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Auto1 statt Grenke Darum muss Grenke den SDax verlassen

Der mit dem Vorwurf der Bilanzmanipulation konfrontierte Leasinganbieter Grenke wurde von der Deutschen Börse aus dem SDax ausgeschlossen. Quelle: dpa

Der in der Kritik stehende Finanzkonzern Grenke fliegt aus dem Nebenwerte-Index und wird vom Börsenneuling Auto1 ersetzt. Eine Rückkehr ist aber schon im kommenden Monat möglich.

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Der Finanzkonzern Grenke muss den Nebenwerte-Aktienindex SDax verlassen. Das gab der Indexanbieter, die Deutsche-Börse-Tochter Qontigo, am Mittwoch bekannt. Demnach fliegt das Unternehmen raus, weil es bisher keinen testierten Jahresabschluss für 2020 veröffentlichen konnte. Werte, die in den Dax-Indizes vertreten sind, müssen das aber spätestens vier Monate nach Ende des Geschäftsjahrs tun. Im Fall von Grenke lief diese Frist Ende April ab. Für Grenke rückt daher nun die Gebrauchtwagenplattform Auto1 in den Index nach.

Grenke ist das erste Unternehmen, das wegen eines verspäteten Konzernabschlusses aus einem Dax-Index ausscheidet. Die entsprechende Regel war im Rahmen einer größeren Veränderung des Regelwerks erst am 25. Februar eingeführt worden. Nach dem Skandal um den ehemaligen Dax-Wert Wirecard im vergangenen Jahr war der Druck, die Regularien für die Indizes zu verschärfen, deutlich gestiegen. Bereits 2020 etwa trat eine Regelung in Kraft, nach der Aktien insolventer Konzerne sofort aus den Indizes ausscheiden. Nun also ist Grenke das erste Opfer der abermals verschärften Kriterien.

Der Spezialist für Leasing und Finanzierungen im Mittelstand sieht sich seit September 2020 Vorwürfen des Leerverkäufers Fraser Perring ausgesetzt. (Ein Interview mit dem Shortseller über seine Attacken auf Grenke lesen Sie hier.) Der eigene Wirtschaftsprüfer KPMG sowie externe Prüfer von Mazars untersuchen die Vorwürfe derzeit. Ein Testat für den Abschluss 2020 hat KPMG bisher nicht erteilt. Ursprünglich sollte das im April erfolgen, sodass der Konzernabschluss am 30. April hätte veröffentlicht werden können. Nun visiert Grenke den Erhalt des Testats für Mitte Mai an, den Konzernabschluss hat das Unternehmen aus Baden-Baden für den 21. Mai angekündigt. Auf einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche verbreiteten Vorstandschefin Antje Leminsky sowie Finanzvorstand Sebastian Hirsch Zuversicht, dass KPMG Grenke ein uneingeschränktes Testat erteilen wird..

Klappt das und veröffentlicht Grenke am 21. Mai den testierten Jahresabschluss, kann der Konzern auch auf eine Rückkehr in den SDax hoffen. Das bestätigte ein Sprecher der Deutschen Börse. Demnach finde die nächste Indexüberprüfung am 3. Juni statt. Liegt bis dahin ein Abschluss vor und erfüllt die Aktie auch die übrigen Kriterien, könne sie dann bereits wieder in den Index aufgenommen werden.

Mehr zum Thema: Grenke vermeldete erst vergangene Woche einen Gewinn für 2020. Angesichts der laufenden Untersuchungen zu Vorwürfen eines Leerverkäufers verkam das aber zur Nebensache.

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