WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Apple Warum die Apple-Aktie noch viel zu billig ist

Seite 2/3

Apples Reichtum hängt an einem Produkt

Woher kommt der Reichtum? Vor Kurzem veröffentlichte der Marktforscher Gartner die neuesten Verkaufszahlen zu Smartphones. Weltweit wurden im ersten Quartal 2015 336 Millionen Stück verkauft. Apple triumphierte.

„Dank des iPhone 6 mit größerem Display, das etwa in China die Umsätze gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres um 72,5 Prozent steigen ließ, hat Apple den Trend der vergangenen Jahre gedreht“, sagt Anurag Gupta von Gartner. Apple hatte davor kontinuierlich Marktanteile an Samsung und andere Hersteller verloren.

China entwickelt sich vom Sorgenkind zum Wachstumstreiber für Apple: „Die Kooperation mit Chinas größtem Mobilfunkbetreiber China Mobile zahlt sich allmählich aus und verspricht weiteres Wachstum“, sagt Analyst Markus Friebel von Independent Research. Apple kann außerdem die höchsten Preise für ein Smartphone durchsetzen; die iPhones kosten derzeit weltweit im Schnitt 659 Dollar, ohne Mehrwertsteuer, fast zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit war das iPhone im ersten Quartal 2015 für 69 Prozent des Apple-Konzernumsatzes verantwortlich.

„Die starke Abhängigkeit von einem Produkt ist natürlich ein Risiko“, sagt Analyst Günther. Doch Kritiker übersehen Apples ausgeklügelte Kundenbindung: „Zwar ist das Apple-Handy nicht in jedem technischen Detail das beste“, sagt Analystin Kathryn Huberty von Morgan Stanley. Samsungs S6 etwa ist, dank mehr Prozessorleistung und Arbeitsspeicher, schneller als das iPhone 6. Aber darum geht es nicht nur.

Die Köpfe hinter Apple

Eintrittskarte in eine eigene Welt

„Apple-Kritiker verkennen oft, dass das iPhone nicht nur seiner technischen Fähigkeiten wegen gekauft wird; es ist für die Kunden auch die Eintrittskarte und Schnittstelle zum Apple-Universum“, sagt Huberty.

Was sie damit meint: Apple-Produkte greifen wie die keines anderen Herstellers ineinander: Ein iPad etwa spielt seine Stärken erst aus, wenn es über die Datenwolke iCloud mit anderen Apple-Geräten wie iPhone oder Mac-Rechner verbunden wird. Die iCloud erkennt automatisch, wenn ihr Besitzer mit einem anderen Apple-Gerät sein heimisches WLAN betritt oder in die Nähe seines iPhones kommt, und synchronisiert automatisch Kalender, Musik- und Foto-Ordner, E-Mails und Kontakte.

Anders als die Geräte von Samsung, Google oder HTC, die auf Googles freier Software Android laufen, können Apple-Kunden nicht beliebig die Geräte anderer Hersteller in ihr Netzwerk integrieren: Apples Geräte laufen ausnahmslos auf der hauseigenen Softwareplattform iOS. „Das“, sagt Peter Dreide, Gründer von TBF Asset Management, „sorgt für hohe Kundenbindung. Wer die Bequemlichkeit des Apple-Systems gewöhnt ist, gibt sie ungern wieder auf.“

Großaktionär hält Apple-Aktie für unterbewertet

Oder, weniger freundlich formuliert: Wer aus dem Apple-Imperium wieder raus will, muss viel Geld in die Hand nehmen und überlegt es sich in der Regel zwei Mal. Unzufriedene iPhone-Kunden etwa, die ein Samsung-Handy kaufen wollen, müssen ein zweites System für Kontakte, Bilder, Musik, Mails aufbauen. Perfide, aber wirksam: Apple hat in der Branche die niedrigste Kundenfluktuation.

„Umgekehrt kann Apple, der vielen Zusatzdienste und Inhalte wegen, am Hardwaremarkt höhere Preise als die Konkurrenz durchsetzen“, sagt Lothar Koch, Portfoliomanager bei GSAM + Spee Asset Management. In diese Kundenbindung investiert Apple laufend. Kunden sollen nicht (nur) mit Zwang, sondern auch über Inhalte wie Musik und Filme sowie nützliche Dienste wie Landkarten oder Cloud-Speicher an Apple gebunden werden.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%