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Aktien legen zu Anleger hoffen auf Zoll-Verzicht für deutsche Autobauer

Die USA suchen offenbar eine Lösung im Streit um zusätzliche Zölle auf Autos Quelle: dpa

Die USA setzen im Zollstreit mit Europa offenbar auf Entspannung - vorausgesetzt, alle ziehen mit. Den Anlegern genügte schon die Hoffnung, um die Kurse wieder steigen zu lassen.

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und der EU hat dem Dax am Donnerstag neuen Schwung verliehen. Die Anleger setzten darauf, dass die europäischen Autobauer doch noch um höhere US-Zölle herumkommen. Der deutsche Leitindex gewann 1,1 Prozent auf 12.453 Punkte. Die Papiere von BMW, Daimler und Volkswagen legten zwischen 3,9 und 5,4 Prozent zu. Der europäische Branchenindex für die Autobauer kletterte um mehr als drei Prozent in die Höhe.

Laut "Handelsblatt" hat der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, den Chefs von BMW, Daimler und Volkswagen eine Lösung in dem Konflikt um drohende Strafzölle unterbreitet. "Auch wenn die EU letztlich mit den USA über die Zölle verhandeln muss, ist das doch mal ein Signal", sagte ein Händler. "Vielleicht kommt nun ja Bewegung in die Sache."

Bei dem Treffen am Mittwoch in der US-Botschaft in Berlin hat Grenell dem Bericht zufolge den Managern mitgeteilt, er sei beauftragt, eine Lösung mit Deutschland und der EU zu suchen. Grenell habe erklärt, die USA seien zu einer Null-Lösung bereit, also zu einem Komplett-Verzicht auf Autozölle, wenn auch Europa darauf verzichte.

Ein Daimler-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. "Kein Kommentar", hieß es lediglich. Volkswagen äußerte sich entsprechend. Bei BMW war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Auch eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wollte zum dem Bericht keine Stellung nehmen.

In Handelsfragen ist die EU alleiniger Verhandlungspartner, die einzelnen Mitgliedstaaten wie Deutschland können keine Einzelabsprachen treffen. Die EU-Kommission wollte sich inhaltlich ebenfalls nicht zu dem Bericht äußern. Eine Sprecherin sagte, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werde das Thema Handel bei seinem bevorstehenden Besuch bei Trump in Washington ansprechen.

An dem Treffen in Berlin nahmen der Zeitung zufolge Daimler-Chef Dieter Zetsche, BMW-Chef Harald Krüger und VW-Chef Herbert Diess sowie auch namentlich nicht genannte Chefs großer Autozulieferer teil. In dem Gespräch soll Grenell von einem "Momentum" gesprochen haben, das es zu nutzen gelte.

Trump hat damit gedroht, europäische Autos mit 20 Prozent Einfuhrzoll zu belegen, sollte die EU ihre Handelsbarrieren nicht abbauen. Derzeit fallen bei Pkw-Importen aus der EU in die USA 2,5 Prozent Zoll an, Pickups müssen mit 25 Prozent verzollt werden. Die EU erhebt zehn Prozent Zoll für importierte US-Autos. Im Mai hatte die US-Regierung eine Untersuchung auf den Weg gebracht, ob die Autoimporte eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten. In dem Fall könnte sie Strafmaßnahmen verhängen. Trump hat mehrfach ausdrücklich deutsche Autobauer kritisiert.

Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) beobachtet die Entwicklung mit Sorge. VDA-Präsident Bernhard Mattes hatte erst am Dienstag gesagt, komme es wie von Trump angedroht zu einseitigen Zollerhöhungen der USA auf Autos aus Europa, müsse auch eine Gegenreaktion folgen. Die Geschlossenheit der EU sei wichtig, einen Vorschlag der Branche für einseitige Zugeständnisse gebe es nicht.

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