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Aluminiumkonzern Alcoa sendet keine Konjunkturimpulse

Das Ritual wiederholt sich vierteljährlich: Der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa legt als erster großer Börsenkonzern seine Zahlen vor. Die gelten als Indikator für die Entwicklung von Konjunktur und Unternehmen – und sind somit wichtig für die Börsenstimmung. Aber die Interpretation ist auch diesmal nicht eindeutig.

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Signalwirkung für die Konjunktur - Der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa legt seine Zahlen vor Quelle: dpa

Für Klaus Kleinfeld hat sich der Wechsel von der Siemens-Konzernspitze auf den Chefsessel des amerikanischen Aluminiumriesen Alcoa als richtig erwiesen. Denn anders als beim von Negativschlagzeilen geplagten deutschen Industrieriesen konnte der deutsche Topmanager beim größten Aluminiumkonzern der Welt Punkte sammeln. Vor allem, weil er erfolgreich auf die fallenden Aluminiumpreise reagierte. Er reduzierte die Produktionskapazitäten und legte mehr Gewicht auf gewinnträchtige Produkte wie etwa Schrauben und Bolzen für Flugzeughersteller. Das Konzept scheint aufzugehen, denn trotz Umsatzschwund steigen die Gewinne bei Alcoa. Kleinfeld hat sich als Alcoa-Chef einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Dass die Wirtschaftswelt alle drei Monate die Alcoa-Zahlen wegen ihrer Signalwirkung für die Konjunktur und die beginnende Berichtssaison mit Spannung erwartet, hat diese Entwicklung zusätzlich befeuert.

Aluminium gibt dem Dax neue Kraft

Aluminium ist ein wichtiger Industrierohstoff und wird vor allem im Automobil- und Flugzeugbau immer wichtiger. Daher gilt das Leichtmetall ähnlich wie Kupfer als Gradmesser für die konjunkturelle Entwicklung. Dass die Aluminiumpreise seit nunmehr sieben Quartalen in Folge gefallen sind, bremst somit den Optimismus. Das konnten auch die Alcoa-Zahlen nicht ändern, eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Dabei waren die Zahlen aus Unternehmenssicht erfreulich. Alcoa verdiente im ersten Quartal insgesamt 149 Millionen Dollar – das war mehr als anderthalb mal so viel wie im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. „Das war ein starkes Quartal“, erklärte denn auch Alcoa-Chef Kleinfeld am Montag nach US-Börsenschluss in New York. Dabei blieben die Aluminiumpreise weiter unter Druck, was neben anderen Faktoren für einen Umsatzrückgang um drei Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar sorgte. Ein deutlicher Konjunkturaufschwung sieht anders aus.

Sparkurs trägt Früchte

Alcoa-Absatz bleibt hinter Erwartungen zurück

Kleinfelds Sparkurs trug jedoch Früchte, das Unternehmen behauptet sich in schwierigen Zeiten. Einen kleinen Lichtblick gab es für Konjunkturbeobachter dennoch. Dem Unternehmen kommt der hohe Bedarf der Auto- und Flugzeugbauer nach Aluminium zugute und Kleinfeld bestätigte seine Prognose, nach die Nachfrage in diesem Jahr um insgesamt sieben Prozent steigen wird. Vor allem der Flugzeugbau soll positive Impulse liefern, weil Fluggesellschaften derzeit ihre Flotten erneuern.

Die Konjunkturaussichten bleiben somit ebenso gemischt wie die Unternehmenszahlen. Zumindest für die US-Autobranche sandten die Alcoa-Zahlen jedoch positive Signale. Die US-Autohersteller erlebten im März den besten Monat seit dem August 2007

Die Anleger blieben dennoch skeptisch. Die Alcoa-Aktie fiel nachbörslich zunächst um ein Prozent. Nach Börseneröffnung in Frankfurt konnte sich der Wert nur leicht erholen.

Börse



Schlechte Prognosen

Für die kommenden Quartale gehen Analysten dennoch von schlechteren Zahlen aus. Begeisterung wollte bei befragten Analysten nicht aufkommen. Die Aluminiumpreise seien mit 1900 Dollar je Tonne weiter zu niedrig. Vor zwei Jahren lag der Preis noch bei 2500 Dollar je Tonne.

Ende dieser Woche legen die US-Großbanken JPMorgan Chase und Wells Fargo ihre Geschäftszahlen vor. In der kommenden Woche folgen Technologieschwergewichte wie Intel, Google oder IBM. Zumindest in der Tech-Branche sehen viele Investoren noch erhebliches Potenzial für Kursanstiege. In Deutschland beginnt die Bilanzsaison etwas später.

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