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Ausblick Deutsche Bank und Goldman wetten gegen Türkei-Banken

Der Kursrally bei türkischen Banken steht Experten zufolge dieses Jahr ein Ende bevor. Noch schlimmer: Deutsche Bank und Goldman Sachs spekulieren auf einen Ausverkauf. Hintergrund des Umschwungs ist ein neues Gesetz.

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Nach der Rally könnte türkischen Banken der Ausverkauf drohen. Quelle: Reuters

Die Kursrally der türkischen Banken wird nach Einschätzung der Deutschen Bank und Goldman Sachs in diesem Jahr wohl in einen Ausverkauf umschlagen. Hintergrund dürfte die Sorge um den Gewinnausblick der Bankenbranche sein, angesichts einer drohenden Gebührensenkung und des eingeschränkten Kreditwachstums.

Angeführt von Türkiye Garanti, die der spanischen Banco Bilbao gehört, verbuchten die türkischen Banken im vergangenen Jahr ein Plus von 64 Prozent. Das war die stärkste Rally seit 2009. Im bisherigen Jahresverlauf ergab sich hingegen ein Verlust von insgesamt 1,9 Prozent, was den Leitindex ISE National 100 nach unten zog.

„Bei den Aktien der Banken hat eine Korrektur eingesetzt, die sich meiner Meinung nach kurzfristig fortsetzen wird“, Albert Krespin, Chef des Brokers der Deutschen Bank in der Türkei, am 12. Februar in einem Interview in Istanbul. „Angesichts dieses Szenarios halten wir an unserer Empfehlung fest, von Banktiteln in Industriewerte zu wechseln.“

Hintergrund des Stimmungsumschwungs ist ein Gesetzentwurf der Regierung von Premier Recep Tayyip Erdogan, der eine Senkung oder Abschaffung einiger Gebühren vorsieht, inklusive der jährlichen Kreditkarten- und Kontoführungsgebühren. Die Bankenaufsicht nimmt derzeit gegenüber „den notwendigen Behörden“ zum Gesetzentwurf Stellung, sagte Aufsichtschef Mukim Öztekin am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Ankara.

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    Niedrigere Zinsmargen können Branchengewinn drücken

    Außerdem werden die Ergebnisse der türkischen Banken durch die Geldpolitik belastet. Notenbankgouverneur Erdem Basci senkte den Leitzins auf ein Rekordtief und ging dazu über, die Geldpolitik durch eine Begrenzung des Kreditwachstums auf 15 Prozent in diesem Jahr zu steuern. Diese Einschränkung sei nötig, um das importgetriebene Leistungsbilanzdefizit zu verringern.

    Die niedrigeren Zinsmargen könnten dazu führen, dass der Branchengewinn in diesem Jahr nur marginal steigt, sagte Öztekin weiter. Der Nettogewinn wird seiner Einschätzung nach auf 24 Mrd. Türkische Lira steigen, nach 23,6 Mrd. Lira im Jahr 2012. Im vergangenen Jahr hatte sich der Gewinn um 19 Prozent erhöht.

    Goldman Sachs empfahl seinen Kunden bereits in der vergangenen Woche, aus türkischen Bankaktien auszusteigen, weil die Gewinne unter Druck geraten dürften. Die Rückführung von Kapital in die Vereinigten Staaten könne die wirtschaftliche Stabilität des Landes bedrohen, hieß es.

    „Wenn sich unser Gewinnszenario einstellen sollte, kommen alle türkischen Banken unter Druck“, erklärten die Analysten Dmitry Trembovolsky und Alexey Butylin in einer Studie. Goldman nahm die staatliche Türkiye Halk von seiner Favoritenliste der Region und senkte das Anlageurteil von Yapi & Kredi, der türkischen Tochter von UniCredit, auf Verkaufen.

    Der Bankenindex in Istanbul kommt auf einen Marktwert von 61,7 Mrd. Lira und macht 42 Prozent des ISE National 100 aus, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Garanti ist die größte Bank, gefolgt von Akbank und Turkiye Is.

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