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Apple "Follow me, I Cahn"

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Ein neuer Hype ist nicht drin

Was Apple Neues bringt
Die wohl bedeutendste Neuerung ist die Generalüberholung des Betriebssystems für das Smartphone iPhone und den Tablet-Computer iPad. Unter anderem hat das Design eine Generalüberholung erfahren und ist durch den Verzicht auf viele 3D-Logos „flacher“ in der Ansicht geworden. Quelle: REUTERS
Das Betriebssystem iOS 7 sei die wichtigste Änderung an der Software seitdem das iPhone auf den Markt gekommen sei, so Apple. Von den Neuerungen sollen auch ältere Geräte bis zum iPhone 4 profitieren können. Verfügbar wird die Software ab Herbst sein. Quelle: REUTERS
Der Wechsel zwischen mehreren Webseiten wird bei iOS 7 durch ein neues Scroll-Feature ermöglicht. Quelle: REUTERS
Auch der Mediendienst iTunes erhält einen neuen Anstrich. Quelle: REUTERS
Es ist keine Revolution, aber Apple bietet jetzt einen eigenen Streaming-Dienst an, der Musik etwa auf das iPhone überträgt: „iTunes Radio“. Der Dienst ist jedoch vorerst nur in den USA erhältlich. Quelle: dpa
Das Angebot „iTunes Radio“ enthält Werbeanzeigen und ist kostenfrei. Quelle: AP
Apple hat zudem ein neue Betriebssystem mit dem Namen OS X Mavericks vorgestellt für die Computer und Notebooks des Hauses. Die Neuentwicklung soll unter anderem eine engere Verzahnung mit iPhones und iPads ermöglichen. Quelle: dpa

Das neueste iPhone wird zwar besser und leichter sein als seine Vorgänger; es dürfte aber kaum in der Lage sein, einen ähnlichen Hype auszulösen wie das erste iPhone oder der Tablet-Rechner iPad. "Somit dürfte auch die Aktie vorerst keine großen Sprünge mehr machen", meint Investor Peter Dreide von TBF Asset Management. "Apple ist zwar nicht teuer und der Kurs daher nach unten gut abgesichert", meint Dreide, "aber eine Rückkehr zum alten Hype ist nicht drin."

Die Zeiten, in denen das iPhone Trends setzte, sind vorbei. Das macht nun das von Google forcierte Android-Lager, allen voran Samsung. Laut jüngsten Zahlen des IT-Beraters Gartner lieferte Samsung im zweiten Quartal 31,7 Prozent aller weltweit verkauften Smartphones – ein Plus von zwei Prozentpunkten gegenüber 2012. Apples Anteil sank von 18,8 auf 14,2 Prozent. Weil der Markt wächst, verkaufte Apple trotzdem rund drei Millionen iPhones mehr.

Android holt auf

Dramatischer hat sich Apples Anteil bei den Betriebssystemen verschoben. Laut Gartner hat das Google-System Android nun einen Marktanteil von 79 Prozent, ein Plus von sagenhaften 15 Prozentpunkten in nur einem Jahr. Apple folgt mit weitem Abstand auf dem zweiten Rang mit 14,2 Prozent, ein Minus von 4,6 Punkten. Dreide sieht das gelassen: "Apple und Google haben gegenüber allen anderen Handyherstellern einen Vorteil: eine eigene Softwareplattform für die Apps", meint er. Dass Android als offenes System, an dem sich jeder Hersteller und Entwickler beteiligen kann, mehr Marktanteile gewinnen würde als das geschlossene Apple-System, sei klar und längst im Kurs drin gewesen. Dreide: "Apple hat außerdem die nötige kritische Masse beim Umsatz, um noch auf Jahre hinaus profitabel arbeiten zu können. Und solange der Kuchen insgesamt weiter wächst, kann es Apple egal sein, wie viel Marktanteile Googles Android gewinnt."

Für'n Apple und ein Ei

Wie die High-Tech-Unternehmen an der Börse bewertet sind

Aktie/ LandKurs¹Börsenwert zu Gewinn²Börsenwert zu Umsatz²

Cashbestand

(netto)

Nettogewinn

-marge³

Empfehlung
Apple / USA378,0012,72,7147 Mrd. Dollar26,8 %Bei 350 kaufen
Google / USA651,0019,75,155 Mrd. Dollar21,4 %Bei 650 kaufen
Samsung / Korea432,006,11,312 Mrd. Dollar12,3 %halten

¹in Euro, Stand 15.08.2013; ²Schätzung laufendes Geschäftsjahr; ³2012; Quelle: Bloomberg

Dass der Kuchen wächst, ist unbestritten. Laut Gartner wurden im zweiten Quartal 2013 weltweit 435 Millionen Mobilfunkgeräte an Endnutzer verkauft, 3,6 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2012. Erstmals seien dabei mehr teure Smartphones verkauft worden als herkömmliche Handys. Sicher: Samsungs Absatzerfolge sind beeindruckend; aber Apple hat gegenüber anderen Herstellern noch einen Trumpf: extrem treue User. Wann immer Analysten allzu große Zweifel an Apples Strategie anmelden, zitiert Finanzchef Peter Oppenheimer Umfragen wie die des Marktforschers Kantar Media. Demnach sind 93 Prozent der iPhone-Besitzer mit ihrem Gerät zufrieden und würden auf das Nachfolgemodell umsteigen.

Einmal Apple, immer Apple

Selbst wenn das neue iPhone keine neuen Super-Features böte, würden die Fans es kaufen. Über die hauseigene Softwareplattform iOS bindet Apple seine Kunden zudem an andere Apple-Produkte wie iStore, iCloud und iPad: Ein Kunde, der sich einmal für die Apple-Plattform entschieden hat, wird seine mobilen Programme (Apps) und Service-Angebote auch außerhalb des Smartphones nutzen wollen und daher im Zweifel bei Apple bleiben.

Aber selbst wenn sich die Apple-Fans in den USA und Europa mit dem neuen iPhone eindecken, für Cook und seine Manager beginnt die Arbeit erst. Auf dem wichtigsten Zukunftsmarkt – natürlich China – haben die heimischen Wettbewerber ZTE und Lenovo Terrain gewonnen. Im zweiten Quartal ist Apples Umsatz in Asien um 32 Prozent überraschend stark gefallen.

Auch das iPad, Apples zweitwichtigstes Produkt, schwächelt. Die aktuelle Generation wurde im November 2012 eingeführt und durch eine kleine Variante – das iPad mini – ergänzt. Das ist zwar ein Bestseller, drückt aber auf die Margen des iPad-Geschäfts, weil Apple an ihm weniger verdient und Nachfrage von der größeren Variante weggenommen wird. "Die Margen sind beim iPad mini geringer", gibt Cook zu – was Apple aber in Kauf nimmt, weil sonst das Segment der kleineren Tablets wohl an Wettbewerber verloren ginge.

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