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Anleihen und Aktien zugleich Wandelanleihen - aus Minizinsen werden Kursgewinne

Wandelanleihen sind derzeit gefragt, weil sie Verluste begrenzen, gleichzeitig aber von Börsenrekorden profitieren. Wie Privatanleger die Zwitter-Papiere erfolgreich nutzen.

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Verwandlung an der Börse, wie aus sicheren Anleihen ertragreiche Aktien werden. Quelle: Fotolia

Der Anleihemarkt ist schon bis zum Bersten mit Notenbankgeld vollgepumpt, die Verzinsung ist mickrig. Weil viele Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen auf festen Zins und wenig Risiko setzen, sind die Anleihekurse hoch und Zinsen im Keller. Die Aktienmärkte klettern hingegen von einem Allzeithoch zum nächsten, das Risiko von Kursverlusten nimmt jedoch gleichzeitig zu.

Was liegt also näher, als in beide Anlagenklassen gleichzeitig zu investieren. Besonders elegant und bequem ist daher ein Investment zwischen Anleihe und Aktie: Wandelanleihen, im Angelsächsischen Convertible Bonds genannt. Die sind beides: Anleihe und Aktie zugleich. Derzeit sind sie bei Profi- wie Privatanlegern besonders beliebt. Allerdings haben die Papiere so ihre Eigenheiten.

An der Börse gibt es nur selten Gelegenheiten, um einen hundertprozentig sicheren Kursgewinn einzufahren. Inhaber einer Lufthansa-Wandelanleihe haben sie jedoch noch bis zum 17. März. Der Hintergrund: Die Frankfurter Fluggesellschaft will sich von ihrer Beteiligung an der US-Fluglinie Jetblue trennen. Zu diesem Zweck hat sie bereits 2012 eine Wandelanleihe auf den Markt gebracht. Die läuft bis 2017 und kann vom Inhaber gegen Jetblue-Aktien zu dem seinerzeit festgelegten Kurs von 5,02 Euro eingetauscht werden. Weil die Jetblue-Aktie seitdem von Kursen um die vier Euro auf inzwischen mehr als 15 Euro gestiegen ist, will Lufthansa die Wandlung vorzeitig abschließen. Anlegern winken durch Umtausch der Anleihe gut zehn Euro Prämie pro Aktie. Das ist es verständlich, dass bei diesem Kurs 99,99 Prozent der Inhaber der Wandelanleihe dem Aktientausch bereits zugestimmt haben. Es entgehen ihnen nur geringe Einnahmen aus Zinskupons bis zum Laufzeitende in 2017. Der Anspruch auf Rückzahlung des Anleihe-Nennwertes erlischt natürlich mit dem Umtausch.

So sparen die Deutschen
65 Prozent aller Westdeutschen sparen regelmäßig, im Osten sind es dagegen nur 56 Prozent Quelle: dpa
56 Prozent aller alleinstehenden Deutschen sparen regelmäßig Quelle: dpa
Die finanzielle Bildung hängt offenbar nicht mit der schulischen Bildung zusammen Quelle: dpa
Die Sparsituation hängt in Deutschland stark von der beruflichen Situation ab Quelle: dpa
Wer mehr verdient, der spart auch mehr Quelle: dpa
Wo wird fleißiger gespart: In Großstädten oder auf dem Land? Quelle: dpa/dpaweb
Bei den Bundesländern ist Bayern das Land der Sparer Quelle: dpa

Wandelanleihen lohnen sich besonders, wenn die Aktienkurse wie derzeit auf breiter Front steigen. Der Clou liegt in der Wahlmöglichkeit einer Wandlung. Anleger, die zumindest ihr investiertes Kapital mit einer sicheren Verzinsung zurückhaben möchten, können einfach bis zum Laufzeitende der Wandelanleihe warten. Eine Pflicht zur Wandlung in Aktien besteht nicht, es gibt sie nur bei sogenannten Zwangs- oder Pflichtwandelanleihen. „Wandelanleihen sind ein Weg, von der Entwicklung am Aktienmarkt zu profitieren, begrenzen aber gleichzeitig mögliche Verluste an der Börse. Es bleibt immer die Möglichkeit, die Option zur Wandlung in eine Aktie nicht zu ziehen und das investierte Geld samt ausgewiesener Verzinsung am Ende der Laufzeit mitzunehmen – genau wie bei einer normalen Unternehmensanleihe“, erklärt Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

So sieht die Geldanlage der Deutschen aus

Für Privatanleger sind somit vor allem die Wandelanleihen ohne Pflicht- oder Zwangsumtausch attraktiv, ausgestattet mit einer freiwilligen Option auf einen Tausch in Aktien. Dazu gehören auch Umtauschanleihen, bei denen die Anleihe in Aktien eines anderen Unternehmens gewandelt werden können – wie im Fall von Lufthansa und Jetblue.

Das beste aus zwei Anlageklassen

Damit ist das Funktionsprinzip von Wandelanleihen allerdings nur grob umrissen. „Für Börsenneulinge sind sie nur bedingt geeignet. Auch wenn der Begriff Wandelanleihen simpel klingt, sind diese Papiere oft durchaus kompliziert“, so Kurz. Das Problem: Der Preis einer Wandelanleihe reagiert zwar auf die Entwicklung am Aktienmarkt, allerdings nicht direkt. Zudem gibt es viele Parameter, die über die Attraktivität einer Wandelanleihe entscheiden, wie etwa der Nennwert, Ausgabepreis, die Verzinsung, der festgelegte Wandlungskurs, die Laufzeit, die noch ausstehenden Zinszahlungen, Kostenstruktur, Gebühren und einige mehr. Dennoch ließen sich auch Wandelanleihen intellektuell durchdringen, wenn sich der Anleger intensiv damit beschäftigt, sagt Kurz.

Wie die Dax-Konzerne ihre Anleger verwöhnen
Dax-Konzerne werden 2015 wohl einen Rekordwert von 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten Quelle: AP
Die Allianz verwöhnte ihre Aktionäre bereits in diesem Jahr und wird 2015 wohl die höchste Dividendenrendite ausweisen. Der Konzern erhöht seine Ausschüttungsquote um fast 30 Prozent. Dass die Allianz so spendabel ist, liegt unter anderem am hohen Nettogewinn des Versicherungskonzerns: Dieser wird fürs laufende Jahr wohl 6,5 Milliarden Euro betragen (in den ersten neun Monaten verdiente die Allianz bereits fünf Milliarden Euro). Dividendenrendite: 4,7 ProzentDividende: 6,85 Euro pro Aktie Quelle: dpa
Der Rückversicherungskonzern Munich Re gehört ebenfalls zu den spendablen Dividendenzahlern. Der Konzern geht von einem Ergebnis von „leicht über drei Milliarden Euro“ aus. Vor allem weniger Belastungen durch Naturkatastrophen sorgten bei der Munich Re für einen Gewinnsprung im vergangenen Quartal. Dividendenrendite: 4,3 Prozent Dividende: 7,75 Euro pro Aktie Quelle: dpa
BASF Quelle: obs
Daimler Quelle: dpa
Die Zahlungen der Deutschen Telekom an die Anteilseigner sollen von 2015 bis 2018 im Schnitt jährlich um zehn Prozent wachsen. Die Dividendenprognose ist an das Wachstum des Free Cash Flow gekoppelt. Damit bleibt die Telekom eine der spendabelsten Dax-Konzerne. Dividendenrendite: 3,1 Prozent Dividende: 0,50 Euro pro Aktie Quelle: REUTERS
Die Deutsche Börse hat unter der Führung von Reto Francioni glänzende Jahre hinter sich. Der neue Chef Carsten Kengeter, ein früherer Investmentbanker, wird erst einmal zeigen müssen, ob er an Francionis Erfolg anknüpfen kann. Dividendenrendite: 3,0 Prozent Dividende: 2,10 Euro pro Aktie Quelle: dpa

Vor allem mit dem hinter einer Wandelanleihe stehenden Unternehmen und seiner Aktie sollten sich Anleger gut auskennen. „Wer sich für ein Investment in Wandelanleihen entscheidet, sollte eine klare Meinung zur weiteren Börsenentwicklung und zu den emittierenden Unternehmen haben. Wer in so ein Papier investiert, muss wissen, was passiert, wenn sich die Kurse in die eine oder andere Richtung bewegen“, erklärt Jürgen Kurz. 

Wandelanleihen bieten sowohl dem emittierenden Unternehmen als auch den Anlegern ein paar Vorteile.

Zunächst zu den Unternehmen: Sie profitieren vom frischen Kapital, dass sie durch die Ausgabe einer Wandelanleihe einsammeln. Weil das Papier die Option auf günstige Aktien enthält, ist zugleich die Verzinsung im Vergleich zu normalen Unternehmensanleihen niedriger. Den Kredit, den die Unternehmen von den Anlegern bekommen, erhalten sie so billiger. Weil das Zinsniveau insgesamt sehr niedrig ist, finden immer häufiger auch unverzinste Wandelanleihen Abnehmer. Die wollen ihr Verlustrisiko begrenzen, aber trotzdem an der Börsenentwicklung teilhaben. Sonst müssten sie für die höhere Renditechance auf Aktien auch deutlich höhere Risiken eingehen.

Das zeigt das Beispiel der RAG-Stiftung. Deren unverzinste Wandelanleihen sind primär eine Wette auf steigende Aktienkurse. Mit einer neuen Umtauschanleihe will die RAG Stiftung ihre Mehrheitsbeteiligung am Chemiekonzern Evonik schrittweise reduzieren.

Erst im Februar hat die Stiftung deshalb eine Wandelanleihe im Volumen von einer halben Milliarde Euro platziert, die einen Umtausch in Evonik-Aktien zum Preis von 37,98 Euro erlaubt. An der Anleihe selbst verdienen Anleger in diesem Fall zunächst nichts. Im Gegenteil: Die Verzinsung liegt bei null Prozent und schon der Ausgabepreis lag einen Prozentpunkt über dem Nennwert der Anleihe, also der vom Unternehmen garantierten Rückzahlung zum Laufzeitende. Ohne Kursgewinne werden die RAG-Umtauschanleihen somit zum Minusgeschäft.

Der Evonik-Aktienkurs ist allerdings ein Trauerspiel. Den Kurs zum Börsendebüt hat die Evonik-Aktie bislang nicht mehr erreicht, das Papier dümpelt an der Börse wegen stagnierender Gewinne dahin. Um den Umtauschpreis zu erreichen, müsste die Aktie vom aktuellen Kursniveau aus zunächst um mehr als 23 Prozent steigen.

Aktienoption für Anleihekäufer

Für Anleger ist das Papier offenbar auch mit Null-Verzinsung interessant; die Nachfrage überstieg die Erwartungen der RAG-Stiftung deutlich. Denn auch ohne Verzinsung bietet die Wandelanleihe einen wichtigen Vorteil: Die möglichen Verluste sind auf den Nennwert der Wandelanleihe begrenzt. Der Nennwert entspricht dem Kredit, den der Anleger dem Unternehmen gibt und auf dessen kompletter Rückzahlung am Laufzeitende er Anspruch hat. Sofern das emittierende Unternehmen nicht Pleite geht, wird das investierte Geld also sicher zurückgezahlt.

Die beliebtesten Geldanlagen der Deutschen
Platz 6: Unternehmensanleihen6000 von 100.000 Euro würden die Deutschen noch in Unternehmensanleihen stecken, also 6 Prozent. Für die meisten Bundesbürger kommt ein solches Investment nicht infrage: 67 Prozent würden nicht ihr Geld nicht in Firmenanleihen anlegen. Quelle: imago images
Mehr als die Hälfte der Befragten können sich die Anlage in Staatsanleihen nicht vorstellen: 60 Prozent lehnen dies laut Umfrage ab. Quelle: dpa
5. Platz: StaatsanleihenZu hohes Risiko: Nur 9 Prozent von 100.000 Euro würden die Deutschen in Staatsanleihen anlegen. Quelle: dpa
Knapp zwei Drittel der Deutschen lehnt dankend ab: 63 Prozent würden kein Geld in Fonds anlegen. Quelle: dpa
Platz 4: FondsFonds als Anlage erwägen nur wenige Deutsche: 10 Prozent von 100.000 Euro würden die Befragten in Fonds stecken. Quelle: dpa
Vielen Bundesbürgern sind Aktien aber zu risikoreich: 48 Prozent der Deutschen schließen die Wertpapiere als Anlage aus. Quelle: dpa
3. Platz: AktienFür Aktien haben viele Deutsche nichts übrig: 14 Prozent von 100.000 Euro würden die Befragten in Wertpapiere investieren. Quelle: dpa

Wandelanleihen oder darauf konzentrierte Fonds seien sicher einen Blick wert, meint Aktionärsschützer Kurz. Der Vorteil liege auf der Hand: „Anleger partizipieren zumindest teilweise an einer positiven Börsenentwicklung, bei fallenden Aktienkursen sei das Rückschlagpotenzial jedoch begrenzt.“

An den Rentenbörsen sind Wandelanleihen jederzeit handelbar. Ein steigender Kurs der zugrunde gelegten Aktie lässt dort auch den Kurs der Wandelanleihe steigen. Für Anleger ist das wichtig, weil sie Wandelanleihen so schon vor dem Fälligkeitstermin problemlos wieder verkaufen können. Diese Flexibilität ist für Investoren ein gewichtiger Pluspunkt, vor allem wenn der Aktienkurs schon deutlich über den Wandlungspreis geklettert ist und eher Kursverluste zu befürchten sind. „Aufgrund unseres konservativen Investmentstils verkaufen wir in solchen Situationen gern und realisieren Gewinne. Allerdings forcieren wir damit keine Wandlung, sondern wählen den operativ einfacheren Weg des Verkaufs“, erklärt Martin Kühle, Investment Director Convertible Bonds bei Schroders Investment Management. Privatanleger hindert nichts daran, ebenso vorzugehen, nur sollten sie dabei auch Handelsgebühren und die Steuer auf realisierte Gewinne im Blick behalten.

Steuervorteil nach Ablauf der Spekulationsfrist

Steuerlich werden Wandelanleihen etwas anders behandelt als Aktien. Zunächst stellen nur die während der Laufzeit ausgeschütteten Zinsen steuerpflichtige Gewinne dar, auf die 25 Prozent Kapitalertragsteuer fällig werden, wenn der Steuerfreibetrag bereits ausgeschöpft ist. Durch die Wandlung selbst entsteht kein steuerpflichtiger Gewinn, da beim Umtausch der Anleihe in Aktien kein Verkauf stattfindet und damit auch keine realisierten Gewinne entstehen. Lediglich Kursgewinne, die beim Verkauf der Wandelanleihe oder der eingetauschten Aktien anfallen. Nur wenn die Wandelanleihe nach dem Erwerb beziehungsweise die Aktie nach dem Wandlungstermin innerhalb von zwölf Monaten verkauft wird, müssen Anleger ihren Gewinn versteuern.

Wie man an der Börse die besten Chancen hat

Für eine spürbare Rendite muss der Aktienkurs über den Wandlungspreis steigen - je deutlicher, desto besser. „Der Wert eines Umtauschrechtes ist in erster Linie abhängig von der Bewegung am Aktienmarkt. Als Optionsrecht hat es immer einen positiven Wert“, erklärt Kühle vom Fondsanbieter Schroders. „Steigt der Aktienmarkt wie in den vergangenen Jahren an, bewegt sich die Option über den sogenannten Strike Preis. Jede weitere Preissteigerung der Aktie hat nun einen hohen Einfluss auf das Gesamtpaket Wandelanleihe.“

Bequemer Einstieg mit Wandelanleihenfonds

Der Kurs der Wandelanleihe bewegt sich in der Regel langsamer als der Kurs der Aktie. Je weiter sich der Aktienkurs über dem Strike-Preis befindet, umso paralleler verlaufen die Kurse von Aktien- und Wandelanleihe. Je näher der Aktienkurs dem Preis kommt, zu dem die Wandlung nach Abzug von Gebühren, ausstehenden Zinszahlungen und Aufschlägen auf den Nennwert eine Rendite verspricht (Strike-Preis), umso unempfindlicher wird der Kurs der Wandelanleihe vom Kurs der Aktie. Fällt die Aktie unter den Strike-Preis, notiert die Wandelanleihe nahe an 100 Prozent des Nennwerts. Die Aktienoption ist dann wertlos, aber das eingesetzte Kapital bleibt wie bei einer normalen Unternehmensanleihe vor Verlusten geschützt. Die Faustregel, dass Wandelanleihen Kursverluste der Aktie zu einem Drittel, Kursgewinne hingegen zu zwei Dritteln nachvollziehen, ist in der Praxis kaum brauchbar, verdeutlicht aber in etwa die Intensität der Wechselwirkungen.

So legen Sie Ihr Geld möglichst günstig an
GirokontoZahlen Sie noch Gebühren für Ihr Girokonto? Viele Geldinstitute bieten inzwischen auch kostenlose Alternativen an. Gerade bei Direktbanken ist das gebührenfreie Konto zum Standard geworden. Wer auf seine Filiale um die Ecke nicht verzichten möchte, findet aber auch unter den traditionellen Banken Anbieter, bei denen das Konto kostenlos ist. Quelle: dpa
Angebote vergleichenSchon bei der Wahl des Kontos lohnt es sich, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen. Während es bei einigen die Kreditkarte kostenlos gibt, werben Banken auch immer öfter mit anderen Zusatzleistungen. Die Postbank beispielsweise beglückt neue Kunden ihres "Postbank Giro Plus" derzeit mit einem kostenlosen Smartphone, wenn das Konto als Gehaltskonto geführt und online beantragt wird. Grundsätzlich muss das Kleingedruckte angeschaut werden, oft sind Konten nur kostenlos, wenn monatlich ein gewisser Betrag eingeht. Quelle: dpa
Gebühren am AutomatenGerade im Ausland kann Geldabheben extrem teuer werden - je länger und weiter die Reise ist, desto kostspieliger wird es oft. Einige Geldinstitute bieten ihren Kunden an, kostenlos auf der ganzen Welt Geld abzuheben - egal bei welcher Bank Sie gerade sind. Globetrotter sollten nach derartigen Angeboten, wie sie beispielsweise die Direktbank DKB hat, Ausschau halten. Quelle: dpa
DispozinsenAm meisten spart sicher derjenige, der den Dispo überhaupt nicht braucht und entsprechend auch keine Überziehungszinsen zahlen muss. Wer allerdings hin und wieder auf den Dispo angewiesen ist, sollte sich über die herrschenden Unterschiede informieren. Angesichts der erneuten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben einige Banken ihren Dispo zuletzt gesenkt, darunter auch Deutsche Bank und Commerzbank. Auch wenn es sich oft nur um Zinskosmetik handelt, lohnen sich Vergleiche zwischen verschiedenen Anbieter. Quelle: dpa
ETF statt teures FondsmanagementAktien gelten in der Niedrigzinsphase als alternativlos, was die Rendite angeht. Auf einzelne Aktien sollten allerdings eher erfahrene Anleger setzen, das Risiko im Depot soll bestmöglich gestreut werden. Bleiben für viele Privatanleger nur Fonds. Wer da auf aktiv von Fondsmanagern verwaltete Angebote setzt, muss natürlich auch das Fondsmanagement finanzieren und zahlt entsprechend hohe Gebühren. Anders bei ETFs. Das sind Indexfonds, die den jeweiligen Index, beispielsweise den Dax abbilden. Hier sind die Gebühren deutlich niedriger. Verschiedene Angebote hat beispielsweise iShares, der ETF-Anbieter des Vermögensverwalters Blackrock. Die ETFs können bei Banken und Sparkassen erworben werden. Bei einigen Direktbanken und Sparkassen kann sogar ein Sparplan abgeschlossen werden, bei dem monatliche Raten eingezahlt werden. Regelmäßiges Sparen funktioniert also auch kostengünstig mit Indexfonds. Quelle: REUTERS
DepotAuch die Kosten fürs Wertpapierdepot variieren von Bank zu Bank. Wer seine Geldanlage lieber selber in die Hand nimmt, kann normalerweise besonders viel sparen. Insbesondere regelmäßiges Sparen wird oft mit niedrigeren Depotkosten belohnt. Wer beispielsweise bei der comdirect mindestens quartalsweise in einen ETF-Sparplan einzahlt, dem werden die Gebühren für die Depotführung erlassen. Quelle: dpa
Jährlich statt monatlichVersicherungen gehören zu einer guten Geldanlage dazu. Zumindest die existenziellen Risiken sollten abgesichert sein. Wer seinen Beitrag bei Haftpflicht- oder Hausratversicherung einmal jährlich zahlt statt jeden Monat kleine Raten, kommt normalerweise günstiger davon. Das gilt beispielsweise auch für Kfz-Versicherungen. Quelle: dpa

Viele Experten raten daher Privatanlegern aufgrund der Komplexität vom Kauf einzelner Wandelanleihen ab. Wer sich weniger ausgiebig mit den technischen Merkmalen von Wandelanleihen beschäftigen will, kann auch Profis die Auswahl überlassen. Eine gute Alternative für eine Beimischung im Wertpapierdepot sind daher spezialisierte Fonds. Zudem kommen Anleger auf diesem Wege an Anteile von Wandelanleihen, für die die Mindestanlagesumme im sechsstelligen Euro-Bereich oder darüber liegt, was die Risikostreuung zusätzlich verbessert.

Die meisten "Convertible"-Fonds werden aktiv von einem Fondsmanager gesteuert. Während einige weltweit investieren und somit auch Währungsrisiken berücksichtigen müssen, setzen andere vor allem auf Wandelanleihen mittelgroßer und großer Unternehmen in der Heimatregion. Die Gewinne fallen somit unterschiedlich aus, zumal das Anlageuniversum der Wandelanleihen bei globalem Anlagefokus entsprechend größer ist.

Den richtigen Wandelanleihefonds finden

Wer einen passenden Fonds sucht, wird bei den Rentenfonds fündig. Das Analysehaus Morningstar etwa listet auf seiner Website knapp achtzig verschiedene Euro-Wandelanleihefonds für Privatanleger, hinzu kommen hunderte mit globaler Ausrichtung, in Dollar, Pfund und Schweizer Franken, mal mit mal ohne Währungsabsicherung.

Ein Blick auf die Performance zeigt deutlich, dass die Fonds zuverlässig eine ansehnliche Rendite abwerfen. Allerdings sollten Anleger nicht nur auf das vergangene Jahr schauen. Wichtig ist zunächst die langfristige Entwicklung. Die Top-20-Fonds haben in den vergangenen drei Jahren allesamt mehr als neun Prozent Plus im Jahr geschafft, in der Spitze bis zu 11,6 Prozent. Auch auf Fünf-Jahressicht gelang dem oberen Viertel der Fonds immerhin noch ein Plus von mindestens sechs Prozent, in der Spitze waren es 8,5 Prozent - trotz des schlechten Börsenjahres 2011 und eines schwachen 2014. Der schlechteste Fonds aus dieser Auswahl schaffte im Fünf-Jahres-Durchschnitt 1,3 Prozent - und damit immer noch mehr als die meisten Tagesgeldkonten.

Die erfolgreichsten Wandelanleihefonds

Bei der Auswahl sollten die Anleger allerdings Zeit nehmen, denn die Unterschiede jenseits der Performance sind teilweise enorm. Insbesondere die Kosten sollten sie fest im Blick halten. So liegen etwa die laufenden Gebühren zwischen 0,4 und 3,2 Prozent jährlich. Hinzu kommen einmalige Ausgabeaufschläge zwischen null und fünf Prozent. Zudem sind die Risiken unterschiedlich hoch, je nachdem, ob die Fondsmanager primär auf Sicherheit oder steigende Aktienkurse aus sind und abhängig davon, in welchen Währungsräumen und Anlageregionen sie investieren. Zum Beispiel stehen Wandelanleihefonds aus der Schweiz seit dem Einmaleffekt der massiven Aufwertung des Franken dick im Plus. Das verzerrt die Aussage zum Anlageerfolg erheblich.

Es gibt sogar einen börsengehandelten passiven Wandelanleihefonds auf einen Index für Wandelanleihen. Der SPDR Thomson Reuters Global Convertible Bond UCITS überzeugt mit niedrigen Kosten: 0,5 Prozent jährlich, kein Ausgabeaufschlag.

Eins haben die besten Convertible-Fonds in den vergangenen Jahren jedenfalls klar gezeigt: sie profitieren zwar kräftig von steigenden Aktienkursen, federn aber Verluste in Krisenjahren deutlich ab. Eine ideale Eigenschaft in Zeiten expansiver Geldpolitik und brummender Aktienmärkte - und eine gute Ergänzung im Depot.

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