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Atomkraft "Der globale Uranbedarf wird zunehmen"

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Uranpreis ist auf Dauer zu niedrig

Arbeiter im inzwischen abgeschalteten Kernkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein Quelle: dpa/dpaweb

Auch dort war unmittelbar nach Fukushima zu hören, man wolle die eigenen atomaren Pläne überdenken. Waren das nur Lippenbekenntnisse?

Ein gewisses Maß politische Korrektheit mag in den Aussagen mit Blick auf die Tragödie in Japan mitgespielt haben. Aber im Kern ging es darum, die Sicherheitsfragen bei den Plänen höher zu gewichten, was auch richtig ist.

Wird sich der Ausbau dadurch verzögern und verteuern?

Das ist denkbar, aber er wird deshalb nicht abgesagt. China hat sich außerdem verpflichtet, die Emission von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren. Ohne den Beitrag der Atomenergie ist das nicht erreichbar. Klar ist, dass der globale Uranbedarf zunehmen wird. Analysten rechnen bis 2020 gegenüber 2011 mit einer Zunahme um gut 50 Prozent auf dann 280 Millionen Pound Uranoxid pro Jahr. Eine Unterversorgung und ein steigender Uranpreis sind absehbar.

Auch, wenn die Minenproduktion mit vergleichbaren Raten wachsen sollte wie der Bedarf, was Analysten ebenfalls voraussagen?

Auch dann. Trotz massiver Ausweitung der Uranförderung in den vergangenen Jahren reicht das Minenangebot allein nicht, um den jährlichen Bedarf zu decken. Die Angebotslücke liegt bei gut einem Viertel des jährlichen Bedarfs. Diese Lücke wird heute noch geschlossen aus Lagerbeständen von Regierungen und Versorgern, aus Nuklearsprengköpfen und aufbereiteten Brennstäben. Doch diese sekundären Quellen versiegen. Nur neue Uranminen können für den nötigen Nachschub sorgen. Dafür brauchen sie einen langfristig höheren Uranpreis.

Kursentwicklung Uranerz Energy und Uranpreis

Der Spotpreis für Uranoxid bewegt sich seit Monaten knapp über 50 Dollar pro Pound. Reicht das nicht, um dauerhaft profitabel produzieren zu können und Investitionen in weitere Projekte zu stemmen?

Wir kämen derzeit klar damit, aber für den Uranbergbau insgesamt ist dieses Niveau auf Dauer zu niedrig. 

Wird ihre erste Mine in Wyoming die Produktion wie geplant im Herbst aufnehmen?

Davon gehe ich aus.

Was fehlt noch?

Wir benötigen noch eine Zulassung der Umweltbehörde.

Worum geht es da?

Es geht um das Verfahren, wie wir Abwasser entsorgen. In Wyoming wird, wie häufig in den USA, Uran aus Sandstein im Lösungsbergbau gewonnen. Dabei bleibt Restwasser übrig, das entsorgt werden muss.

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