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Aktienmarkt Dax arbeitet sich mühsam nach oben

Dank einiger guter Quartalsberichte ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch freundlich in den Handel gestartet und hält sich über der 9000er-Marke. Mit Blick auf den EZB-Entscheid am Donnerstag halten sich die Anleger aber zurück.

Das sind die Lieblinge der Anleger
Platz 20: Thyssen-KruppDem Traditionsunternehmen aus Essen stehen schwere Zeiten bevor. Noch immer quält sich Thyssen-Krupp mit dem Stahlwerk in Brasilien herum. Der Verkauf ist schon seit Monaten geplant, einen richtigen Käufer haben sie bisher aber nicht gefunden. Wie schwer die Verluste des Stahlwerks auf dem Konzern lasten, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Statt der geplanten 1,9 Milliarden Euro musste Thyssen-Krupp satte acht Milliarden Euro für den Bau des Werks hinblättern. Der Aktienkurs ging im August auf Talfahrt. Über sechs Prozent verlor das Papier. An der Stuttgarter Börsen betrugen die Umsätze im vergangenen Monat rund 10,4 Millionen Euro. Quelle: dpa
Platz 19: Nikkei-225Die aggressive Geldpolitik in Japan hat den Blick der Anleger auf den japanischen Auswahlindex Nikkei-225 gerichtet. Premierminister Shinzo Abe hat der seit über zwei Dekaden andauernden Deflationsspirale den Kampf angesagt. Seine Mittel sind zwar nicht neu, billiges Geld der Bank of Japan soll für den nötigen Impuls sorgen, allerdings gibt es erste Anzeichen einer Erholung der japanischen Wirtschaft. Für risikoorientierte Anleger bietet der japanische Aktienmarkt attraktive Anlagemöglichkeiten. Dementsprechend hoch fielen die Umsätze im August aus. Für rund 12,1 Millionen wechselten Nikkei-Zertifikate den Besitzer. Den Großteil machten Index-Produkte aus. Quelle: dpa
Platz 18: ShortDax x8 TR IndexDer Index-Fonds ShortDax erhielt im August regen Zulauf. Die Umsätze betrugen in Stuttgart rund 12,3 Millionen Euro. Der Fonds wettet auf einen fallenden Dax. Steigende Kurse sorgen für Verluste. Betrachtet man den Chart des Dax, so dürften sich besonders die letzten Tage des vergangenen Monats für Anleger eines solchen Fonds gelohnt haben. Von einem Kurs von über 8400 Punkten rutschte der Dax bis unter 8100 Zähler. Auf Monatssicht sank der Leitindex um 2,7 Prozent. Quelle: dpa
Platz 17: Münchener RückDer Rückversicherer ist der weltweite Branchenführer unter den Rückversicherern. Der Kurs der Münchener Rück musste im August größere Rückschläge hinnehmen. Um knapp zehn Prozent verbilligten sich die Papiere. Der Konzern musste aufgrund der Hagelschäden und des Jahrhunderthochwassers in Deutschland große Rücklagen schaffen. Allein das Hochwasser im Sommer dürfte den Konzern über vier Milliarden Euro kosten. Für die Hagelschäden hat das Unternehmen einen Schadenswert von rund 600 Millionen Euro berechnet. Die Umsätze an der Stuttgarter Börse betrugen im vergangenen Monat 13,5 Millionen Euro. Quelle: dpa
Platz 16: AppleSeit Steve Jobs' Tod läuft es bei Apple nicht mehr so rund. Viel Häme erhielt der Konzern für seinen fehlerhaften Kartendienst. Seit Jahresanfang mussten die erfolgsverwöhnten Apple-Anleger einen Verlust von 8,4 Prozent hinnehmen. Im Hinblick auf die Vorstellung des neuen iPhones zogen die Kurse im August allerdings wieder an. Gut 5,6 Prozent konnten die Papiere zulegen. Die Umsätze an der Börse Stuttgart betrugen 13,9 Millionen Euro. Doch ein Restrisiko bleibt. Denn Apple muss liefern. Große Innovationen kommen derzeit eher von der Konkurrenz. Die Apple-Fans erwarten nichts Geringeres als eine Art „Revolution“ ähnlich der Erstvorstellung des iPhones im Jahre 2007. Quelle: dpa
Platz 15: Brent Crude Oil Future 10/2013 (ICE-Europe) USDDie mögliche Eskalation des Syrien-Konflikt hat den Ölpreis in den Fokus der Märkte rücken lassen. Syrien ist zwar ein Öl-Zwerg, allerdings könnten die Unruhen in der Region des Nahen Ostens die Lieferungen durch den Suez-Kanal beeinträchtigen. Anleger dürften deswegen zuletzt vermehrt Öl-Zertifikate nachgefragt haben. In Stuttgart wurden diese im August im Volumen von 14,2 Millionen Euro gehandelt. Quelle: dpa
Platz 14: EonDer Versorger hat mit den fallenden Strompreise zu kämpfen. Die Quartalszahlen fielen miserabel aus. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um satte 15 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Der nachhaltige Nettoüberschuss rauschte sogar um 42 Prozent in den Keller. Auf Monatssicht gab die Eon-Aktie 5,3 Prozent nach. Die vermehrten Verkäufe ließen die Umsätze auf 15,7 Millionen Euro steigen. Quelle: dpa

Kommt sie oder kommt sie nicht, die Zinssenkung der EZB? Die Unklarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank lässt die Anleger am deutschen Aktienmarkt vorsichtig agieren. Der Dax hielt sich am Mittwoch mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent auf 9035 Punkte nur knapp im Plus. In den vergangenen Tagen waren angesichts einer rückläufigen Inflationsrate in der Euro-Zone Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik aufgeflammt. Die EZB wird am Donnerstag über den Zinssatz für die Euro-Zone entscheiden - derzeit liegt er bereits bei rekordniedrigen 0,5 Prozent.

Sollte die EZB tatsächlich die Zinsen senken, dürfte das die Märkte erst einmal glücklich machen, hieß es in einem Kommentar vom Brokerhaus Sanlam Securities. Die lockere Geldpolitik der Zentralbanken weltweit gilt als wesentlicher Treiber für die Rally an den Börsen in diesem Jahr. Vor allem die milliardenschweren Anleihenkäufe der US-Notenbank Fed stützen den Appetit der Anleger auf Aktien. Der Dax ist zuletzt von einem Rekord zum nächsten geeilt, der Leitindex kommt in diesem Jahr bislang auf ein Plus von mehr als 18 Prozent.

Die erfolgreichsten deutschen Investoren
Die DAB Bank hat das Anlageverhalten verschiedener Altersgruppen unter die Lupe genommen. Dazu wertete die Direktbank die Depots von rund 450.000 Privatanleger für den Zeitraum vom 1. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2013 aus. Der Dax legte in diesem Zeitraum um knapp 24 Prozent zu. Die Direktbank ING-DiBa untersuchte in einer weiteren Studie, wie die Rendite privater Anleger im ersten Halbjahr 2013 in verschiedenen Städten ausfiel. Welche Altersgruppe und Stadt die beste Rendite erzielte. Quelle: dapd
Generation 60plusDie Generation 60plus legt ihr Geld am erfolgreichsten an. Die älteste Investorengruppe erzielte demnach eine durchschnittliche Jahresperformance von 5,2 Prozent. Bei der Anlage setzten die über 60-Jährigen vor allem auf Aktien. 58,3 Prozent ihres gesamten Depotvolumens investierten sie in Dividendentitel. Zurückhaltender waren diese Anleger dagegen bei Fonds. Bei Anleihen haben die „alten Hasen“ wiederum den größten Anteil mit 11,6 Prozent, ebenso bei physischem Gold mit 0,3 Prozent. Quelle: dpa/dpaweb
Mittlere GenerationAnleger im Alter zwischen 40 und 59 Jahren erzielten im Durchschnitt einen Wertzuwachs von 4,9 Prozent. Ihre Aktienquote lag bei 51,3 Prozent. Beliebt waren auch Investmentfonds. Die mittlere Generation investierte im Durchschnitt 35,7 Prozent ihres gesamten Depots in die Anteilsscheine. Quelle: dpa/dpaweb
Junge ErwachseneDie 18- bis 39-Jährigen erreichten im untersuchten Zeitraum eine durchschnittliche Jahresrendite von 2,8 Prozent. In der jungen Altersgruppe machten Aktien durchschnittlich 48,8 Prozent des gesamten Depotwertes aus. Besonders beliebt waren darüber auch Investmentfonds. Mit durchschnittlich 37,9 Prozent haben „junge Erwachsene" hier den größten Anteil am gesamten Depot. Quelle: dpa/dpaweb
Junge halten mehr CashZusätzlich zur Auswertung der einzelnen Anlageformen innerhalb der Depots hat die DAB Bank das Verhältnis von Wertpapiervermögen zu verfügbarem Bargeld auf den Konten der Anleger untersucht. Hier zeigt sich, dass die jüngste Anlegergruppe den höchsten Cash-Anteil am Gesamtvermögen hat. 24,1 Prozent ihrer geldwerten Mittel liegen bei den 18- bis 39-Jährigen in liquider Form auf dem Konto. Je älter die Anleger sind, desto geringer scheint das Bedürfnis nach liquiden Mitteln. Die 40- bis 59-Jährigen haben einen Cash-Anteil von 19,8 Prozent und bei der ältesten Investorengruppe sind es 16,1 Prozent. Quelle: dpa/dpaweb
Frauen schlagen MännerDie Durchschnittsrendite aller berücksichtigten Kundendepots ist im untersuchten Zeitraum durchweg positiv. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede bei Frauen und Männern. So erzielten Frauen mit ihrem Wertpapierdepot eine durchschnittliche Rendite von 3,6 Prozent, Männer dagegen nur 2,3 Prozent. Quelle: dpa
DresdenIn Dresden finden sich die erfolgreichsten Privatanleger im ersten Halbjahr 2013. Im Durchschnitt erzielten die Dresdner mit ihren Wertpapierdepots eine Rendite von 4,7 Prozent. Quelle: dpa

Viele Analysten gehen allerdings davon aus, dass die EZB am Donnerstag die Füße erst einmal still halten wird. Wenn es tatsächlich zu einer Zinssenkung kommen sollte, dann wohl frühestens auf der nächsten Sitzung im Dezember, sagte ein Börsianer. So ein Schritt werde in der Regel erst einmal verbal vorbereitet. Der Euro, der zuletzt deutlich auf Talfahrt gegangen war, notierte nahezu unverändert bei 1,35 Dollar.

Unter den Einzelwerten machte K+S von sich Reden. Moody's hatte die Bonitätsnote des Salz- und Düngemittelspezialisten um zwei Stufen auf Ramsch-Niveau "Ba1" gesenkt. Die Aktien lagen zeitweise 4,7 Prozent im Minus. Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Preise für Kali-Düngemittel nach dem Platzen des russisch-weißrussischen Exportbündnisses BPC fallen werden. "Der Schritt von Moody's kommt zwar nicht überraschend, aber schlecht ist die Nachricht allemal", sagte ein Händler. Die Herunterstufung könnte künftige Anleiheemissionen von K+S erschweren. Belastend wirkten sich zudem enttäuschende Zahlen des kanadischen Konkurrenten Agrium aus. Das Unternehmen verbuchte im dritten Quartal einen deutlich rückläufigen Gewinn.

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Im MDax konnten Rational mit ihren Quartalszahlen punkten. Die Titel des Küchenausrüsters stiegen um bis zu 6,8 Prozent auf 252,95 Euro und waren damit so teuer wie seit vier Monaten nicht mehr. Die Zahlen seien einen Tick besser ausgefallen als erwartet, sagte ein Händler. Die lebhafte Nachfrage aus Europa habe die schwächeren Umsätze in Asien fast ausgeglichen, urteilte DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald in einem Kommentar.

Auf Sturzflug gingen dagegen Dürr, die sich nach der Vorlage des Quartalsberichts um knapp acht Prozent verbilligten. Der Maschinen- und Anlagenbauer sieht sich auf gutem Weg, den angepeilten Umsatzrekord in diesem Jahr zu erreichen. Die Anleger nutzten das, um Kassen zu machen - seit Jahresanfang haben die Titel rund 95 Prozent an Wert zugelegt.

Ebenfalls einen schlechten Tag erwischten Koenig & Bauer. Der Druckmaschinenhersteller hat seine Prognose für 2013 kassiert und erwartet nun einen Verlust - die Titel rutschten um knapp elf Prozent auf 12,54 Euro ab, den niedrigsten Stand seit fast zwölf Monaten.

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