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Aktien-Check Deutsche Bank und Co. - was taugen Bankaktien?

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Politik als Kurstreiber

Banken-Aktien starten durch - Dax etwas schwächer

Mittlerweile sind es gerade im Bankensektor hauptsächlich politische Entscheidungen, die die Kurse befeuern oder fallen lassen. Ein Paradebeispiel für ein Politik-induziertes Kursfeuerwerk im Bankensektor erlebten Anleger am Montag. Nachdem der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht am Sonntag den Banken weltweit vier zusätzliche Jahre zum Aufbau eines Liquiditätspuffers eingeräumt hatte, schnellten die Börsenkurse der Institute vor allem in Europa in die Höhe. Zu Handelsbeginn gehörten Bank-Aktien europaweit zu den Favoriten der Investoren, Deutsche Bank und Commerzbank legten jeweils um mehr als drei Prozent zu.

Warum der Puffer die Kurse beflügelte

Die Liquiditätspuffer sollen schnelle Bankenpleiten verhindern. Damit den Instituten auch in Krisen das Geld nicht ausgeht, sollen sie einen Geld-Puffer für 30 Tage vorhalten. So bleiben Banken liquide, auch wenn die Kunden ihr Geld abziehen und die Kreditvergabe unter den Banken selber auch ins Stocken gerät. Da der Aufbau dieses Puffers gerade für Banken aus den südeuropäischen Krisenländern ein großer Kraftakt ist und viele Kapazitäten bindet, hat der Baseler Ausschuss die Frist verlängert. So soll vor allem der sich leise ankündigende Aufschwung nicht bedroht werden. Für die Banken bedeutet das nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr (freiwerdendes) Geld, was anderweitig angelegt werden kann.

Wo Investmentbanker gehen müssen
Royal Bank of ScotlandDer Vorstandschef der staatlich kontrollierten britischen Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) tritt ab. Stephen Hester werde seinen Posten zum Ende des Jahres räumen, teilte die Bank mit. „Der Verwaltungsrat ist der Meinung, dass ein ordentlicher Nachfolge-Prozess einem neuen Vorstandschef Zeit geben wird, den Privatisierungsprozess vorzubereiten und die Bank in die kommenden Jahre zu führen“, heißt es in einem Statement der RBS. Hester sei es nicht möglich gewesen, ein solches zeitlich unbegrenztes Bekenntnis abzugeben. Die Royal Bank of Scotland gehört zu rund 80 Prozent dem britischen Steuerzahler. Ihre Reprivatisierung gilt als eines der heißesten Eisen in der britischen Regierungspolitik. Quelle: dpa
Goldman SachsBedrohte Stellen: unbekannt Die US-Investmentbank steht offenbar noch in dieser Woche vor einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Dabei werde das Aktienhandelsgeschäft diesmal wohl stärker betroffen sein als die im vergangenen Jahr kräftiger gestutzte Sparte für festverzinsliche Papiere, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Das Geldhaus von der Wall-Street trennt sich gewöhnlich jedes Jahr zu dieser Zeit von den fünf Prozent seiner Mitarbeiter, die intern am schlechtesten bewertet wurden. Da das Handelsgeschäft aber weiter unter schwachen Volumen und niedrigen Gewinnen leidet, würden wahrscheinlich hier in einigen Bereichen die Einschnitte tiefer sein, hieß es in den Kreisen. Quelle: dpa
Morgan StanleyBedrohte Stellen: 1600 Die sechstgrößte US-Bank plant angeblich, in den nächsten Wochen den Geschäftsbereich Investmentbanking um 1600 Stellen zu reduzieren. Das entspricht etwa sechs Prozent der Mitarbeiter in dieser Sparte. Rund 800 Investmentbanker sollen in den USA entlassen werden, aber auch Mitarbeiter außerhalb der Vereinigten Staaten werden gehen müssen. Ähnlich wie bei den Entlassungen der Citigroup sollen Mitarbeiter aus allen Ebenen betroffen sein. Quelle: REUTERS
a Citibank branch in New York Quelle: dapd
Deutsche Bank Quelle: dapd
Nomura Quelle: REUTERS
JP Morgan Quelle: REUTERS

Anleger sollten die Kehrseite der Medaille an dieser Stelle nicht aus den Augen verlieren. Denn natürlich können politische Entscheidungen nicht nur Kursfeuerwerke an den Börsen auslösen, sondern sie können gleichzeitig die Aktien der Branche auf Talfahrt schicken. Kaum ein Sektor ist zur Zeit so stark von Regulierungsmaßnahmen betroffen wie die Bankenbranche. Immer mehr Maßnahmen, die aus den Lehren der letzten Finanzkrise geboren wurden, werden wirksam oder zumindest vorbereitet.

Des einen Freud, des anderen Leid

Während Bankkunden die zusätzlichen Auflagen der Regulierer in der Regel begrüßen, da sie ihre Hausbank vor der Pleite schützen, drücken die Vorschriften bei den Banken selber auf die Profitabilität. Denn wenn Deutsche Bank und Co. ihre Geschäfte mit mehr Eigenkapital unterlegen müssen, wie es die Regelungen zu Basel III vorsehen, dann sinken automatisch die Renditen für die Institute. Ein großer Gewinnschub ist daher mittelfristig im Bankensektor eher unwahrscheinlich. Ein eigens angetriebenes Kursfeuerwerk an den Börsen allerdings auch.

Zwischenfazit: Für Value-Investoren, die immer alles unter Kontrolle haben wollen, sind die Papiere nur bedingt geeignet. Für etwas risikofreudigere Anleger lohnt sich ein Blick auf die entsprechenden Einzeltitel.

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