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Berkshire Hathaway Buffett, der Zauber-Held der Aktionäre

Es ist die 51. Hauptversammlung, zu der der legendäre Investor nach Omaha geladen hat. Das einstige Textilunternehmen Berkshire Hathaway ist unter Warren Buffett zum Woodstock für Kapitalisten aufgestiegen.

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Diese Investmentlegenden sollten Anleger kennen
Benjamin Graham (1894 - 1976) Graham wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, nachdem seine verwitwete Mutter alles Hab und Gut durch Aktienspekulationen verloren hatte. Der Ausnahmeschüler schloss bereits mit 20 Jahren sein Studium ab und arbeitete anschließend an der Wall Street, wo auch die New Yorker Börse beheimatet ist. Später lehrte er an der Columbia University Wirtschaftswissenschaften. Sein Buch "Security Analysis" (1934) gilt als Standardwerk, die spätere populärwissenschaftliche Version "Intelligent Investor" gilt als Bibel der sogenannten Value-Investoren und war ein Bestseller. Quelle: Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 ,Equim43
André Kostolany Quelle: dpa/dpaweb
Warren Buffett Quelle: REUTERS
George Soros Quelle: dpa
Jens Ehrhardt Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Es war eine ungewöhnliche Art der Anerkennung: „Das hier ist unser Hogwards und Warren, Sie sind unser Dumbledore“, schwärmt der Aktionär in einer Anspielung auf die Zauberschule aus dem Bestseller „Harry Potter“ und deren mächtigen Schulleiter.

Doch die Botschaft kommt nur halb an. „Ich habe Harry Potter nicht gelesen, aber ich nehme das mal als Kompliment“, grinst Warren Buffett. Der Saal tobt. Der Berkshire-Chef ist so gut gelaunt wie eh und je.

Es ist die 51. Hauptversammlung, zu der der legendäre Investor an den Konzernsitz nach Omaha geladen hat. Das einstige Textilunternehmen Berkshire Hathaway ist unter Warren Buffett zum fünftgrößten börsennotierten Konzern der USA aufgestiegen.

Buffett und sein Geschäftspartner und stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender Charlie Munger beantworten stundenlang die Fragen der Aktionäre, spielen sich die Bälle zu, teilen Seitenhiebe aus, nehmen sich selbst auf den Arm.

Es ist keine gewöhnliche Hauptversammlung. Das jährliche Berkshire-Treffen gleicht eher einem Festival, deshalb trägt es auch den Spitznamen „Woodstock für Kapitalisten.“ Gut 35.000 Anteilseigner aus der ganzen Welt sind an den Konzernsitz nach Omaha gereist – etwas weniger als im vergangenen Jahr, denn zum ersten Mal wird die Hauptversammlung via Live-Stream in die ganze Welt übertragen und sogar simultan chinesisch übersetzt wird.

Buffett (85) und Munger (92) werden wie Rockstars gefeiert. Kein Wunder. Viele Aktionäre sind mit Berkshire reich geworden und kommen jedes Jahr nach Omaha, um ihr Idol zu sehen. Wer vor 51 Jahren 1000 Dollar bei Berkshire angelegt hätte, rechnet die Lokalzeitung Omaha World Herald vor, der hätte heute daraus satte 15,3 Millionen Dollar gemacht. Die Zeitung gehört ebenfalls zu Buffetts Imperium, denn der Milliardär ist bekennender Print-Fan.

Clinton oder Trump? Buffett ist es egal

Buffett ist nicht nur Vorstandschef. Er ist vor allem moralische Instanz. Von Hedgefonds hält er nicht viel. Vermögensverwalter seien generell überbezahlt. Um seinem Argument noch mehr Nachdruck zu verleihen, ist er bereits vor Jahren eine Wette mit dem New Yorker Hedgefonds Protégé Partners eingegangen.

Über zehn Jahre vergleichen beide Parteien, ob eine Gruppe aus fünf Fonds besser abschneidet als ein Investment in den breit gefassten Aktienindex S&P 500. In der 2008 gestarteten Wette liegt Buffett bislang klar vorn, wie er am Samstag seinen Aktionären erklärte. Seit 2008 liegt Buffetts hypothetisches Investment in den S&P 65,7 Prozent im Plus. Die Hedgefonds konnten nur 21,9 Prozent zulegen.

Das Bonussystem der Wall Street, das sich zu oft an kurzfristigen Gewinnen orientiere, lehnen Buffett und Munger ebenfalls ab. „Das ist so, als wenn Sie ihre Kinder ständig belohnen würden, wenn sie sich schlecht benehmen“, sagt Munger. „Dann käme das Haus nicht mehr zur Ruhe.“

Mit diesen Aktien scheffelt Warren Buffett Milliarden
DirecTV-Satellittenschüssel Quelle: dpa
U.S. Bancorp Quelle: AP
Procter&Gamble Quelle: dapd
Walmart Quelle: AP
Munich Re Quelle: dpa
American Express Quelle: AP
IBM Quelle: REUTERS

Auch den krisengeschüttelten Pharmakonzern Valeant watschen Buffett und Munger ab. „In meinen Augen war das Geschäftsmodel von Valeant extrem fehlerhaft“, sagt Buffett. Der Pharmakonzern hat in der Vergangenheit Pharmafirmen aufgekauft, um dann die Preise der Medikamente zu erhöhen, und war dafür unter erheblichen politischen Druck geraten. Hinzu kam ein Skandal um Fehler in der Bilanz.

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Munger, der sich bereits in den vergangenen Wochen kritisch zu Valeant geäußert und einen Streit mit Valeant-Investor Bill Ackman angezettelt hatte, legte noch einen drauf. „Valeant war ein Abwasserrohr und die, die es geschaffen haben, verdienen die Schmach, die sie bekommen haben.“

Was Berkshires Geschäft angeht, gibt sich Buffett gewohnt optimistisch. „Egal ob Hillary Clinton oder Donald Trump Präsident werden, ich denke, Berkshire wird es weiter gut gehen“, stellte er klar. Dabei ist er bekennender Clinton-Unterstützer.

Nicht überall läuft es rund

Doch nicht überall bei Berkshire läuft es rund. Das Rückversicherungsgeschäft schwächelt, ebenso wie das Eisenbahngeschäft. Der operative Gewinn, Buffetts bevorzugte Kennzahl, ist im ersten Quartal um zwölf Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar zurückgegangen, wie aus den vorläufigen Quartalszahlen hervorgeht, die Berkshire am Samstag ebenfalls vorgelegt hat.

Die Einnahmen stiegen dagegen um acht Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Berkshire hält neben großen Aktieninvestments in Firmen wie Coca-Cola, Wells Fargo und American Express auch rund 80 mittelständische Unternehmen sowie große Energie- und Chemiesparten.

Das sind die Top-Verdiener der Hedgefonds-Stars
David TepperDavid Tepper gilt in der Hedgefonds-Branche nicht gerade als bescheiden. Einst wollte der 57-Jährige als der beste Fondsmanager seiner Generation anerkannt werden. Doch während es 2013 noch ganz danach aussah als sei er auf einem guten Weg, lief das Jahr 2016 nicht gerade glänzend für ihn. Von 3,5 Milliarden Dollar in schrumpfte sein Verdienst auf 400 Millionen Dollar - ein Einbruch von 89 Prozent. Somit rutschte Tepper vom Siegerpodest auf den letzten Platz unter den bestverdienenden Hedgefonds-Managern gemäß dem Forbes-Branchenranking. Branchenübergreifend ist die Summe aber nach wie vor stattlich. Sie ist zum Beispiel etwa 20 Mal so hoch wie das Gehalt von Jamie Dimon, dem Chef von JP Morgan. Gesellschaft: Appaloosa Management Verdienst 2014: 400 Millionen Dollar Quelle: imago images
David Shaw Quelle: Screenshot
Andreas Halvorsen Quelle: Screenshot
Larry Robbins Quelle: Screenshot
James Simons Quelle: AP
Kenneth Griffin Quelle: REUTERS
William AckmanNachdem er im Vorjahr einige Rückschläge zu verkraften hatte, lief das Jahr 2014 für William Ackman richtig gut. Sein wichtigster Hedgefonds legte um rund 37 Prozent zu. Zu verdanken hat der Manager seinem Erfolg einem Übernahmedeal des Pharmakonzerns Actavis. Dieser übernahm den Botox-Hersteller Allergan. Gesellschaft: Pershing Square Capital Management Verdienst 2014: 1,1 Milliarden Dollar Quelle: REUTERS

Von Amtsmüdigkeit ist bei Buffett, der im Sommer 86 wird, noch keine Spur. „Ich sitze hier, esse, was mir schmeckt, ich tue das, was ich von Herzen gern tue und ich arbeite mit Leuten zusammen, die ich sehr schätze“, sagt Buffett. „Besser kann es gar nicht werden.“ An Rente, das hat er längst klargestellt, ist noch lange nicht zu denen. Er sucht lieber weiter nach großen Deals.

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