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Aktien, Zertifikate, Anleihen Die Anlagetipps der Woche

Warum Vodafone-Aktien stabil bleiben und eine ansehnliche Dividende liefern oder sich Aktien von Bunge und Anleihen von Gea lohnen könnten. Aktien, Anleihen und Zertifikate für die private Geldanlage.

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Vodafone-Logo Quelle: dpa

Aktientipp - Vodafone: Stabiles Wachstum und ansehnliche Dividende

Erst der Triumph, als die Briten in Deutschland am bisherigen Marktführer Deutsche Telekom vorbeizogen; dann wechselt auch noch der Chef von T-Mobile USA zu Vodafone als neuer Landesfürst für Nord- und Zentraleuropa. Im Gegensatz zu vielen Telekomgesellschaften, die sich auf ihre Ausgangsregion zurückziehen, ist Vodafone bei seiner internationalen Expansion durchaus erfolgreich.

Neben dem stabilen Geschäft in den Schwellenländern und in den USA ist Deutschland ein Kerngebiet des Konzerns. Hier holen die Briten ein Fünftel ihres Umsatzes, der in diesem Geschäftsjahr (bis März 2013) gut 45 Milliarden Pfund Sterling erreichen dürfte (56 Milliarden Euro). Dass es in Deutschland nicht zu einer Fusion des Mobilfunkgeschäfts der Konkurrenten E-Plus (KPN) und O2 (Telefónica) kommt, ist für Vodafone ein Vorteil.

Kursverlauf der Vodafone-Aktie

Derzeit sind die Briten dabei, in Europa den neuen Mobilfunkstandard 4G einzuführen. In Großbritannien arbeiten sie dabei mit Telefónica zusammen, in Irland könnte eine Kooperation mit Hutchinson Wampoa zustande kommen. Im Gegensatz zum älteren UMTS-Standard lässt sich diese leistungsfähigere Technik günstiger aufbauen und betreiben. Das hilft Vodafone, den Preisdruck in der Branche etwas abzufedern. Einen Erfolg kann Vodafone auf dem Heimatmarkt Großbritannien verbuchen. Für gut eine Milliarde Pfund kann der Glasfaserspezialist Cable & Wireless übernommen werden. Das ist ein Schritt zum weiteren Ausbau des Festnetzes, vor allem mit Großkunden.

Als neue Sparte baut Vodafone Energiedienstleistungen auf. Hier werden Daten von Verbrauch und Produktion (von Blockheizkraftwerken oder Solaranlagen) so kombiniert, dass die Energieversorgung bei jedem Wetter stabil ist. Die Unternehmensberatung Arthur D. Little rechnet hier mit Wachstumsraten um 30 Prozent.

Im laufenden Geschäftsjahr dürfte Vodafone bei stabilen Umsätzen den Gewinn von knapp 15 Pence je Aktie auf etwa 16 Pence erhöhen. Die Dividende sollte damit wie zuletzt mindestens 9,5 Pence je Anteil betragen. Wie kein anderer der großen Telekomwerte verbindet Vodafone stabile Wachstumsaussichten mit einer ansehnlichen Ausschüttung.

Aktientipp - Bunge: Seit 1818 etabliert im globalen Agrarhandel

Der 1818 in Amsterdam gegründete Getreidehändler verlegte 1884 den Sitz nach Argentinien, der damaligen Kornkammer der Welt. Von dort aus breitete sich das Handelshaus rasch in Süd- und Nordamerika aus. Um näher an die Finanzmärkte zu rücken, verlegte Bunge 1999 seinen Stammsitz in die Nähe von New York, registriert ist der Konzern im Steuerparadies Bermuda. 2001 folgte der Gang an die Wall Street, die globale Expansion setzte sich fort. Heute ist Bunge einer der führenden Agrarkonzerne der Welt mit Vermögenswerten in mehr als 30 Ländern. Bunge deckt die komplette Wertschöpfungskette im Agrargeschäft ab. Der Agrarriese kauft, verkauft, lagert und transportiert weltweit Ölsaaten und Getreide, verarbeitet Ölsaaten wie Soja zu proteinhaltiger Tiernahrung und zu Speiseöl, produziert Zucker und den Treibstoff Bioethanol aus Zuckerrohr, mahlt Weizen und Mais als Zutaten für die Nahrungsmittelindustrie und produziert Düngemittel. 2011 setzte Bunge 59 Milliarden Dollar um und verdiente netto 942 Millionen Dollar.

Kursverlauf der Bunge-Aktie

Die Agrarpreise waren schon immer extrem schwankungsanfällig. Das wird auch so bleiben. Doch Agrarhändler leben vor allem von der Spanne zwischen Einkauf und Verkauf, weniger von der absoluten Höhe der Agrarpreise. Steigende Einkaufspreise, gerade für unverzichtbare Agrarrohstoffe, können besser an die Kunden weitergereicht werden. Fallen die Agrarpreise, verringern sich entsprechend die Einkaufspreise. Bunge ist mit Blick auf die Bewertung von Substanz (20 Prozent Abschlag auf den Buchwert) und Ertrag (KGV 9,6 für 2012) preiswert.

Zertifikattipp - Dax-Absicherung: Strategie für wackelige Sommer-Börse

Mit Erleichterung reagieren die Börsen auf die angekündigten Hilfsmaßnahmen der EU für die Krisenländer und auf die Aussicht, dass die amerikanische Notenbank die Märkte mit weiteren Geldspritzen stützen könnte. Gut möglich, dass der Dax deshalb kurzfristig sogar seine Erholung noch etwas fortsetzen kann. Mittel- und langfristig jedoch sind die Risiken keineswegs vom Tisch. Im Gegenteil, so Alexander Seibold, Vermögensverwalter aus Gmund: „Die Gefahr, dass spanische und italienische Staatsanleihen kollabieren, ist so hoch wie nie zuvor; und auch in Deutschland kippt die Stimmung der Wirtschaft.“ Zyklische Branchen wie der Maschinenbau melden erneut weniger neue Aufträge. „Der ungebremste Rückgang der Stimmungsindikatoren deutet darauf hin, dass die Rezession im Euro-Raum wohl auch noch im Sommer andauern wird“, warnt Christoph Weil, volkswirtschaftlicher Stratege der Commerzbank.

Bis zu 82 Prozent der Verluste ausgleichen
So entwickelt sich ein Aktiendepot, das bei 6500 Dax-Punkten 50 000 Euro wert ist und das mit jeweils 2000 Euro abgesichert wird. Der Aufwand für die Absicherung entspricht mit vier Prozent der durchschnittlichen Dividendenrendite im Dax. 

Absicherung mit Faktor Short

(98 Zertifikate zu je 20,50  Euro, vierfache Hebelwirkung, keine Laufzeitgrenze, DE000DE9SRT7

Absicherung mit Put

(913 Puts zu je 2,19 Euro,  achtfache Hebelwirkung, Lauf-zeit bis 3. Dezember 2012, DE000DX0LWN1

Szenario¹

Dax 6000, Aktien

minus 3845 Euro

Short steigt auf 26,80 Euro,  plus 617 Euro; Aktienverlust zu 16 Prozent ausgeglichenPut steigt auf 4,14 Euro²,  plus 1780 Euro; Aktienverlust  zu 46 Prozent ausgeglichen

Dax 5000, Aktien

minus 11 540 Euro

Short steigt auf 39,40 Euro,  plus 1852 Euro; Aktienverlust  zu 16 Prozent ausgeglichenPut steigt auf 12,57 Euro²,  plus 9477 Euro; Aktienverlust  zu 82 Prozent ausgeglichen

Dax 6500, Aktien

stabil

Short bleibt bei 20,50 Euro;  Depotwert unverändertPut sinkt auf 1,60 Euro,  minus 539 Euro; Depotwert  um 1 Prozent verringert 

Dax 7000, Aktien

plus 3845 Euro

Short sinkt auf 14,25 Euro;  minus 613 Euro; Aktiengewinn um 16 Prozent geschmälertPut sinkt auf 0,64 Cent,  minus 1415 Euro; Aktiengewinn um 37 Prozent geschmälert
¹

bis Mitte August; ² die in solchen Abwärtsbewegungen übliche erhöhte Schwankungsbreite (Volatilität) eingerechnet 

Die Tendenz an den Aktienmärkten bleibt wacklig. Wer als langfristiger Investor sein Depot nicht gleich auflösen will, kann für die nächsten Monate eine Absicherung einbauen. Zum Einsatz kommen spekulative Finanzinstrumente, die entgegengesetzt laufen wie der Dax und die Ausschläge der Aktien dabei verstärken. Die Tabelle unten zeigt, dass im Falle eines schweren Kursrückgangs besonders Verkaufsoptionsscheine (Puts) einen wirkungsvollen Schutz bieten.

Anleihetipp - Gea: Neue Nahrung

Kunden wie Nestlé, Kraft oder Danone seien in ihren Investitionsplanungen wesentlich verlässlicher als Unternehmen der Öl- und Gasbranche. „Lebensmittelkonzerne kümmern sich nicht so sehr um den aktuellen Kaffee- oder Kakaopreis“, sagt Jürg Oleas, Chef des Spezialmaschinenbauers Gea. Vielmehr gehe es um langfristige Trends: dass immer mehr Menschen auf der Welt immer mehr Nahrung brauchen, diese Lebensmittel möglichst hochwertig sein sollten und die Produktion dafür sparsam und umweltschonend.

Mit seinen Schneide- und Mariniermaschinen, Melkrobotern oder Abfüllanlagen gehört Gea hier zu den führenden Spezialherstellern. Weit mehr als die Hälfte seiner Umsätze macht Gea mit Unternehmen der Nahrungsmittelbranche. Weil dieses Geschäft stabil verläuft, sind Anleihen von Gea trotz moderater Rendite von 2,7 Prozent eine interessante Anlage.

Anleiheinfo: Gea
Kurs (in Prozent)105,59
Kupon (in Prozent)4,25
Rendite (in Prozent)2,68
Laufzeit bis21. April 2016
WährungEuro
ISINDE000A1KQ1M5

Wichtig für Anleihekäufer ist, dass Gea einen Schlussstrich unter seine turbulente Vergangenheit gezogen hat. 1999 war die Bochumer „Gesellschaft für Entstaubungsanlagen“ (wie sie bei der Gründung 1920 hieß) vom Frankfurter Handelskonzern Metallgesellschaft (MG) übernommen worden. Jahrelang litt das Unternehmen unter dem Machtkampf zwischen MG-Chef Kajo Neukirchen und Gea-Hauptaktionär Otto Happel. Anfang 2012 wurden die letzten Altaktionäre abgefunden. Happel war schon 2006 ausgestiegen, die größten Aktionäre sind derzeit der Finanzinvestor Blackstone (mehr als zwölf Prozent) und der kuwaitische Staatsfond Kia (acht Prozent).

Für 2012 sind die Geschäftsaussichten gut. Bisher sind etwa zehn Prozent mehr neue Aufträge hereingekommen. Selbst wenn die Bestellungen in der zweiten Jahreshälfte etwas abflauen, dürfte Gea seinen Umsatz um rund fünf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro erhöhen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation sollte nach 610 Millionen Euro auf mehr als 650 Millionen klettern. Für die neue, auf die Nahrungsmittelindustrie konzentrierte Gea wäre das ein Rekord. Zudem läge das über den Nettoschulden von 636 Millionen Euro und ist damit auch ein Zeichen für die solide Finanzierung des Unternehmens. In den Büchern stehen 2,1 Milliarden Euro Eigenkapital, ein Drittel der Bilanzsumme. Damit sollte es kein Problem sein, die derzeit ausgegebene Anleihe im Nennwert von 400 Millionen Euro zur Fälligkeit 2016 wieder zurückzukaufen. Von der Ratingagentur Moody’s wird das Papier mit Baa3 noch als Investmentgrade eingestuft.

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