Aktientipp Imperial Tobacco: Raucher leben länger, als man denkt

Der Gewinn pro Aktie des Tabakonzerns Imperial Tobacco verbesserte sich zuletzt um elf Prozent. Die Chancen stehen gut, dass die Aktie auch weiterhin Gewinn abwirft.

Grafik: Kursverlauf der Imperial Tobacco-Aktie 2009-2010

Raucher sterben aus. Das werden die Vertreter radikal-fundamentalistischer Anti-Raucher-Organisationen gerne hören. Schon 2050 soll es in weiten Teilen der entwickelten Welt keine Raucher mehr geben. So prophezeien es zumindest die Branchenanalysten der Citigroup in einer Studie zum Tabakmarkt. Nur fragt man sich: Was haben die Analysten geraucht?

In Zeiten der Prohibition wurde ebenso weiter getrunken, wie auch heute und morgen weiter geraucht wird – trotz staatlich verordneter Rauchverbote, drastischer Tabaksteuererhöhungen und Kampagnen von Anti-Raucher-Aktivisten.

Raucher sind ziemlich verlässliche Kunden, weil ihre Nachfrage nur gering vom Produktpreis beeinflusst wird. Das bedeutet nicht, dass der Preis überhaupt keine Rolle spielt. Der globale Tabakmarkt verspricht auch, abgesehen von einzelnen Schwellenländern in Afrika, Nahost und Asien, kein dramatisches Wachstum mehr. Genau das aber sorgt für Konsolidierungsfantasie.

Übernahme durch British American Tobacco?

Analysten von Goldman Sachs spekulieren, dass sich der weltweit drittgrößte Tabakkonzern British American Tobacco um den Konkurrenten Imperial Tobacco bemühen könnte. Imperial Tobacco stieg 2008 nach der 12,6 Milliarden Euro schweren Übernahme des französisch-spanischen Konkurrenten Altadis zum weltweit fünftgrößten und in Europa zum zweitgrößten Tabakkonzern auf. Zum Imperial-Imperium gehören unter anderem die Marken Davidoff, Gauloises Blondes, West, Fortuna, Gitanes und John Player Special. Tabakaktien punkten bei Investoren vor allem, weil man sich bei ihnen auf weitgehend stabile und gut vorhersehbare Erträge und Ausschüttungen einstellen kann. Im Geschäftsjahr 2009/10 (30. September) erzielte Imperial bei einem Nettoumsatz von 7,1 Milliarden Pfund Sterling einen operativen Gewinn von 3,1 Milliarden Pfund. Der Gewinn pro Aktie verbesserte sich um elf Prozent auf 178,80 Pence, ausgeschüttet wurden 84,30 Pence pro Aktie. Wenn das Management am 10. Mai den Geschäftsverlauf des ersten Halbjahres präsentiert, werden negative Überraschungen ausbleiben.

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