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Barron's Roundtable 2018 "Aktien sind so teuer, dass es wehtut"

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"Bitcoin ist eine Luftnummer"

Vielleicht wurden die Futures ja deshalb zum Handel zugelassen.
Gundlach: Das war kein Zufall.

Ellenbogen: Ich bekomme mehr Anfragen zu Bitcoin als zur Börse. Bitcoin ist einer der zehn meistgesuchten Begriffe auf Google. An den Börsen sieht man keins der klassischen Anzeichen für Spekulation, etwa einen Boom von Börsengängen. Es gibt sie aber in exotischen Märkten, so zum Beispiel in Kryptowährungen wie Bitcoin.

Werden Bitcoin und Kryptowährungen generell langfristig überleben?
Priest: Geld ist Tauschmittel, Recheneinheit und Wertspeicher. Bitcoins sind ein Tauschmittel für Menschen, die außerhalb des Systems spielen wollen. Das kann gefährlich werden, je nachdem, zu welchem Preis man kauft und verkauft. Es wird in Tränen enden.

Die Investmentideen von Anlageguru Jeff Gundlach

Black: Bitcoin ist eine Luftnummer.

Cohen: Ich gebe Bitcoin kein Gütesiegel, aber die zugrunde liegende Mathematik kann noch für viele andere Anwendungen nützlich sein.

Black: Etwa für Verschlüsselung.

Ellenbogen: Gold hat als Wertspeicher Kriege und Krisen überdauert. Bitcoins haben bisher weder eine Wirtschaftskrise noch einen Krieg erlebt. Für Bitcoin sprechen zwei Punkte: Erstens das begrenzte Angebot – es können nur 21 Millionen geschürft werden. Zweitens trauen die Millennials traditionellen Institutionen nicht. Sie vertrauen mehr in Technologie und Rechenoperationen als in die Kreditwürdigkeit der USA.

"Bleiben Sie weg. Das ist tödlich."
Axel Weber, Präsident der Schweizer Bank UBSDer ehemalige Präsident der Bundesbank ist Bitcoin gegenüber sehr skeptisch. „Das kommt wahrscheinlich von meinem Hintergrund als Notenbanker“, sagte er. Eine Währung müsse allgemein akzeptiert sein, als Wertaufbewahrung dienen und als Zahlungsmittel sowie für Transaktionen verwendet werden können. „Bitcoin ist nur eine Transaktionswährung“, sagte Weber. Ihren Kunden rate die UBS bewusst von Bitcoins ab. Sie hätten keinen intrinsischen Wert und die Bank sehe keine darin keine Substanz. Quelle: REUTERS
Jamie Dimon Quelle: dapd
Warren Buffett:Der US-Starinvestor hat vor Bitcoin und anderen Digitalwährungen gewarnt. „Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden“, sagte der 87-jährige Börsen-Guru am Mittwoch im Sender CNBC. Wann es soweit sein werde, könne er allerdings nicht sagen. Buffett spekuliert mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway nach eigenen Angaben bislang noch nicht aktiv auf einen Crash. Die Frage, ob er mit sogenannten Futures gegen Kryptowährungen wette, verneinte Buffett. Er würde aber mit langfristigen Optionsgeschäften - etwa über einen Zeitraum von fünf Jahren - auf Kursverfall setzen, wenn dies möglich wäre. Buffett räumte jedoch auch offen ein, sich mit Bitcoin und Co. nicht sonderlich gut auszukennen. „Doch ich denke, was derzeit abläuft, wird definitiv böse enden“, so die Investorenlegende. Quelle: AP
Lars Rohde, Notenbankchef von Dänemark„Bleiben Sie weg. Das ist tödlich“, so Dänemarks Nationalbankgouverneur Lars Rohde. „Ich sehe Bitcoin als Tulpenmanie, was eine außer Kontrolle geratene Blase ist“, sagte er im Dezember 2017 in einem Interview. Die Tulpenmanie in den Niederlanden gilt als erste dokumentierte Spekulationsblase der Welt. In den 1630er Jahren waren dort die Tulpenpreise auf astronomische Höhen gestiegen, bevor sie 1637 abrupt einbrachen.
Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Quelle: dpa
Deutsche Bundesbank Jens Weidmann Quelle: REUTERS
Valdis Dombrovskis:Die EU-Kommission warnt vor Risiken der Cyberwährung Bitcoin für Investoren und Verbraucher. Es bestehe die Gefahr, dass diese ihr gesamtes Vermögen verlören, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Investoren sollten realisieren, dass der Bitcoin-Kurs jeden Moment fallen könnte. "Virtuelle Währungen wie Bitcoin sind nicht wirklich Währungen." Dombrovskis sagte, er habe die Bankaufseher der EU aufgefordert, ihre Warnungen zu Bitcoin auf aktuellen Stand zu bringen. Quelle: REUTERS

Jeff, wie sehen Sie das Phänomen Bitcoin?
Gundlach: Es ist Hysterie. Unlängst wurde eine Crypto-Kitty-Münze – mit dem Bild einer Katze – für 100.000 Dollar verkauft; jetzt wird sie für 400.000 Dollar angeboten.

Sie haben sie nicht gekauft?

Gundlach: Nein. Ich weiß nicht, wann die Manie endet. Bei den Technologieaktien an der Nasdaq rechnete ich von September 1999 an mit fallenden Kursen, aber der Index stieg weiter, bis zum Hoch im März 2000 um etwa 80 Prozent.

Gibt es Möglichkeiten, in die Blockchain-Technologie zu investieren?
Ellenbogen: Es gibt derzeit kein börsennotiertes Unternehmen, das durch den Einsatz der Blockchain seine Produktionskosten senkt. Manche testen das aber.

Cohen: Jedes Unternehmen, das mit großen Datenblöcken zu tun hat, experimentiert damit. Aber es lässt sich kaum über Aktien in die Technologie investieren.

Keiner von Ihnen hat vor einem Jahr die starke Rally vorhergesehen. Wir geben Ihnen erneut eine Chance.
Schafer: Der Aktienmarkt wird weiter nach oben gehen, als allgemein erwartet wird.

Die Investmentideen von Anlageguru Bill Priest

Trotz geopolitischer Risiken, etwa der Gefahr eines atomaren Angriffs Nordkoreas?
Schafer: Es gibt sehr viele Risiken, von Nordkorea bis zum Nahen Osten. Auch die ungleiche Vermögensverteilung und soziale Unruhen sind potenzielle Risiken. Wird die Steuersenkung den unteren 99 Prozent der Gesellschaft etwas bringen? Aber die Börse steigt trotzdem.

Gundlach: Aber jetzt beginnt die Fed, fällige Anleihen nicht mehr durch neue Käufe zu ersetzen. Das Wachstum in Europa könnte die Europäische Zentralbank zwingen, restriktiver zu werden. Die aggregierte Bilanzsumme der großen Notenbanken könnte 2018 erstmals schrumpfen. Noch herrscht Hochstimmung, aber im Jahresverlauf könnte der Trend drehen.

Black: Aktien sind so teuer, dass es wehtut. Die Anleger sind euphorisch, die Unternehmensgewinne steigen mit zunehmendem Tempo, und immer mehr Geld geht in börsengehandelte US-Indexfonds, 2017 allein rund 470 Milliarden Dollar. Das ist ein sich selbst erfüllendes Phänomen. Ein Großteil der Gelder geht in den S&P 500 und treibt die Kurse der Schwergewichte Apple, Alphabet und Co. Trotz der hohen Bewertungen sollte aber noch einiges zu verdienen sein. Es würde mich nicht überraschen, wenn der S&P 500 noch acht bis zwölf Prozent zulegt. Sollten aber die Renditen gegen Jahresende anziehen, könnte es zu einer Verkaufswelle bei Aktien kommen.

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