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Aktienmarkt-Ausblick 2017 Europäische Nachbarn mit Chancen und Schrecken

Ein Satz von US-Präsident Donald Trump genügt, um Börsenkurse zu bewegen. Aber wie steht es um unsere europäischen Nachbarn, wie sind dort die Aussichten für Anleger? Ein Blick auf Frankreich, Italien und Dänemark.

Italien, Frankreich, Dänemark: Das bieten Europas Aktienmärkte. Quelle: imago

US-Präsident Donald Trump wird wohl die staatliche Regulierung einschränken, die Steuern senken und in Infrastruktur investieren möchte. Das lässt so manche US-Aktie kräftig steigen. Keine Frage, Trump sorgt auch nach dem positiven "Trump-Effekt" vor seinem Amtsantritt für viel Bewegung und auch Unsicherheit an den Börsen.

Denn gegen eine freundliche Entwicklung der US-amerikanischen Börsen spricht, dass aufgrund der politischen Wende die protektionistische Tendenzen den internationalen Handel bremsen und ein größeres Haushaltsdefizit zu erwarten sind. Dass er die amerikanische Gesundheitsversorgung Obamacare umkrempeln will, lässt sogar die Aktien der Schweizer Pharmaaktien fallen.

Darüber hinaus dürfte die sukzessive Erhöhung der Leitzinsen die Gewinne der US-Wirtschaft dämpfen. In den Vereinigten Staaten werden im Jahr 2017 mindestens zwei weitere Zinserhöhungen erwartet.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien NigeriaEuro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 26: GhanaAuch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 25: Aktien ÄgyptenNoch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 24: Aktien ChinaDer Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 23: Britisches PfundDas knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 22: Mexikanischer PesoDem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 21: SparbuchSeit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa

Völlig anders stellt sich die Situation in Europa dar. Die europäischen Exportnationen - allen voran Deutschland – werden von den höheren Staatsausgaben der USA, einer verbesserten Stimmung in vielen anderen Ländern und der weiterhin lockeren Zinspolitik in der EU und der damit verbundenen stärkeren Nachfrage profitieren. Auch wenn der Dax in 2017 ein gutes Pflaster für die Kapitalanlage darstellen dürfte: Wie sieht die Entwicklung der Börsen unserer europäischen Nachbarn im kommenden Jahr aus?

Wenn man renommierten Finanzmarkt-Experten glauben darf, besitzen Investoren zwar nicht berauschende aber durchaus gute Chancen auf dem europäischen Aktienmarkt. Denn der Erholungskurs der Börsen der Welt, der sich seit Mitte des Jahres 2016 abzeichnet, hat weiterhin Bestand. Drei Nachbarstaaten Deutschlands sehen wir uns daher mal etwas genauer an.

So laufen die Börsen in Paris, Mailand und Kopenhagen

Frankreich – volle Konzentration auf die Neuwahlen im Mai 2017

Frankreich ist hinter Deutschland die zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsgemeinschaft. Und auch hier hat sich die allgemeine Lage sichtlich aufgehellt. Der französische Leitindex CAC 40 hat vor allem wegen einer sehr guten Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte im Jahr 2016 um knapp sechs Prozent zugelegt. Damit erreichte das französische Pendant zwar nicht ganz die gleichen Zuwachsraten wie der Dax, der neun Prozent zulegen konnte, performte aber deutlich besser als der Euro Stoxx 50, der nur knapp zwei Prozent zulegen konnte.

Spannend wird es im Mai des kommenden Jahres. Dann nämlich wird in Paris nach den Wahlen um das höchste staatspolitische Amt ein neuer Präsident vereidigt. Und dabei scheint François Fillon aus dem bürgerlich-konservativen Lager die besten Karten zu haben, die in Umfragen knapp vor ihm liegende Marine Le Pen vom Front National zu stoppen, zur Not mit Hilfe der Linken. . Die wirtschafts-liberale Strategie des ehemaligen Premierministers in der Kurzfassung: Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen soll verbessert werden.

Abgesehen davon, dass Fillon die Staatsverschuldung senken möchte, verspricht er Steuererleichterungen für die Unternehmen des Landes in Höhe von 40 Milliarden Euro. Hiervon sollten vor allem im CAC 40 notierte Gesellschaften wie Total, Sanofi oder BNB Paribas profitieren. Anleger, die die Chancen der französischen Wirtschaft als aussichtsreich einschätzen, können in bestimmte Einzelwerte investieren oder sich bei aktiv gemangten Fonds wie dem Edmond de Rothschild Tricolore Rendement CR (WKN A12F9X) oder dem JPM France Equity Fund A (WKN A1JWYW) engagieren. Günstiger geht dies nur noch mit ETFs mit Schwerpunkt Börse Frankreich wie bei dem db x-trackers CAC 40 UCITS ETF (WKN DBX1AR) oder dem AMUNDI ETF CAC 40 (WKN A0RADL).

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