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Bats Global Markets Börse vergeigt eigenen Börsengang

Sechs Jahre erst existiert die Börse Bats Global Markets und hat es zur drittgrößten Anbieter auf dem US-Markt gebracht. Doch der eigene Börsengang ging daneben. Der Grund für das Scheitern ist extra peinlich.

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An Aktienhändler auf dem Parkett der New Yorker Börse, der Bats Marktanteile abnehmen konnte. Quelle: Reuters

Düsseldorf/New York Die amerikanische Börse Bats Global Markets hat den eigenen Börsengang am Freitagabend für gescheitert erklärt, nachdem die Firma am Tag zuvor eigentlich den Preis für die Erstemission (IPO) festgelegt hatte. Doch Probleme mit dem eigenen Handelssystem zwangen das Unternehmen zu dem außergewöhnlichen Schritt, den Börsengang zu beenden. „Wir sind überzeugt, durch den Rückzug des IPO den angemessenen Schritt für unsere Firma und unsere Aktionäre zu machen“, sagte Joe Ratterman, Vorstandschef der Börse.

Technische Probleme bei Bats hatten offensichtlich zum Wochenausklang etwa bei der Aktie des Technologiekonzerns Apple zu Kursturbulenzen geführt. Das Papier knickte am Freitag kurzzeitig um fast zehn Prozent auf 542,80 Dollar ein. Danach wurde der Handel für 5 Minuten angehalten, anschließend wieder aufgenommen. Der Absturz schient durch eine Transaktion mit 100 Apple-Aktien ausgelöst worden zu sein, die um 10.57 Uhr Ortszeit in New York über Bats Global Markets ausgeführt wurde.

Rund 10 Minuten vor dem Zwischenfall hatte Bats eine Nachricht verschickt, dass es Systemprobleme gebe - betroffen seien Firmen mit Ticker-Symbolen zwischen A und BF. Apple fällt mit AAPL in diese Spanne. Um 13.40 Uhr Ortszeit - und damit also nach Wiederaufnahme des Handels - lagen die Apple-Titel knapp unter der Marke von 600 Dollar bei 597,46 Dollar. Das entsprach lediglich einem leichten Minus von 0,3 Prozent. Der Systemfehler bei Bats, der sechs Jahre alten Börsen- Plattform, ereignete sich ausgerechnet an dem Tag, an dem die eigenen Aktien von Bats erstmals am Markt gehandelt wurden.

Die Firma war auch wegen eines Zeitungsbericht unter Druck geraten. Danach nehme die US-Börsenaufsicht SEC die auf den Hochfrequenzhandel spezialisierte Firma unter die Lupe. So werde geprüft, ob sich Unternehmen durch ihre engen Beziehungen zu Börsen unfaire Vorteile verschafften, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Im Blick habe die SEC insbesondere computergesteuerte Handelsplattformen wie Bats Global Markets.

Hintergrund der Prüfung ist dem Blatt zufolge ein Vorfall aus dem Mai 2010, der als „Flash Crash“ in die Börsengeschichte einging. Damals brach der US-Leitindex S&P 500 innerhalb weniger Sekunden um fast zehn Prozent ein, um sich kurz darauf schnell wieder zu erholen. Als Grund dafür haben Experten den extrem schnellen Kauf und Verkauf von Wertpapieren über Computer ohne menschliches Zutun ausgemacht. Im Hochfrequenzhandel werden Orders in Sekundenbruchteilen über die Bühne gebracht. Ziel ist es, aus kurzzeitigen Preisunterschieden Gewinn zu schlagen.


Börsengang sollte Bestand im scharfen Wettbewerb sichern

Bats hatte den Gang an die Börse gewagt, um sich im immer schärferen Wettbewerb der Handelsplätze besser behaupten zu können. Der Ausgabepreis lag bei nur 16 Dollar und damit am unteren Ende der Preisspanne. Weltweit stehen Handelsplattformen unter Druck, sich wegen sinkender Preise neue Geldquellen zu erschließen. Viele streben danach, sich mit Hilfe von Übernahmen oder Fusionen fit für die Zukunft zu machen. Das gelingt nicht immer: Der geplante Zusammenschluss von Deutscher Börse und Nyse Euronext scheiterte am Nein der EU-Kommission.

Auch die in Kansas ansässige Bats folgt der Strategie, sich durch den Kauf kleinerer Rivalen zu stärken und breiter aufzustellen. Im November genehmigten die britischen Behörden die Übernahme von Wettbewerber Chi-X Europe für 300 Millionen Dollar. Dem Börsenprospekt zufolge hatte Bats im vergangenen Jahr einen Anteil von 11,3 Prozent am US-Aktienhandel und war mit einer Beteiligung von 3,1 Prozent am Optionsmarkt präsent. Bei dem IPO werden demnach alle Aktien von Anteilseignern verkauft. Dem Unternehmen fließen keine Einnahmen zu.

Die vom 45-jährigen Joe Ratterman geführte Bats wurde 2005 von Großbanken als Alternative zu den etablierten Börsen wie Nyse und Nasdaq gegründet. Alternative Plattformen wie Bats haben den etablierten Börsenbetreibern in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile im Aktienhandel abgenommen. Erst im vergangenen Sommer hatte die US-Börsenaufsicht SEC Bats genehmigt, Emissionen abzuwickeln. Zuvor war das Geschäft auf den Handel mit Aktien beschränkt gewesen.

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