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Aktien-Betrug Dreieinhalb Jahre Haft für Spekulanten nach Kursmanipulation

Über mehrere Jahre hat ein Deutsch-Brite ein Manöver vorbereitet, um die Kurse einer selbst gegründeten Aktiengesellschaft nach oben zu treiben. Nun gibt er sich geläutert.

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Ein Netzwerk von Spekulanten hat mit Kursmanipulationen Millionen gescheffelt. Quelle: dpa

Das Münchner Landgericht hat einen mittlerweile geläuterten Börsenspekulanten wegen krimineller Aktienkursmanipulation zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der 42 Jahre alte Deutsch-Brite hatte alle Vorwürfe gestanden und akzeptierte das Urteil am Mittwoch umstandslos, Rechtsmittel kann er nun nicht mehr einlegen. Ihm wird die in Indonesien unter menschenunwürdigen Umständen verbrachte Auslieferungshaft zu einem Drittel angerechnet.

Der Mann hatte 2007 ein aufwendiges Manöver gestartet: Er gründete eine Aktiengesellschaft namens Curcas Oil, um deren Kurse im Verein mit Börsenbrief-Ratgebern in die Höhe zu treiben und anschließend durch den Verkauf seiner Aktien Kasse zu machen. Der Nettogewinn belief sich nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf eine sechsstellige Summe. Der Vorsitzende Richter sprach von einem „hohen Maß an krimineller Energie“, da die verbotene Kursmanipulation großen Aufwand erforderte und über mehrere Jahre vorbereitet wurde.

Der Fall spielte sich im Dunstkreis eines Netzwerks von Spekulanten ab, die mit Kursmanipulationen Millionen scheffelten. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte vor einem Jahrzehnt zeitweilig gegen gut 30 Beschuldigte ermittelt. Mehrere andere Beteiligte wurden schon vor Jahren verurteilt, darunter ein ehedem prominenter TV-Börsenexperte. Dieser Komplize hatte in seinem Börsenbrief als neutrale Empfehlungen getarnte Reklame veröffentlicht, die er sich üppig bezahlen ließ.

Der Prozess gegen den in Wembley geborenen Spekulanten fand mit Verspätung statt, weil er sich der Justiz durch Flucht entzogen hatte: Er lebte in Singapur und wurde erst 2016 auf Bali gefasst. Auf der Ferieninsel verbrachte er 15 Monate in Untersuchungshaft, davon ein Jahr im berüchtigten Gefängnis Kerobokan, wo er eine winzige Zelle mit acht anderen Häftlingen teilte.

Vom ehemaligen Wohlstand ist ihm nichts geblieben. Das Gericht hatte keine Zweifel, dass der Mann auf Millionenschulden sitzt. Auch die Läuterung nahmen ihm die Richter ab: „Ich glaube, dass hier heute ein Anderer sitzt als zum Zeitpunkt der Taten“, sagte der Vorsitzende.

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