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Aktientipp Sanofi: Langfristig mehr Gewinn dank Biopower

Wie es um die Aktie des französischen Pharmakonzerns Sanofi bestellt ist.

Grafik: Kursverlauf der Sanofi-Aktie 2008-2011

Die Konkurrenz günstiger Nachahmerprodukte (Generika) und einmalige Kosten (etwa Abfindungen) für den Konzernumbau drückten den Gewinn des französischen Pharmakonzerns im zweiten Quartal auf nur noch eine Milliarde Euro – rund 700 Millionen weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Dennoch zeichnet es sich ab, dass Sanofi seine Gewinnschwäche nun überwindet.

Grund dafür ist vor allem die Integration der neuen Tochter Genzyme. Für mehr als 20 Milliarden Dollar hatte Sanofi den amerikanischen Biotechnologiekonzern gekauft und bis Ende April komplett übernommen. Genzyme bringt Sanofi mehrere Vorteile: Das Unternehmen ist stark bei Medikamenten gegen seltene Krankheiten. Dieses Geschäft bringt hohe Margen, zugleich besteht kaum Generikakonkurrenz. Zudem  hat Genzyme Präparate gegen schwere Krankheiten wie multiple Sklerose, Krebs oder Nierenversagen in der Pipeline, die gut in das bestehende Sortiment passen. Die Sanofi-Manager rechnen damit, dass der Konzerngewinn durch  die Übernahme von Genzyme ab 2013 um rund 15 Prozent höher ausfallen dürfte.

Auch die bisherigen Geschäftsfelder von Sanofi sind vielversprechend, etwa die Sparte Diabetes. Der Bedarf ist hoch, mehr als 260 Millionen Menschen weltweit leiden an dieser Stoffwechselkrankheit. Sanofi ist hier mit dem Blockbuster Lantus ein führender Anbieter. Im zweiten Quartal erzielte das Medikament einen zweistelligen Umsatzzuwachs. In Zusammenarbeit mit dem Smartphone-Hersteller Apple bieten die Franzosen neue  Datendienstleistungen zur Messung des Blutzuckers an.

Erweitert wird auch das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten. Hier sind die Gewinnspannen zwar nicht so üppig, dafür fließen die Einnahmen stetig. Ebenfalls ausbauen wird Sanofi das aussichtsreiche Geschäft mit Impfstoffen.

Sanofi ist – auch nach der Übernahme von Genzyme – solide finanziert. Derzeit stehen 52,5 Milliarden Euro Eigenkapital in den Büchern. Das ist mehr als die Hälfte der Bilanzsumme und deckt einen großen Teil des Börsenwerts (derzeit 66 Milliarden Euro). Die Aktie ist günstig bewertet, wenig konjunkturabhängig und bietet mehr als fünf Prozent Dividendenrendite.

Die WirtschaftsWoche bewertet die Sanofi-Aktie mit einem Chance-/Risikoverhältnis von  5/4 (von 10).

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