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Aktien, Anleihen, Zertifikate, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Fondstipp - ING Sustaiable Equities: Schiefergasförderer in Ökoportfolios}

Kursverlauf ING Sustainable Equities

Auch Ökofreaks und Philanthropen müssen Geld anlegen. Sie landen meist bei Investmentfonds, die prüfen, ob Unternehmen hohe ökologische und soziale Standards einhalten. Deren Fondsmanager mischen sich zudem als Aktionäre ein, wenn die Unternehmen die Standards missachten und dadurch der wirtschaftliche Erfolg beeinträchtigt wird. Portfolios wie der ING Sustainable Equities schließen Waffenhersteller, Atomenergie, Tabakverarbeiter, Anbieter von Glücksspiel und Pornografie aus. Unternehmen, die Menschenrechte verletzen, Kinderarbeit oder Diktatoren unterstützten, wollen sie meiden. Fondsmanager Hendrik-Jan Boer wählt die fortschrittlichsten Unternehmen einer Branche, dadurch kommt nur etwa die Hälfte der Aktien aus dem Aktienindex MSCI Welt für Investments infrage. Anders als Aktienindizes wie Dow Jones Sustainability World verlässt sich Boer nicht allein auf Unternehmensangaben zur Nachhaltigkeit, sondern verfolgt aktuelle Meldungen. „Wenn sie etwas anderes machen, als sie sagen und schreiben, verkaufen wir die Aktie.“

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Den Ölförderer BP hatte Boer bereits 2005 verkauft – also lange vor der Katastrophe mit der Bohrinsel Deepwater Horizon. Die Börse bestraft den Ökosünder noch immer: „Der Kurs steigt nicht, weil der Ruf ruiniert ist“, sagt Boer. Sein Fonds ist trotzdem für Ökofundamentalisten nicht geeignet. Im Portfolio hält er nämlich auch Öl- und Gashersteller wie BG Group, Devon Energy, Occidental und Marathon, die unter anderem die Förderung von Schiefergas mit dem sogenannten Fracking betreiben.

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Dazu werden Wasser und Chemikalien ins Gestein gepumpt, damit das Gas durch die entstandenen Risse austreten kann. Das Verfahren ist wegen der Umweltgefahren umstritten. Boer hält die Risiken für vertretbar, vorausgesetzt, die Unternehmen setzten kompetente Mitarbeiter ein, die verantwortungsvoll handelten. In den USA sei es üblich, dass man dem Markt das Geschäft überlasse und erst eingreife, wenn ein Unfall passiert sei, meint Boer. Den Gasförderern aus seinem Fonds traut er zu, dass sie Sicherheitsstandards einhalten. In großem Stil will Polen Fracking betreiben. „Das Land hat bei Kohlekraftwerken aber kein Umweltbewusstsein gezeigt“, sagt Boer.

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