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Aktien, Zertifikate, Anleihen Die Anlagetipps der Woche

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Anleihetipp - Gea: Neue Nahrung

Kunden wie Nestlé, Kraft oder Danone seien in ihren Investitionsplanungen wesentlich verlässlicher als Unternehmen der Öl- und Gasbranche. „Lebensmittelkonzerne kümmern sich nicht so sehr um den aktuellen Kaffee- oder Kakaopreis“, sagt Jürg Oleas, Chef des Spezialmaschinenbauers Gea. Vielmehr gehe es um langfristige Trends: dass immer mehr Menschen auf der Welt immer mehr Nahrung brauchen, diese Lebensmittel möglichst hochwertig sein sollten und die Produktion dafür sparsam und umweltschonend.

Mit seinen Schneide- und Mariniermaschinen, Melkrobotern oder Abfüllanlagen gehört Gea hier zu den führenden Spezialherstellern. Weit mehr als die Hälfte seiner Umsätze macht Gea mit Unternehmen der Nahrungsmittelbranche. Weil dieses Geschäft stabil verläuft, sind Anleihen von Gea trotz moderater Rendite von 2,7 Prozent eine interessante Anlage.

Anleiheinfo: Gea
Kurs (in Prozent)105,59
Kupon (in Prozent)4,25
Rendite (in Prozent)2,68
Laufzeit bis21. April 2016
WährungEuro
ISINDE000A1KQ1M5

Wichtig für Anleihekäufer ist, dass Gea einen Schlussstrich unter seine turbulente Vergangenheit gezogen hat. 1999 war die Bochumer „Gesellschaft für Entstaubungsanlagen“ (wie sie bei der Gründung 1920 hieß) vom Frankfurter Handelskonzern Metallgesellschaft (MG) übernommen worden. Jahrelang litt das Unternehmen unter dem Machtkampf zwischen MG-Chef Kajo Neukirchen und Gea-Hauptaktionär Otto Happel. Anfang 2012 wurden die letzten Altaktionäre abgefunden. Happel war schon 2006 ausgestiegen, die größten Aktionäre sind derzeit der Finanzinvestor Blackstone (mehr als zwölf Prozent) und der kuwaitische Staatsfond Kia (acht Prozent).

Für 2012 sind die Geschäftsaussichten gut. Bisher sind etwa zehn Prozent mehr neue Aufträge hereingekommen. Selbst wenn die Bestellungen in der zweiten Jahreshälfte etwas abflauen, dürfte Gea seinen Umsatz um rund fünf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro erhöhen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation sollte nach 610 Millionen Euro auf mehr als 650 Millionen klettern. Für die neue, auf die Nahrungsmittelindustrie konzentrierte Gea wäre das ein Rekord. Zudem läge das über den Nettoschulden von 636 Millionen Euro und ist damit auch ein Zeichen für die solide Finanzierung des Unternehmens. In den Büchern stehen 2,1 Milliarden Euro Eigenkapital, ein Drittel der Bilanzsumme. Damit sollte es kein Problem sein, die derzeit ausgegebene Anleihe im Nennwert von 400 Millionen Euro zur Fälligkeit 2016 wieder zurückzukaufen. Von der Ratingagentur Moody’s wird das Papier mit Baa3 noch als Investmentgrade eingestuft.

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