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Aktienrally Das spricht für und gegen neue Börsenrekorde

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Orientierung an der US-Börse

Kontra: Der Dax orientiert sich seit jeher stark an der US-Börse.

Insofern ist es eine gute Nachricht, dass US-Unternehmen zuletzt positiv überraschten. Über 70 Prozent der Unternehmen im Index S&P 500 verdienten laut einer Analyse des Bankhauses Warburg im ersten Quartal mehr als erwartet. Stabilere Konjunktur, eine immer noch üppige Geldversorgung durch die Fed und zunehmend Kapitalrückflüsse aus dem Ausland sprechen für US-Aktien. „Mit dem frischen Geld der Fed haben Amerikaner stark in Europa gekauft, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi seine Garantie für Anleihen ausgesprochen hatte“, sagt Christopher Nichols, der für den schottischen Versicherer Standard Life mehr als 30 Milliarden Euro verwaltet, „nun holen sie es zurück in die USA, wo man für sein Geld derzeit mehr Wachstum bekommt.“

Kontra: Monetärer Rückenwind flaut ab.

An den Börsen, sagt Unger, zähle Liquidität aktuell mehr als Umsätze und Gewinne. Dank des billigen Geldes seien die Kurse „alle künstlich aufgebläht“. Doch die US-Notenbank Fed bremst. Monat für Monat verringert sie ihre Anleihekäufe und drosselt die Zufuhr frischen Geldes an die Börse. Seit Beginn des schrittweisen Abschieds vom Gelddrucken („Tapering“) hat sie ihre monatlichen Anleihekäufe halbiert. In China ist die Überschussliquidität, der Teil der Geldmenge, der nicht zur Finanzierung des Wirtschaftswachstums gebraucht wird und an die Kapitalmärkte fließt, schon negativ. Dort könnte Geld knapp werden; gar nicht gut für die Börsen. Auch in Europa herrschen deflationäre Kräfte, die Gift für die Börse sind: Konsumenten und Unternehmen sparen und entschulden sich, Kredite werden kaum vergeben. „Die Börse hatte nun sechs Jahre lang geldpolitisch optimale Bedingungen; die Erwartungen der von den Notenbanken verwöhnten Anleger sind entsprechend hoch. Da drohen empfindliche Rückschläge“, warnt Ehrhardt.

Fonds und Indexfonds

Kontra: Anteil stark steigender Aktien sinkt.

Wenn nur noch wenige Aktien eine Hausse treiben, deutet dies eine Trendwende an. In Europa haben 57 Prozent der 500 größten Börsenwerte auf Zwölfs-Monats-Sicht stärker zugelegt als der entsprechende Index. Zwar wird der Anstieg damit noch breit getragen (im Mittel seit 2001 liegt der Anteil der Kurstreiber bei 60 Prozent). Doch seit Mitte 2013 ist der Wert von 70 Prozent zurückgefallen, ein Warnzeichen.

Börse



Kontra: Aktien sind hoch bewertet.

Das signalisiert das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis, eine robuste Kennzahl. Für das von Nobelpreisträger Robert Shiller erfundene Maß wird der Börsenwert der Unternehmen durch deren gemittelten, inflationsbereinigten Gewinn der letzten zehn Jahre geteilt. Die Langfristperspektive soll verhindern, dass Anleger sich von optimistischen Gewinnprognosen zu Aktienkäufen verleiten lassen. Für den S&P 500 liegt das Shiller-KGV bei 25,9 – über dem Durchschnitt seit 1881 (16,5) – allerdings auch unter dem Rekordhoch von 44,2 in 1999.

Ähnlich ist das Bild im Dax, orientiert man sich an den erwarteten Gewinnen: Der Börsenwert der Dax-Aktien entspricht dem 17-Fachen der von Analysten für 2014 erwarteten Nettogewinne, deutlich über dem langfristigen Mittel von knapp 12.

Pro: Alternativen nicht in Sicht.

Anleger sollten bei der Bewertungsfrage aber nicht nur auf historische Durchschnittswerte schauen, „sondern auch einen Vergleich zu anderen Vermögensklassen ziehen, etwa Anleihen und Immobilien; relativ sind Aktien nach wie vor billig“, sagt Käbisch. Philipp Vorndran, Stratege bei Flossbach von Storch, geht davon aus, dass Pensionsfonds und Versicherungen mehr Aktien nachfragen werden. „Sie können gar nicht anders“, sagt er. „Noch halten sie sich zurück; keiner will der Idiot sein, der als Letzter bei 10.000 Punkten aufgesprungen ist; aber wenn die Marke nachhaltig fällt, werden die Versicherungen kommen; sonst schaffen sie keine Rendite für ihre Kunden mehr.“

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