WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Anleihen und Aktien zugleich Wandelanleihen - aus Minizinsen werden Kursgewinne

Seite 4/4

Bequemer Einstieg mit Wandelanleihenfonds

Der Kurs der Wandelanleihe bewegt sich in der Regel langsamer als der Kurs der Aktie. Je weiter sich der Aktienkurs über dem Strike-Preis befindet, umso paralleler verlaufen die Kurse von Aktien- und Wandelanleihe. Je näher der Aktienkurs dem Preis kommt, zu dem die Wandlung nach Abzug von Gebühren, ausstehenden Zinszahlungen und Aufschlägen auf den Nennwert eine Rendite verspricht (Strike-Preis), umso unempfindlicher wird der Kurs der Wandelanleihe vom Kurs der Aktie. Fällt die Aktie unter den Strike-Preis, notiert die Wandelanleihe nahe an 100 Prozent des Nennwerts. Die Aktienoption ist dann wertlos, aber das eingesetzte Kapital bleibt wie bei einer normalen Unternehmensanleihe vor Verlusten geschützt. Die Faustregel, dass Wandelanleihen Kursverluste der Aktie zu einem Drittel, Kursgewinne hingegen zu zwei Dritteln nachvollziehen, ist in der Praxis kaum brauchbar, verdeutlicht aber in etwa die Intensität der Wechselwirkungen.

So legen Sie Ihr Geld möglichst günstig an
GirokontoZahlen Sie noch Gebühren für Ihr Girokonto? Viele Geldinstitute bieten inzwischen auch kostenlose Alternativen an. Gerade bei Direktbanken ist das gebührenfreie Konto zum Standard geworden. Wer auf seine Filiale um die Ecke nicht verzichten möchte, findet aber auch unter den traditionellen Banken Anbieter, bei denen das Konto kostenlos ist. Quelle: dpa
Angebote vergleichenSchon bei der Wahl des Kontos lohnt es sich, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen. Während es bei einigen die Kreditkarte kostenlos gibt, werben Banken auch immer öfter mit anderen Zusatzleistungen. Die Postbank beispielsweise beglückt neue Kunden ihres "Postbank Giro Plus" derzeit mit einem kostenlosen Smartphone, wenn das Konto als Gehaltskonto geführt und online beantragt wird. Grundsätzlich muss das Kleingedruckte angeschaut werden, oft sind Konten nur kostenlos, wenn monatlich ein gewisser Betrag eingeht. Quelle: dpa
Gebühren am AutomatenGerade im Ausland kann Geldabheben extrem teuer werden - je länger und weiter die Reise ist, desto kostspieliger wird es oft. Einige Geldinstitute bieten ihren Kunden an, kostenlos auf der ganzen Welt Geld abzuheben - egal bei welcher Bank Sie gerade sind. Globetrotter sollten nach derartigen Angeboten, wie sie beispielsweise die Direktbank DKB hat, Ausschau halten. Quelle: dpa
DispozinsenAm meisten spart sicher derjenige, der den Dispo überhaupt nicht braucht und entsprechend auch keine Überziehungszinsen zahlen muss. Wer allerdings hin und wieder auf den Dispo angewiesen ist, sollte sich über die herrschenden Unterschiede informieren. Angesichts der erneuten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben einige Banken ihren Dispo zuletzt gesenkt, darunter auch Deutsche Bank und Commerzbank. Auch wenn es sich oft nur um Zinskosmetik handelt, lohnen sich Vergleiche zwischen verschiedenen Anbieter. Quelle: dpa
ETF statt teures FondsmanagementAktien gelten in der Niedrigzinsphase als alternativlos, was die Rendite angeht. Auf einzelne Aktien sollten allerdings eher erfahrene Anleger setzen, das Risiko im Depot soll bestmöglich gestreut werden. Bleiben für viele Privatanleger nur Fonds. Wer da auf aktiv von Fondsmanagern verwaltete Angebote setzt, muss natürlich auch das Fondsmanagement finanzieren und zahlt entsprechend hohe Gebühren. Anders bei ETFs. Das sind Indexfonds, die den jeweiligen Index, beispielsweise den Dax abbilden. Hier sind die Gebühren deutlich niedriger. Verschiedene Angebote hat beispielsweise iShares, der ETF-Anbieter des Vermögensverwalters Blackrock. Die ETFs können bei Banken und Sparkassen erworben werden. Bei einigen Direktbanken und Sparkassen kann sogar ein Sparplan abgeschlossen werden, bei dem monatliche Raten eingezahlt werden. Regelmäßiges Sparen funktioniert also auch kostengünstig mit Indexfonds. Quelle: REUTERS
DepotAuch die Kosten fürs Wertpapierdepot variieren von Bank zu Bank. Wer seine Geldanlage lieber selber in die Hand nimmt, kann normalerweise besonders viel sparen. Insbesondere regelmäßiges Sparen wird oft mit niedrigeren Depotkosten belohnt. Wer beispielsweise bei der comdirect mindestens quartalsweise in einen ETF-Sparplan einzahlt, dem werden die Gebühren für die Depotführung erlassen. Quelle: dpa
Jährlich statt monatlichVersicherungen gehören zu einer guten Geldanlage dazu. Zumindest die existenziellen Risiken sollten abgesichert sein. Wer seinen Beitrag bei Haftpflicht- oder Hausratversicherung einmal jährlich zahlt statt jeden Monat kleine Raten, kommt normalerweise günstiger davon. Das gilt beispielsweise auch für Kfz-Versicherungen. Quelle: dpa

Viele Experten raten daher Privatanlegern aufgrund der Komplexität vom Kauf einzelner Wandelanleihen ab. Wer sich weniger ausgiebig mit den technischen Merkmalen von Wandelanleihen beschäftigen will, kann auch Profis die Auswahl überlassen. Eine gute Alternative für eine Beimischung im Wertpapierdepot sind daher spezialisierte Fonds. Zudem kommen Anleger auf diesem Wege an Anteile von Wandelanleihen, für die die Mindestanlagesumme im sechsstelligen Euro-Bereich oder darüber liegt, was die Risikostreuung zusätzlich verbessert.

Die meisten "Convertible"-Fonds werden aktiv von einem Fondsmanager gesteuert. Während einige weltweit investieren und somit auch Währungsrisiken berücksichtigen müssen, setzen andere vor allem auf Wandelanleihen mittelgroßer und großer Unternehmen in der Heimatregion. Die Gewinne fallen somit unterschiedlich aus, zumal das Anlageuniversum der Wandelanleihen bei globalem Anlagefokus entsprechend größer ist.

Den richtigen Wandelanleihefonds finden

Wer einen passenden Fonds sucht, wird bei den Rentenfonds fündig. Das Analysehaus Morningstar etwa listet auf seiner Website knapp achtzig verschiedene Euro-Wandelanleihefonds für Privatanleger, hinzu kommen hunderte mit globaler Ausrichtung, in Dollar, Pfund und Schweizer Franken, mal mit mal ohne Währungsabsicherung.

Ein Blick auf die Performance zeigt deutlich, dass die Fonds zuverlässig eine ansehnliche Rendite abwerfen. Allerdings sollten Anleger nicht nur auf das vergangene Jahr schauen. Wichtig ist zunächst die langfristige Entwicklung. Die Top-20-Fonds haben in den vergangenen drei Jahren allesamt mehr als neun Prozent Plus im Jahr geschafft, in der Spitze bis zu 11,6 Prozent. Auch auf Fünf-Jahressicht gelang dem oberen Viertel der Fonds immerhin noch ein Plus von mindestens sechs Prozent, in der Spitze waren es 8,5 Prozent - trotz des schlechten Börsenjahres 2011 und eines schwachen 2014. Der schlechteste Fonds aus dieser Auswahl schaffte im Fünf-Jahres-Durchschnitt 1,3 Prozent - und damit immer noch mehr als die meisten Tagesgeldkonten.

Die erfolgreichsten Wandelanleihefonds

Bei der Auswahl sollten die Anleger allerdings Zeit nehmen, denn die Unterschiede jenseits der Performance sind teilweise enorm. Insbesondere die Kosten sollten sie fest im Blick halten. So liegen etwa die laufenden Gebühren zwischen 0,4 und 3,2 Prozent jährlich. Hinzu kommen einmalige Ausgabeaufschläge zwischen null und fünf Prozent. Zudem sind die Risiken unterschiedlich hoch, je nachdem, ob die Fondsmanager primär auf Sicherheit oder steigende Aktienkurse aus sind und abhängig davon, in welchen Währungsräumen und Anlageregionen sie investieren. Zum Beispiel stehen Wandelanleihefonds aus der Schweiz seit dem Einmaleffekt der massiven Aufwertung des Franken dick im Plus. Das verzerrt die Aussage zum Anlageerfolg erheblich.

Es gibt sogar einen börsengehandelten passiven Wandelanleihefonds auf einen Index für Wandelanleihen. Der SPDR Thomson Reuters Global Convertible Bond UCITS überzeugt mit niedrigen Kosten: 0,5 Prozent jährlich, kein Ausgabeaufschlag.

Eins haben die besten Convertible-Fonds in den vergangenen Jahren jedenfalls klar gezeigt: sie profitieren zwar kräftig von steigenden Aktienkursen, federn aber Verluste in Krisenjahren deutlich ab. Eine ideale Eigenschaft in Zeiten expansiver Geldpolitik und brummender Aktienmärkte - und eine gute Ergänzung im Depot.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%