Aktienrückkäufe Aktien auf Pump sind ein gutes Geschäft

Für Unternehmen sind Schulden billiger als Dividenden. Intel etwa leiht sich Geld über eine Anleihe, um Aktien zurückzukaufen. Warum das ein Pluspunkt für Aktien ist.

Das Intel-Logo an der Unternehmenszentrale in Santa Clara Quelle: dapd

Schulden machen, Aktien kaufen – zu dem Schluss könnten Anleger kommen, die jüngst die Nachrichten zu Intel verfolgt haben: Der US-Chipriese gibt für sechs Milliarden Dollar Anleihen aus und kauft von dem Geld vor allem eigene Aktien zurück. Für Anleger ist das ein Zeichen, dass sich dividendenstarke Aktien jetzt besonders lohnen: Intel kosten Schulden derzeit deutlich weniger als Dividenden. Je nach Laufzeit zahlt Intel zwischen 1,35 und 4,25 Prozent Zins, während Aktionäre zuletzt mehr als vier Prozent Dividendenrendite erzielen konnten.

Je mehr Aktien Intel vom Markt nimmt, desto mehr Geld spart der Konzern. Aktionäre dürfen sich so über ein Investment in ein Unternehmen freuen, das mehr Luft für Investitionen hat. Zusätzlich stabilisiert Intel seinen Aktienkurs. Der stand unter Druck, weil der Konzern die Trendwende zu Tablet-PCs und Smartphones verschlafen hat. Seit Ankündigung der Rückkaufpläne aber legt der Aktienkurs endlich wieder zu.

Billige Finanzierung

Trendsetter war Intel mit der Idee allerdings nicht. Siemens will bis zum Jahresende Aktien im Wert von bis zu drei Milliarden Euro zurückgekauft und teils vom Markt genommen haben. Die Aktion finanzierten die Münchner über 2,7 Milliarden Euro aus frischen Anleihen in verschiedenen Währungen. Für Bonds in Euro muss der Konzern je nach Laufzeit zwischen 0,375 und 1,5 Prozent Zins zahlen – so billig konnte sich noch nie ein Unternehmen in Europa finanzieren. Anleihe-Investoren sollten sich allmählich Gedanken machen. Weil sie immer niedrigere Zinsen akzeptieren, bekommen Unternehmen das Geld langsam zum Nulltarif. Das zeigt: Immer noch setzen viel zu viele Anleger auf Bonds. Wieso eigentlich? Auf Siemens-Aktien bekämen sie rund 3,7 Prozent Dividendenrendite.

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