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Autozulieferer Hella wagt den Börsengang – ganz vorsichtig

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Hella ist gut aufgestellt

Auch das Risiko eines Kursrutsches wird dadurch minimiert: Der könnte ansonsten durch ein plötzlich auf den Markt geworfenes Paket von Hella-Aktien verursacht werden, wenn ein Familienmitglied aus welchem Grund auch immer plötzlich Kasse machen will.

Mittelfristig will Hella aber in den Auswahlindex MDax aufsteigen, hat Breidenbach angekündigt. Eine Dividende ist künftigen Hella-Aktionären so gut wie sicher: 30 Prozent des Nettogewinnes sollen jedes Jahr ausgeschüttet werden, derzeit wären das knapp 70 Millionen Euro, die sich auf 116 Millionen Aktien verteilten. Bei einem angenommenen Kurs von 25 Euro entspräche das einer Rendite von 2,4 Prozent.

Die größten Automobilzulieferer
Continental will weiter wachsenTrotz negativer Währungskurseinflüsse und weiter schwacher Konjunktur in Südeuropa hat Continental 2013 deutlich zugelegt. Die Hannoveraner erhöhten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht auf rund 33,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg auf 3,7 Milliarden Euro - es handelt sich noch um vorläufige Eckdaten. Die vollständigen Zahlen und den Nettogewinn will Conti bei der Bilanzvorlage am 6. März nennen. Vorstandschef Elmar Degenhart sagte am Rande der Automesse in Detroit, er erwarte 2014 ein Umsatzplus von mehr als 5 Prozent auf 35 Milliarden Euro. Die deutschen Automobilzulieferer sind im internationalen Vergleich top - doch in puncto Profitabilität läuft ihnen die Konkurrenz aus Korea bereits den Rang ab. Der Zulieferer... Quelle: dpa
... Schaeffler ist dank guter Geschäfte mit seiner Autosparte allerdings ganz ordentlich in das neue Jahr gestartet. Der Bereich sei im Vergleich zu 2012 um drei Prozent gewachsen - der Umsatz der Industriesparte sei dagegen deutlich zurückgegangen. Unter dem Strich habe das fränkische Unternehmen bis Ende März einen Gewinn von 233 Millionen Euro erzielt. Damit ist Schaeffler der profitabelste Automobilzulieferer. Das Ranking der größten Unternehmen der Branche teilen sich jedoch andere. Da noch nicht alle Unternehmen ihre Zahlen für 2013 vorgelegt haben, beziehen sich die Daten in den folgenden Texten auf 2012. Quelle: dpa
Platz 10 - FaureciaDer französische Automobilzulieferer eröffnet die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt. Die Franzosen fertigen Abgasanlagen, Stoßfänger und Innenräume. (Vorjahr: Platz 11) Umsatz 2012: 17,4 Milliarden EuroMarge: 0,5 Milliarden Euro, das entspricht 3,0% vom Umsatz Quelle: Berylls Strategy Advisors "Global Top Automotive Suppliers" Studie 2012 Beachtung finden Unternehmen, die mindestens 50 Prozent des Umsatzes im Automotive-Bereich erwirtschaften. Dieser Umsatzteil wird auch im Ranking herangezogen. Quelle: Presse
Platz 9 - Johnson ControlsObwohl der nordamerikanische Automarkt 2012 enorm gewachsen ist, konnte der US-Hersteller seine Position vom Vorjahr nicht halten. Die Amerikaner stellen an 1300 Standorten weltweit Elektronik, Batterien, Türen, Innenräume und Sitze her. (Vorjahr: Platz 8) Umsatz 2012: 20,6 Milliarden EuroMarge:1,2 Milliarden Euro; das entspricht 5,6% vom Umsatz Quelle: Presse
Platz 8 - MichelinDer französische Hersteller produziert jährlich über 180 Millionen Reifen und ist mit 69 Produktionsstandorten in 18 Ländern der Welt vertreten. Für Michelin arbeiten mehr als 113.000 Menschen. (Vorjahr: Platz 7) Umsatz 2012 : 21,5 Milliarden EuroMarge: 2,4 Milliarden Euro; 11,3% vom Umsatz Quelle: dpa/dpaweb
Platz 7 - Hyundai MobisDas Wachstum des koreanischen Zulieferers ist eng mit den Zuwächsen beim Autobauer Hyundai Kia verbunden. Mobis hat aber auch durch die Übernahmen von Daewoo Motors durch GM und Samsung Motors durch Renault-Nissan Zugang zu den zwei größten OEMs der Welt erhalten. 65 Prozent des Geschäfts von Hyundai Mobis werden heute außerhalb des koreanischen Heimatmarktes getätigt. (Vorjahr: Platz 10) Umsatz 2012: 21,8 Milliarden EuroMarge: 2,1 Milliarden Euro; das entspricht 9,4% vom Umsatz Quelle: Presse
Platz 6 - AisinPumpen, Motorteile, Federung und Sicherheitssysteme sind das Geschäft des japanischen Autozulieferers Aisin Seiki. 2011 knackte der Konzern erstmals beim Umsatz die 20-Milliarden-Euro-Marke und hält sie seither souverän. (Vorjahr: Platz 6) Umsatz 2012: 22,5 Milliarden EuroMarge: 1,5 Milliarden Euro; das entspricht 6,7% vom Umsatz Quelle: Presse

Dank der guten Aufstellung des Autozulieferers könnte die zukünftige Dividende aber auch höher ausfallen. Hella zählt mit einem Umsatz von zuletzt 5,3 Milliarden Euro und einer Rendite von 7,4 Prozent zu den Top-Zulieferern der Autoindustrie und ist in den vergangenen Jahren im Schnitt um über sechs Prozent gewachsen, seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 sogar um mehr als zehn Prozent. Erreicht wird das hohe Wachstum durch die strategische Entscheidung, nur solche Märkte zu beliefern, in denen Hella mindestens Platz 3 belegt.

Zu Hellas deutschen Großkunden zählen vor allem Premiumhersteller, deren weltweite Geschäfte glänzend laufen. International ist das Unternehmen ebenfalls gut aufgestellt. Durch den Aufbau eines weltweiten Netzwerks von Kooperationen und Joint-Venture-Partnern in den vergangenen zehn Jahren, konnte Hella etwa neue Kunden in Korea akquirieren, obwohl der Markt in dem asiatischen Land als schwer zugänglich gilt. Das Netzwerk steht insgesamt für einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro, eine Milliarde davon entfallen anteilig auf Hella. Mit den beim Teil-Börsengang erlösten Finanzmitteln soll das Netz der Partner weiter ausgebaut werden, hat Hella-Chef Breidenbach angekündigt.

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Und noch etwas zeichnet das Lippstädter Unternehmen aus, was viele andere Autozulieferer bisher erst anstreben: eine vergleichsweise geringe Abhängigkeit von der Autokonjunktur. Zwar entfällt der mit 3, 9 Milliarden Euro größte Batzen des Geschäfts auf die Umsätze mit den großen Autobauern. Reichlich ein Viertel der Erlöse stammen aber aus dem sogenannten Aftermarket-Bereich, also vor allem aus Ersatzteillieferungen für freie Werkstätten und Teilehändler, und aus dem Unternehmensbereich Special Applications. Der produziert zum Beispiel Beleuchtungen für Straßen, Flughäfen, Bahnhöfe und Stadien.

Die Stärkung der Bereiche abseits des Geschäfts mit den Autokonzernen hat sich bei Hella bewährt: In der Finanzkrise 2008/2009 war der Zulieferer aus Lippstadt das einzige Unternehmen der Branche, das keine roten Zahlen schreiben musste.

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