Jahr. Von Januar bis März stiegen die Bestellungen um 39,8 Prozent auf 101,6 Millionen Euro, getrieben von einer enormen Auslandsnachfrage. Der Kurs der Vorzugsaktie kam in den vergangenen drei Wochen ordentlich zurück, auch weil Hermle je Aktie 85 Cent ordentliche und 7,20 Euro Bonus-Dividende ausgeschüttet hatte. Daran gemessen liegt die Ausschüttungsrendite bei 5,8 Prozent. Für die Aktie (Börsenwert: 692 Millionen Euro) gilt auch deshalb weiterhin: kaufen und liegen lassen – und zwar lange.

ETF/Zertifikattipp - US-Staatspapiere: Kleiner Einsatz für die große Zinswende

Was seit Jahresbeginn aus 100.000 Euro geworden ist
Silber62.510 EuroZu den größten Geldvernichtern gehörte die Anlage in Silber. Hätte man am 1. Januar 2013 100.000 Euro in Silber investiert, wäre das Investment am Ende des ersten Halbjahres nur noch 62.510 Euro wert. Silber gilt nicht nur als Schmuck- und Anlagemöglichkeit, sondern ist auch ein wichtiges Industriemetall. Schlechte Konjunkturnachrichten aus China ließen deshalb auch den Silberpreis fallen. Zudem belastete auch der Preisverfall bei Gold den Silberpreis. (Quelle: Handelsblatt, Ergebnisse gerundet, ohne Steuern und ohne Kosten für Wertpapierverkauf.)Stand: 30.06.2013 Quelle: dpa
Brasilianische Aktien73.320 EuroGroßveranstaltungen spalten das Land. Die horrenden Kosten für die Fußball-WM und die Olympischen Spiele, die in dem Land ausgetragen werden sollen, verärgern die Bevölkerung. Zumal die Regierung auf der anderen Seite die Kosten für den Nahverkehr erhöht. Brasilien erlebt 2013 einen Wachstumseinbruch. Bis Mai 2013 wuchs die Wirtschaftskraft gerade mal um 0,6 Prozent, gleichzeitig stieg die Inflationsrate auf 6,5 Prozent und die Lebensmittelpreise um 13 Prozent. Das machte brasilianische Aktien unattraktiv. Quelle: dpa
Gold74.490 EuroDer Goldpreis hat eine Talfahrt hinter sich wie lange nicht mehr. Der Preis pro Feinunze fiel sogar unter die Marke von 1.200 Dollar. An dem Edelmetall scheiden sich die Geister. Während einige Experten die mehr als 10-jährige Goldrally für beendet erklären, halten andere an ihrem Investment in Gold fest. Egal wie man die weiteren Aussichten für Gold bewertet, 2013 war es kein gutes Investment. Quelle: dpa
Namibische Aktien75.850 EuroNamibias Wirtschaft besteht zu 20 Prozent aus Bergbau. Neben Diamanten und Gold werden auch Industriemetalle wie Kupfer gefördert. Zwar gehört Namibia zu den reicheren Ländern Afrikas, hat aber eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Die sinkende Nachfrage von Rohstoffen belastet auch Namibias Unternehmen. Namibische Aktien haben im ersten Halbjahr somit aus 100.000 Euro 75.850 Euro gemacht. Quelle: dpa
Russische Aktien83.690 EuroHätte man sein Geld in russische Aktien an der Micex investiert, wäre man nicht gut gefahren. Nicht nur die Proteste gegen die Regierung, sondern auch die stotternde Wirtschaft belasten das Land. Russland ist der größte Energieproduzent der Welt. Doch außer der Energiesparte kann das Land wenig vorweisen. Russische Aktien gelten bei Investoren als unattraktiv, weil das Land mit zu vielen politischen Unsicherheiten belastet ist. Quelle: AP
Südafrikanische Aktien84.720 EuroBei der berühmten BRICS-Strategie steht das S für Südafrika. Investoren steckten viel Hoffnung in das aufstrebende Land. 2013 enttäuschte der Aktienmarkt jedoch. Während die Indizes der Industrieländer kletterten, ging es für die meisten Emerging Markets abwärts. Quelle: dpa
Kupfer85.940 EuroAnleger kündigen Rohstoffen die Treue. Das gilt auch für Kupfer. Das Industriemetall wird vor allem von China, dem rohstoffhungrigsten Land, nachgefragt. Jede Meldung über ein langsameres Wirtschaftswachstum Chinas belastete damit den Kupferpreis. Quelle: dpa

Ben Bernanke gibt sich salomonisch: Einerseits will der Chef der US-Notenbank Anleihekäufe durch den Staat drosseln und damit die Renditen am Kapitalmarkt nicht noch weiter drücken; andererseits verspricht er, auf absehbare Zeit an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, solange die US-Wirtschaft auf die Hilfe per niedrigen Zinsen angewiesen ist.

Wann und wie stark die US-Renditen die Zinswende nach oben einschlagen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Nach 32 Jahren Zinsrückgang (zehnjährige amerikanische Staatsanleihen markierten mit 15,8 Prozent 1981 die Spitze) und einer etwas stabileren Wirtschaft dürften die Renditen eher nach oben als nach unten tendieren. Wenn Zinsen steigen, sinken die Notierungen der Anleihen, die schon am Markt sind – schließlich sind die Papiere mit den bisherigen (niedrigeren) Kupons dann weniger interessant. Von Anfang Mai bis Anfang Juli etwa kletterten die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen von 1,6 Prozent auf 2,7 Prozent. Die Notierungen der Anleihen sanken gleichzeitig von 133 Prozent auf 124 Prozent. Aktuell haben sich die Notierungen der zehnjährigen Treasuries um 127 Prozent eingependelt, die Renditen liegen bei 2,5 Prozent.

Wetten auf steigende US-Zinsen
Indexfonds und Faktorzertifikat, die von anziehenden Renditen bei US-Staatsanleihen profitieren. Bei Notierungen von 127 Prozent bringen Treasuries mit zehn Jahren Restlaufzeit derzeit 2,5 Prozent Jahresrendite.
Short-ETFShortzertifikat
Kurs (Euro)7,547,57
Stoppkurs (Euro)6,405,68
FunktionWandelt tägliche Kursverluste amerikanischer Staatsanleihen in doppelt so hohe Gewinne um; Achtung: Vorübergehende Kursschwankungen können zu unterdurchschnittlichen Zuwächsen führen; geeignet für ein Szenario nachhaltig sinkender Anleihekurse (gleich steigende US-Zinsen)Wandelt Kursverluste amerikanischer Staatsanleihen derzeit mit zwölffachem Hebel in Gewinne um; Achtung: Steigen die Notierungen von US-Treasuries bis zum Basispreis (aktuell 137,01) oder höher, droht Totalverlust; nur zur Spekulation geeignet
HerausgeberinDeutsche BankHSBC Trinkaus
ISINLU0616016605DE000TB3XWX7
Chance/Risiko8/710/10
Quelle: Thomson Reuters; Stand: 18.7.2013

Wer steigende Renditen erwartet, braucht Finanzinstrumente, die von sinkenden Treasury-Kursen profitieren. Dafür kommen Short-ETFs und Shortzertifikate infrage. Das Problem: Bleiben die Zinsen längere Zeit auf niedrigem Niveau, kommt es bei ETFs und bei Zertifikaten zu leichten Verlusten. Das ist der Preis dafür, mit kleinem Einsatz auf die große Zinswende wetten zu dürfen.

Anleihetipp - Deutsche Post: Kein Ende der Welt

Die besten und miserabelsten Fonds seit Jahresbeginn
Aktien Japan NebenwerteAktienfonds führen die Liste der Fondsbilanz 2013 an. Im ersten Halbjahr fuhren Fonds, die in kleinere japanische Unternehmen investiert waren, dabei die größten Erträge ein. Das errechnete das Fondsanalysehaus Feri EuroRating für das Handelsblatt. Vor allem die massive Abwertung des Yen half den exportstarken japanischen Unternehmen. Der beste Fonds in dieser Kategorie war der „BGF Japan Small & MidCap Opportunities“ mit einer Performance von 40,7 Prozent. Halbjahresbilanz 2013: + 18,86 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 6,74 Prozent Quelle: dpa
Aktien Gesundheitswesen WeltDie Menschen werden immer älter, die Ausgaben fürs Gesundheitswesen steigen. Unternehmensaktien aus dem Gesundheitswesen bescherten ihren Anleger mit die üppigsten Gewinne. Ein Trend, der schon mehrere Jahre anhält: Pro Jahr legte die Kategorie im Fünf-Jahres-Durchschnitt um mehr als elf Prozent zu. Der „JP Morgan Global Healthcare“ Fonds führte die Kategorie mit einem Plus von 28,3 Prozent an. Halbjahresbilanz: + 17,23 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 11,38 Prozent Quelle: dpa
Aktien JapanDie Geldflut der Bank of Japan ließ die Kurse japanischer Aktien klettern. Auch US-Notenbankchef Ben Bernanke konnte die Rally nur kurz aufhalten. Nach seiner Aussage zum möglichen Ende der lockeren Geldpolitik gaben die Kurse zwar kurz nach, stiegen im Juni aber wieder um gut zehn Prozent. Allein die Sony-Aktie hat im ersten Halbjahr um mehr als 100 Prozent zugelegt. Mit einer Performance von rund 30 Prozent führte diese Kategorie der Fonds „Atlantis Japan Opportunities“ an. Halbjahresbilanz: + 16,53 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 2,85 Prozent Quelle: dpa
Aktien NordamerikaDie lockere Geldpolitik der US-Notenbank trieb nordamerikanische Aktien auf neue Höchststände. Der Dow Jones konnte im ersten Halbjahr erstmals die 15.000-Punkte-Marke knacken. Auch für einen alten Börsenliebling ging es um gut 30 Prozent bergauf: Google. Für den Börsenstar Apple ging es dagegen um gut 20 Prozent bergab. Der beste Fonds in dieser Kategorie war der „Legg Mason Capital Management Opportunity“ mit einem Plus von 31,6 Prozent. Halbjahresbilanz: + 13,89 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 8,06 Prozent Quelle: AP
Aktien Deutschland NebenwerteDer MDax hat mit einer Performance von rund 15 Prozent deutlich mehr zugelegt als der Dax. So konnten auch die Kurse von Fonds, die auf deutsche Nebenwerte gesetzt hatten, im Schnitt um mehr als zehn Prozent ansteigen. Allerdings ist ein Investment in kleinere Unternehmen auch riskanter, da diese wegen ihrer schmalen Produktpalette sehr konjunkturanfällig sind. Der „Credit Suisse Equities Small & MidCap Germany“ führte die Kategorie mit einer Performance von 15,75 Prozent an. Halbjahresbilanz: + 10,49 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 7,5 Prozent Quelle: dpa
Aktien Nachhaltigkeit/Ethik WeltNachhaltigkeit und „Grünes Wirtschaften“ liegen im Trend. Unternehmen stellen immer häufiger ihr nachhaltiges Handeln zur Schau. Der Wunsch nach „Green Economy“ ließ Unternehmensaktien aus dem Nachhaltigkeitssektor kräftig steigen. Als Beispiel dafür ist die Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex: Ein Plus von mehr als 80 Prozent seit Jahresbeginn steht hier zu Buche. Der beste Fonds in diesem Sektor war der „Meridio Funds Green Balance“ mit einem Plus von 18,18 Prozent. Halbjahresbilanz: + 9,19 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: 1,69 Prozent Quelle: AP/dapd
Aktien Europa NebenwerteNicht ganz so gut wie für die deutschen Nebenwerte lief es für die europäischen Mid- und Small-Caps. Aber immerhin: Trotz aufflammender Euro-Krise, Problemen in den Peripherie-Ländern und mauer Konjunktur, konnten Fonds, die auf kleine europäische Unternehmen setzen, mehr als sieben Prozent zulegen. Der Fonds mit der besten Performance war der „Alken Fund - Small Cap Europe“ mit einem Plus von 17,16 Prozent. Halbjahresbilanz: + 7,43 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 3,78 Prozent Quelle: AP/dapd

Richtig rund läuft es wieder am Markt für Bundespapiere. So ist die Umlaufrendite öffentlicher inländischer Anleihen seit Anfang Juli um 0,2 Prozentpunkte zurückgekommen. Diejenigen, die nach einem Anstieg seit Anfang Mai von 1,0 auf 1,5 Prozent schon das Ende der Welt vorhersagten, müssen sich möglicherweise erneut revidieren. Anleger sollten sich nicht irre machen lassen: Dieser Anstieg ist keine Kursveränderung von minus 50 Prozent gewesen, wie gerne suggeriert wird; genauso wenig wie der Schwung von 1,5 auf rund 1,3 Prozent in den letzten zwei, drei Wochen kein Kursplus von 13 Prozent gebracht hat. Wenn die Mehrwertsteuer von 19 auf 20 Prozent stiege, würden Waren ja auch nicht um gut fünf Prozent teurer, sondern nur um 0,84 Prozent.

Selbstverständlich bringen angesichts des niedrigen Zinsniveaus aber schon verhältnismäßig kleine Veränderungen ordentliche Kursaufschläge (Renditen fallen) oder Kursabschläge (Renditen steigen) mit sich. Wer bis zum Laufzeitende durchhält, dem sind solche Überlegungen aber grundsätzlich egal. Hält er ein Papier, das nicht ausfällt, gibt es 100 Prozent des Nominalwertes zurück.

Anleihe-Info: Deutsche Post
Kurs (in Prozent)99,29
Kupon (in Prozent)1,85
Rendite (in Prozent) 1,99
Laufzeit bis11. Dezember 2020
Währung Euro
ISIN XS0862941506

Dumm nur, wenn über die Laufzeit die Zinsen stark gestiegen sind und man besser später gekauft hätte. Doch wer später kauft, ist früher arm – schaut man in den Rückspiegel, sind vor allem diejenigen gekniffen, die statt langlaufender Anleihen Kurzinvestments wie Tagesgeld bevorzugt haben. Rund doppelt so viel Ertrag wie eine gleich lang laufende Anleihe des Bundes bringt aktuell ein Papier der Deutschen Post bis Ende 2020. Allerdings sind doppelt so viel auch nur knapp zwei Prozent Rendite pro Jahr. Die Bonner sind mit noch rund 2,3 Milliarden Euro Nettofinanzschulden inzwischen gut unterwegs.

Börse



Allerdings klafft dazu eine Lücke von rund 2,5 Milliarden Euro bei den Pensionsrückstellungen. Deshalb verpasst die Ratingagentur Standard & Poor’s der Post auch nur eine Bonitätsnote von BBB+, die achtbeste Einstufung. Selbst das fehlende Pensionskapital eingerechnet, würde die Post, gemessen am letztjährigen Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Amortisation (Ebitda), aber nur fünf Quartale benötigen, um eine Deckung hinzubekommen. Das ist eine gute Quote. Für Anleger geht die Rechnung auf, sollten die Zinsen nicht deutlich steigen – dagegen kann man sich auch versichern (siehe links). Angesichts billionenschwerer Zombie-Banken ist auch ein Deflationsschock drin – Post-Anleihen legten dann deutlich zu.

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