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Aktien Kaufen Sie, wenn der Chef kauft

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Münchener Rück, Nordex

 

Bei der Munich Re kaufen die Insider öfter, als sie verkaufen. Quelle: dpa

Münchener Rück (5/4)

Mit 1,6 Milliarden Euro hat die Münchener Rück im ersten Halbjahr nicht nur mehr als erwartet verdient. Mit diesem überraschend hohen Gewinn dürfte das Jahresziel von 2,5 Milliarden Euro kein Problem mehr sein. Dabei sind absehbare Belastungen durchaus mit eingerechnet: Das betrifft vor allem die Sanierung der Erstversicherungstochter Ergo, bei der ein geplanter Stellenabbau die Kosten zunächst massiv steigen lassen wird; zudem mussten die Münchener wegen der Dürren in Amerika für Ernteausfallversicherungen einen dreistelligen Millionenbetrag zurückstellen.

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    Dass führende Manager wie Finanzvorstand Jörg Schneider Anfang August 1000 Aktien der Münchener Rück verkaufen, ist eine Ausnahme. Im Normalfall treten die Top-Manager der Rück als Käufer auf, wie zuletzt etwa Konzern-Chef Nikolaus von Bomhard, der seinen Bestand allein seit Juni um mehr als 1000 Stück erhöhte. Dass sie damit wahrscheinlich keinen Fehler machen, legt auch die langsame Aufstockung des Starinvestors Warren Buffett nahe: Er erhöhte seinen Anteil im vergangenen Jahr von 10,2 auf 11,2 Prozent. Eile hatte Buffett bei solchen Aktionen noch nie. Und bei einer Dividende von wahrscheinlich 6,50 Euro je Aktie lässt sich die Wartezeit auf höhere Kurse gut überbrücken.

    Nordex (9/8)

    Es ist wie verhext: Der Windanlagenbauer kann neue Auftragseingänge vermelden, so viele er will, die Aktie beflügelt das immer nur für sehr kurze Zeit. Seit Monaten krebst der Kurs knapp über dem Niveau von drei Euro herum. Daran ändern auch die fortwährenden Insiderkäufe der Familie Klatten nichts, wie zuletzt massiv im August vorigen Jahres bei rund 4,00 Euro. Dieses Jahr war es Manager Wolfgang Ziebart, der 100.000 Stücke kaufte. Seit mehreren Jahren schreibt das Unternehmen schon Verluste, auch wenn der neue Vorstand für die zweite Jahreshälfte 2012 die Rückkehr in die Gewinnzone verspricht. Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres war das Ergebnis (Ebit) mit rund 13 Millionen Euro noch deutlich negativ. Das Problem: Nordex ist weltweit nur die Nummer elf, es könnte auf die Dauer zu klein sein, um gegen die globale Konkurrenz, vor allem die Billiganbieter aus China, mitzuhalten. Anderseits: Solcher Pessimismus ist nicht neu; schon seit vielen Jahren sieht sich Nordex mit dem Größe-Vorwurf konfrontiert, konnte das bisher aber immer wieder mit überraschenden Großaufträgen kontern. Immerhin scheint der neue Vorstand inzwischen eine klare strategische Stoßrichtung gefunden zu haben, nachdem Nordex jahrelang von der Börse für einen Mangel an derselben abgestraft worden war (zu klein, aber überall aktiv): Aus der (kostspieligen) Off-Shore-Entwicklung für Riesen-Turbinen auf dem Meer, die Nordex wohl nie ohne größeren Partner hätte stemmen können, will er sich zurückziehen; das China-Draufzahl-Geschäft soll durch das Einbringen in ein Joint-Venture mit einem dortigen Staatskonzern endlich schwarze Zahlen abwerfen und die Hoffnungen ruhen nun auf einer neuen Anlage, die Nordex erst seit Juni fertigt. Diese ist besonders für Standorte an Land geeignet, an denen der Wind schwach bläst. Kunden hätten schon zahlreiche Windräder dieses Typs bestellt, hieß es aus Rostock. Na dann. Sollte diese Strategie aufgehen, hätte die Aktie allerdings einen enormen Hebel, denn anders als beim Gewinn wächst das Unternehmen ordentlich beim Umsatz. Nach den 40 Millionen Verlust 2011 dürfte 2012 zwar nur eine Schwarze Null herausspringen oder schlimmstenfalls ein kleiner Verlust. Aber das wäre schon was. Und wenn nicht – dümpelt die Aktie eben höchstwahrscheinlich weiter bei ihren drei Euro herum.

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