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Aktien Commerzbank und Deutsche Bank im Crash-Test

Die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank sind schwer angeschlagen. Lohnt sich eine Turnaround-Spekulation?

Zentrale der Deutschen Bank Quelle: dapd

Wenn man sich derzeit mit Bankern unterhält, dann ist dort eine tiefe Unruhe zu spüren. Und zwar nicht nur über eine vorübergehende Flaute, sondern über einen generellen Zweifel am bisherigen Geschäftsmodell. Besonders schwer drücken diese Zweifel die Investmentbanker. Sie wissen, wie auch viele Fondsmanager, kaum noch, wo man lukrativ und nachhaltig anlegt; sie wissen auch, dass die ganzen Produkte (Zertifikate, ETFs, Fonds etcetera), die sie auf irgendwelche Basiswerte herausgeben, ziemlich wenig bringen.

Dieses diffuse Gefühl, das viele gepackt hat, schlägt sich in Euro und Cent in den Geschäften der Banken nieder. Besonders tief im Schlamassel steckt die Commerzbank. Die jüngsten Zahlen sind fast schon ein Desaster. Nicht wegen der Abschreibungen oder der brisanten Anleihen, die die Commerzbank wie viele andere Geldhäuser noch mit sich herumschleppt; nein, in ihrem eigentlichen Kerngeschäft mit dem privaten Kunden hat sie auf einmal Probleme.

Wie gut ist die Nummer zwei der deutschen Bankenwelt?
Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main Quelle: dpa
 Ein Containerschiff wird im Hamburger Hafen be- und entladen Quelle: dpa
Eine Auszubildende schraubt an einem Motor Quelle: dpa
Das Logo der Dresdner Bank vor dem Gebäude der Commerzbank Quelle: dpa
Anshu Jain, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank Quelle: dpa
Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank AG zu Beginn der Hauptversammlung des Unternehmens Quelle: dpa
Der Kurswert der Commerzbank-Aktie am 9. Januar 2009 Quelle: AP

Das Geschäftsmodell ist so tief erschüttert wie noch nie in der Geschichte der Cobank

Und da wird es ernst: Denn wo, wenn nicht mit dem privaten Kunden (vom Kleinsparer bis zum mittelgroßen Unternehmer) soll die Bank den stabile Erträge erwirtschaften, wenn die andere, schnelle Seite, das Investmentbanking und die großen Finanzierungen, so bitter daneben ging?

Die Commerzbank jedenfalls hat noch kein Rezept dagegen gefunden. Es ist zwar ein Vorteil, dass sie bei den Kapitalanforderungen weiter kommt, auch beim Durchforsten fauler Kredite und anfälliger Anleihen. Doch es fehlen die substanziellen Erträge auf der Einnahmenseite. Und da jetzt wieder mal mit Einsparungen gegenzusteuern, ist das Eingeständnis des Scheiterns.

Aktienkurs Commerzbank

Kein Wunder, dass die Commerzbank-Aktie derzeit zu den schwächsten Bank-Papieren in Europa gehört. Sie hängt wesentlich mieser im Markt, als der Stoxx 600 Banken zeigt. Und vor allem ist sie wesentlich schwächer als erfolgreichere Konkurrenten wie etwa die französische BNP Paribas. Der nämlich gelang, neben der Stabilisierungen des Kapitals und der Risikominderung bei den Assets, das Filialgeschäft wieder auf die Beine zu stellen.

Brisant ist in diesem Zusammenhang die Deutsche Bank. Deren Aktien sind derzeit ebenfalls erstaunlich schwach. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise müsste die Deutsche in einem durchaus nicht schlechten Umfeld (der Dax in Richtung 7000, der Bund Future immer noch auf Rekordniveau) wesentlich besser dastehen.

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