Aktienhandel Die teuersten Börsenpannen

Eigentlich sollte die Börse ein nahezu perfekter Marktplatz sein, an dem nur Angebot und Nachfrage über den Preis bestimmen. Doch in den vergangenen Jahren kommen immer mehr Zweifel auf, weil Börsenpannen und allzu heftige Kursschwankungen die Händler zur Verzweiflung treiben. Über die denkwürdigsten Marktstörungen.

Börsenpanne Quelle: dpa

Schon wieder die Wall Street. Der weltweit größte Handelsplatz für Wertpapiere versetzte am vergangenen Dienstag Wertpapierhändler und Anleger in Aufruhr, weil in der ersten Dreiviertelstunde des Handelstages rund 150 Aktientitel so hohe Umsätze verzeichneten wie sonst vielleicht an einem ganzen Tag. Das führte natürlich zu ungewöhnlich heftigen Preisschwankungen, und fünf Aktien mussten sogar ganz aus dem Handel genommen werden. Die Ursache war zunächst unklar, dann aber räumte der Finanzdienstleister Knight Capital, einer der größten Händler an der New Yorker Börse, Probleme bei seinen computergestützten Systemen ein. Das neue Handelsprogramm überflutete den Markt mit fehlerhaften Handelsaufträgen. Als Folge saß Knight Capital auf einem Berg zu teuer gekaufter Aktien und musste den hohen Verlust verbuchen.

Kuriose Börsenpannen

Das Handelschaos kostete den Finanzdienstleister offenbar 440 Millionen Dollar. Die Ankündigung von Knight Capital, deshalb einen Kredit aufnehmen zu müssen, schickte deren Aktien auf Talfahrt – sie verloren die Hälfte ihres Wertes. Aktuellen Meldungen zufolge stellt nun eine Gruppe von Investoren 400 Millionen Dollar bereit. Die bisherigen Anteilseigner dürften als Konsequenz die Kontrolle über das Unternehmen verlieren. Die Investoren später knapp drei Viertel der Anteile halten.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Eine solche Börsenpanne ist längst keine Ausnahme mehr. In der Vergangenheit ist es bereits zu einer ganzen Reihe kostspieliger Börsenpannen gekommen. Da die jüngsten Handelspannen vor allem fehlerhafter Programmierung und dem hochtechnisierten Hochfrequenzhandel geschuldet waren, wächst die Befürchtung, dass es künftig vor allem Computer sein werden, die für unverhältnismäßig starke Kursschwankungen sorgen werden. Das zeigt auch die Liste kostspieliger Börsenpannen (siehe oben)

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%