Allianz-Tochter Pimco zahlt 81 Millionen Dollar als Trostpflaster für Bill Gross

Der frühere Bond-König Bill Gross bekommt von der ein von ihm gegründeten, heutigen Allianz-Tochter Pimco nachträglich 81 Millionen US-Dollar. Gross hatte wegen angeblicher Intrigen und Rufschädigung geklagt.

Bill Gross, Mitgründer und langjähriger Chef der Pacific Investment Management Company (PIMCO), hat nach seinem Abgang die Pimco-Mutter Allianz erfolgreich verklagt. Quelle: REUTERS

New YorkDie amerikanische Allianz-Tochter Pimco kommt der Abschied von Bill Gross noch im Nachhinein teuer zu stehen. Die Fondsgesellschaft hat sich nach Angaben verschiedener US-Medien mit dem früheren Anleihen-Guru auf die Zahlung von 81 Millionen US-Dollar geeinigt. Gross hatte seinen ehemaligen Arbeitgeber ursprünglich auf 200 Millionen Euro verklagt, weil er seiner Ansicht nach unrechtmäßig aus dem Unternehmen gedrängt worden sei. Dadurch habe sein Image gelitten und ihm seien Gehalt und Boni entgangen.

Gross hatte Pimco vor mehr als 40 Jahren gegründet und die Investmentgesellschaft auch nach dem Verkauf an die Allianz im Jahr 2000 lange erfolgreich weitergeführt. Doch im September 2014 hatte er das Haus im Streit verlassen und bei dem viel kleineren Konkurrenten Janus angeheuert.

Gross sah sich als Opfer einer Intrige, die vor allem von Daniel Ivascyn angezettelt worden sei, der ihm selbst als Chef-Investor bei Pimco gefolgt war. Bei Pimco hieß es, Gross hätte die Probleme durch sein eigenes teils erratisches Verhalten selbst verschuldet. Er habe Kritik nicht vertragen und einen harschen Führungsstil an den Tag gelegt.

Die reichsten Hedgefonds-Manager weltweit
Platz 10: David ShawMit einem Vermögen von 4,6 Milliarden Dollar schafft es der amerikanische Investor David Shaw unter die zehn reichsten Hedgefonds-Manager weltweit. Doch im Vergleich erscheint er wie ein kleiner Fisch. Andere Hedgefonds-Manager haben über das Vierfache an Vermögen. Quelle: Hurun Report 2017 Quelle: PR
Platz 9: Bruce Kovner Bruce Kovners Eltern wurden als Juden verfolgt und flüchteten aus Polen nach Amerika. Kovner fiel später in der Schule auf und erhielt ein Stipendium, das es ihm ermöglichte, in Harvard zu studieren. Über Umwege fand er schließlich in die Finanzindustrie. 1977 wettete er für 3.000 Dollar auf Sojabohnen. Der Kontrakt stieg auf 40.000 Dollar und fiel später auf etwa die Hälfte zurück. Heute zählt er mit einem Vermögen von 5,7 Milliarden Dollar zu den reichsten Hedgefonds-Managern der Welt. Quelle: PC Cam Capital
Platz 8: Kenneth GriffinDer 48-jährige Multi-Milliardär liegt mit 6 Milliarden Dollar auf Platz acht der reichsten Hedgefonds-Manager der Welt. Er gründete das Hedgefondsunternehmen Citadel und ist dessen Vorsitzender. Griffin ist ein begeisterter Kunst-Sammler und kaufte 2016 für 200 Millionen Dollar ein Bild von Jackson Pollock und für 300 Millionen Dollar eines von Willem de Kooning. Quelle: REUTERS
Platz 7: John PaulsonDer Hedgefonds-Manager John Paulson kommt auf ein Vermögen von 9,7 Milliarden Dollar. Er ist Gründer und Präsident der Investmentgesellschaft Paulson & Co. 2012 spendete er dem New Yorker Central Park 100 Millionen Dollar (etwa 77 Millionen Euro) – die bis dahin höchste Spende der Geschichte des Parks. Quelle: dpa
Platz 6: David TepperDer Gründer und Präsident von Appaloosa Management kommt auf ein Vermögen von 11 Milliarden Dollar. Bloomberg wählte ihn zur reichsten Person von New Jersey. Im Jahr 2016 wuchs sein Vermögen um 5,17 Milliarden Dollar und damit so stark wie von keinem anderen Hedgefonds-Manager. Er kommt damit auch einen Stundenlohn von 590.000 Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 5: Steven CohenDer US-amerikanische Unternehmer und Hedgefonds-Manager Steven A. Cohen ist großer Kunstliebhaber. In seinem Besitz befinden sich unter anderem Werke von Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Edvard Munch. Sein Vermögen beträgt 14 Milliarden Dollar. Damit schafft es unter die Top Fünf der reichsten Hedgefonds-Manager. Allerdings muss er sich den Platz teilen... Quelle: REUTERS
Platz 5: Stephen Schwarzman...und zwar mit Stephen Schwarzman. Der 69-jährige Blackstone-Gründer gilt als aggressiver Strippenzieher im Wirtschaftssystem. Er liegt mit 14 Milliarden Dollar Vermögen auf Platz fünf der reichsten Hedgefonds-Manager der Welt. Quelle: REUTERS

Die Allianz, die im Jahr 2000 Pimco gekauft hatte, hatte das Verhalten von Gross lange geduldet, weil seine Ergebnisse extrem gut waren. Selbst den Star-Kult um den Anleihe-König von der Westküste duldete der deutsche sonst eher zurückhaltende Versicherer. Das Gleiche galt für die absurd hohen Vergütungen von Gross, die in dreistelliger Millionenhöhe lagen und deutsche Vorstandsgehälter um ein Vielfaches übertrafen.

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Doch als im Jahr 2013 der jahrzehntelange Trend zu immer niedrigeren Zinsen endete und Gross nicht mehr seine phänomenalen Ergebnisse bringen konnte, war die Allianz nervös geworden. Mit mehreren Fehlspekulationen spitzte sich die Lage immer mehr zu, bis es schließlich zur Trennung kam.

Gross hatte Pimco 1971 gegründet und über Jahrzehnte vor allem mit dem Flaggschiff-Fonds, dem Total Return Fund, Milliarden an Erträgen verdient. Er gilt als Erfinder des aktiven Managements von Anleihen, bei dem geschickt die Zinsunterschiede einzelner Restlaufzeiten genutzt werden. Als seine Erfolgsserie riss – und noch mehr nach seinem Abgang – kam es zu hohen Mittelabflüssen bei Pimco.

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