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Aktien Talfahrt bei Versicherern nach S&P-Drohung

Nach der drohenden Bonitätsherabstufung durch die Rating-Agentur Standard & Poor's gehen die Aktien europäischer Versicherer auf Talfahrt. Die Papiere von Allianz, Axa und Generali um bis zu fünf Prozent.

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Die Allianz zeigt sich von der S&P-Drohung wenig beeindruckt. Quelle: AFP

Frankfurt Angesichts der drohenden Herabstufung ihrer Bonität durch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) sind die europäischen Versicherer am Montag auf Talfahrt gegangen. Die Aktien von Allianz, Axa und Generali fielen zwischen 2,6 und 5,2 Prozent. Der europäische Branchenindex gab 3,2 Prozent nach. Dies sei aber keine große Überraschung, nachdem S&P bereits die Überprüfung der Bonitätseinstufungen der Euro-Staaten und der europäischen Banken angekündigt habe, betonte Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research. Die Rating-Agentur hinke damit den Ereignissen sowieso hinterher. Er halte an seiner Kaufempfehlung für Allianz und an seiner Einstufung „Neutral“ für Axa fest.

Freitagnacht hatte S&P angekündigt, auch die Bonitätsnoten der Versicherer zu prüfen. Der Ausgang hängt demnach davon ab, ob die Bewertungen der Staaten gesenkt werden. Von dem Schritt ist auch der Kreditversicherer Euler Hermes betroffen, der zur Allianz-Gruppe gehört.

Ein Allianz-Sprecher zeigt sich wenig beeindruckt: „Unsere mittelfristige Finanzierung ist gesichert. Und selbst wenn unser AA-Rating um eine Stufe gesenkt würde, hätten wir immer noch das beste Rating unter den großen europäischen Erstversicherern.“ S&P prüft 15 europäische Versicherer auf den Bestand ihrer Ratings, darunter auch die Axa und die CNP-Gruppe aus Frankreich, die britische Aviva und die Generali aus Italien.

S&P hatte angekündigt, vor dem Hintergrund der Schuldenkrise die Bonitätsnoten auch großer Staaten wie Deutschland und Frankreich möglicherweise zu senken. S&P werde die Auswirkungen des jüngsten EU-Gipfels auf das Vertrauen der Wirtschaft und der Finanzmärkte analysieren, sagte S&P-Managerin Carol Sirou dem französischen Hörfunksender BFM Business. Die Agentur werde auch prüfen, ob die Vereinbarungen zu einer aggressiveren Rolle der Europäischen Zentralbank bei der Bekämpfung der Krise führen. Sirou leitet die französische Niederlassung von S&P.

Die Versicherer gehören zu den wichtigsten Investoren an den Kapitalmärkten. Sie müssen die Prämien, die sie etwa von den Lebensversicherungskunden einnehmen, langfristig sicher anlegen. Allein die deutschen Versicherer haben über eine Billion Euro an den Kapitalmärkten angelegt. Davon steckt auch viel Geld in Staatsanleihen.

Griechenland ist dabei für die Branche das geringste Problem: Griechische Staatsanleihen machen weniger als 0,3 Prozent der Kapitalanlagen aus. Gefährlich könnte es allerdings werden, wenn sich die Schuldenkrise ausdehnt. So hat etwa die italienische Generali fast 52 Milliarden Euro in Bonds des Heimatlandes investiert. Auch die Allianz, für die Italien laut eigenen Aussagen „der zweite Heimatmarkt“ ist, ist mit 25,6 Milliarden Euro in dem Land sehr stark engagiert. Analysten sehen bei Erstversicherern wie Allianz, Generali oder Axa durch die europäische Schuldenkrise größere Risiken als bei Rückversicherern wie Swiss Re oder Hannover Rück, da Letztgenannte globaler aufgestellt sind.

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