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Aktienmarkt Draghis Bluff verpufft

An den Börsen in den USA und in Europa hat sich ein gewaltiges Abwärtspotenzial aufgebaut. Die Entwicklungen auf beiden Seiten des Atlantiks könnten sich gegenseitig verstärken. Anleger sollten sich absichern, bevor es knallt.

Die besten Sprüche von George Soros
„Wenn Leute wie ich ein Währungsregime stürzen können, stimmt das System nicht.“ Quelle: Reuters
„Das ist so, als würde man bei Riesentankern die Sicherheitsschotten entfernen.“Soros über die Deregulierung der Finanzmärkte Quelle: Reuters
„Vor dem Sonnenaufgang kommt erst einmal die Finsternis.“ Quelle: dapd
„Ich habe wohl nicht mehr als in der Hälfte aller Fälle recht, aber ich verdiene einfach sehr viel Geld, wenn ich richtig liege, und ich verliere so wenig Geld wie möglich, wenn ich unrecht habe.“ Quelle: Reuters
„Wenn die Zinsraten niedrig sind haben wir Bedingungen, die Vermögensblasen fördern - und sie entfalten sich im Moment. Die ultimative Vermögensblase ist Gold.“ Quelle: dpa
„Seien wir mal ehrlich: Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs, der – sagen wir mal – mit Griechenland anfängt, aber sich leicht ausweiten kann…“ Quelle: dapd
„Mit Sparen kann man nicht Wachstum anschieben.“ Quelle: Reuters

Der amerikanische Aktienmarkt ist an einem kritischen Punkt angekommen. Vor allem wegen der Schwäche der Indexschwergewichte Apple und Google hat der Nasdaq-100-Index bereits eine seit Ende 2011etablierte Aufwärtstrendlinie unterschritten. Der breite S&P-500-Index ist an selbiger Trendlinie angekommen.

Ein Zusammenspiel aus Delta-Hedging, Margin Calls (Wertpapierkredite an der New York Stock Exchange erreichten zuletzt ein 16-Monats-Hoch) gepaart mit der Schwäche der beiden Schwergewichte Apple und Google könnten jetzt eine  Abwärtsbewegung in Gang setzen, die - trotz möglicher Stützungsaktionen des Plunge Protection Teams und eines überverkauften Marktes - außer Kontrolle geraten kann.

Fünf Zertifikate für weltweite Anlagetrends

Apple und Google sind Kernpositionen bei einer Vielzahl von Hedgefonds. Diese könnten jetzt kalte Füße bekommen. Im Falle von Apple wären bei Kursen bis runter auf 400 Dollar immerhin noch hohe Kursgewinne aus 2012 zu realisieren. Aktuell notiert die Aktie bei 537 Dollar. Ein weiterer Kursrutsch von Apple aber würde auch Google treffen und letzlich den S&P 500 mit nach unten ziehen. Apple ist mit einem Indexanteil von fünf Prozent der schwerste Wert im wichtigsten amerikanischen Aktienindex.

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Doch auch in Europa ist es schon vorbei mit der Ruhe an den Finanzmärkten. Hier spitzt sich die Euro-Krise wieder zu. So zog gestern der Spread zehnjähriger spanischer Staatsanleihen, also die Differenz zur Rendite deutscher zehnjähriger Bundesanleihen, auf 447 Basispunkte an und erreichte damit den höchsten Stand seit sechs Wochen. Dabei wurde eine seit Juli etablierte mittelfristige Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Durchschnitt nach oben durchbrochen.

Mario Draghis OMT-Bluff hat offenbar seine Wirkung verloren. Entweder der EZB-Präsident lässt jetzt Taten folgen oder die europäischen Aktienmärkte gehen in den Ausverkauf über. Interessante Begleiterscheinung für Baisse-Spekulanten: Die Entwicklungen in den USA und Europa werden sich gegenseitig verstärken. Entsprechend hoch ist das Abwärtspotential auf beiden Seiten des Atlantiks.

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