Berkshire Hathaway Wie Warren Buffett die Börse rockt

Warren Buffett hat für seine Aktionäre wieder einmal einen Milliardengewinn erwirtschaftet. Wie es mit der Berkshire Hathaway weitergehen und welche Rolle sein Sohn im Firmenimperium spielen soll.

Warren Buffetts Sinn fürs Geldverdienen ist legendär. Er hat binnen eines halben Jahrhunderts aus dem unbedeutenden Textilhersteller Berkshire Hathaway eines der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. An der Börse bringt es das Konglomerat auf 268 Milliarden Dollar (204 Mrd Euro). Buffett ist Hauptaktionär, was ihn nach Schätzungen des US-Magazins „Forbes“ zum viertreichsten Menschen der Welt macht. Quelle: REUTERS

In Warren Buffetts Imperium blühen die Geschäfte: Dank der anziehenden US-Konjunktur fährt die Beteiligungsgesellschaft der Investorenlegende satte Gewinne ein. Im vergangenen Quartal steigerte Berkshire Hathaway den Überschuss nach eigener Auskunft um fast 51 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 43,8 Milliarden Dollar.

Die Berkshire-Aktionäre waren bereits vor Veröffentlichung des Zwischenberichts in Feierlaune. Der Aktienkurs des Unternehmens schloss am Freitag angetrieben von der Rally an der Wall Street auf einem Rekordhoch.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Buffett hat binnen Jahrzehnten ein Reich geschmiedet, dass von einer Fast-Food-Kette (Dairy Queen) über eine Chemiefirma (Lubrizol) und einen Textilhersteller (Fruit of the Loom) bis hin zu einer Fluggesellschaft für Geschäftsreisende (Netjets) reicht. Hinzu kommen große Aktienpakete an börsennotierten Konzernen. Gerade kauft Buffett zusammen mit einem Finanzinvestor die Ketchup-Firma H.J. Heinz für 23 Milliarden Dollar auf.

Gewinngarant Versicherungen

Buffetts bunt gemischtes Firmenportfolio profitiert von der Wirtschaftsbelebung in den USA. So konnte sich etwa die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern ebenso über eine steigende Nachfrage freuen wie der Lebensmittelgroßhändler McLane, der Wohnmobilhersteller Forest River und der Stromkonzern MidAmerican Energy. "Der glückliche Umstand ist derzeit, dass sich die Wachstumsbereiche der Wirtschaft in Berkshires Sortiment befinden", sagte Jeff Matthews, Gründer des Hedgefonds RAM Partners und Autor eines Buches über Buffett.

Das Orakel von Omaha hat gesprochen
Zum Auto-Versicherer Geico"Geico hilft den Menschen Geld zu sparen. Das kommt an. Wir haben hier auch eine Menge nette Leute von Geico in der Exhibition Hall. Sie können auch Ihnen Geld sparen. Sie können die Halle jederzeit verlassen, wenn Charlie spricht." (Buffett) „Ich rechne damit, dass Geico in diesem Jahr eine Million neue Kunden gewinnt. Das sind Dreiviertel des Wachstums des Gesamtmarkts.“ (Buffett) Quelle: rtr
Zur Wertentwicklung von Berkshire Hathaway"Wenn die Märkte sich so weiterentwickeln in diesem Jahr, wird es das fünfte Jahr in Folge sein, in dem wir schlechter abschneiden als der S&P500. Das ist kein Freudentag, aber es wird uns auch nicht entmutigen. Wir legen Wert darauf, dass wir in schlechten Markt-Jahren wie 2008 besser abschneiden und unsere Stärke zeigen." (Buffett) „Wir wachsen ein bisschen langsamer, aber wir sind immer noch ziemlich gut.“ (Munger) Quelle: rtr
Zur Frage nach Buffetts Nachfolger und der Zeit nach Buffett„Der Schlüssel wird sein, die Kultur von Berkshire zu erhalten und einen Nachfolger als Vorstandschef zu haben, der sogar mehr Leidenschaft, Hirn und Energie besitzt als ich.“ (Buffett) „Wir sind im Aufsichtsrat schon übereingekommen, wer dieses Individuum sein wird.“ (Buffett) „An alle Mungers im Saal: Seid nicht so dumm, dann eure Anteile zu verkaufen“ (Munger) „Das gilt auch für alle Buffetts!“ (Buffett) „Mein Nachfolger wird nicht alle identisch machen, aber die Dinge werden sich nicht dramatisch ändern.“ (Buffett) „Berkshires Reputation wird noch dadurch gefestigt, dass wir Kapital bereitstellen, wenn andere es nicht mehr können. Und wenn das passiert, wenn ich nicht mehr da bin, dann wird es die Marke Berkshire stärken.” (Buffett) „Mein Sohn Howard wird Berkshire nicht leiten oder in die Geschäfte eingreifen. Als nonexecutive Chairman soll er darauf achten, dass die Kultur von Berkshire erhalten bleibt.“ (Buffett zu der Frage von Kass, was Howard Buffett zu dem Job qualifiziere außer seiner Geburt als Buffett) Quelle: AP
Zur Übernahme von Heinz zusammen mit 3G Capital„Das ist ein absolut fairer Deal. Ich musste kein Wort der Vereinbarung ändern.“ „Falls jemand glaubt, dass die Investition totes Geld ist, der macht meiner Meinung nach einen Fehler. Aber wir werden das in fünf Jahren wissen.“ (Buffett) Im Bild: Karma Perrot aus New Mexico am Empfang der Berkshire-Hauptversammlung. Quelle: AP
Zu der Entscheidung der SEC, dass kursrelevante Nachrichten auch per Facebook & Co verbreitet werden dürfen„Ich lehne das ab. Ich will nicht ständig auf deren Webseite starren müssen und hoffen, nicht zehn Sekunden später als die anderen zu sein.“ (Buffett) Quelle: AP
Zur Nutzung von Twitter„Ich weiß auch nicht genau, warum ich das mache.“ (Buffett) „Ich halte mich von Twitter fern wie von der Pest.“ (Munger) Quelle: AP
Zur Frage, ob Berkshire zu groß geworden ist„Wir machen es besser als die Giganten der Vergangenheit“ (Munger) Quelle: REUTERS
Zu Doug Kass, Partner von Seabreeze, der gegen Berkshire wettet„Netter Versuch, Doug, aber Du hast mich noch nicht überzeugt, meine Aktien zu verkaufen. Versuch es nur weiter“ (Buffett) „Man kann die Punkte nicht vom dem Spiel trennen, sie sind Teil des Ganzen. Es gibt keine größere Freude für mich, ein neues Investment für Berkshire zu finden. Das ist heute so und das war vor 40 Jahren so.“ (Buffett auf die Frage von Kass, ob er an dem Punkt angelangt sei, an dem das Spiel wichtiger ist als die Punkte) Quelle: REUTERS
Zum Dollar„Der Dollar wird die Welt-Reservewährung in den nächsten dreißig, vierzig Jahren bleiben. Ich sehe keine andere Währung, die den Dollar ablösen könnte.“ (Buffett) Quelle: AP
Zur Politik der Fed„Ich habe eine Menge Vertrauen in Ben Bernanke. Wenn er ein Risiko eingegangen ist, dann weiß er darum und kann damit umgehen.“ (Buffett) „Wenn man will, dass die Asset-Preise steigen, dann hält man die Zinsen niedrig. Die niedrigen Zinsen machen viele Deals attraktiver.“ (Buffett) „Wir und unser Land haben davon profitiert, was die Fed in den vergangenen Jahren gemacht hat. Aber: Das ist wie einen guten Film zu schauen: Man kennt das Ende nicht." (Buffett) Quelle: AP
Zu Bitcoins„Ich kommentiere nicht, was auch immer an Bitcoin eine Art universeller Währung sein soll“ (Munger) „Von unseren 49 Milliarden Dollar haben wir keinen Cent in Bitcoins gesteckt.“ (Buffett) Zum Bild: Ein Aktionär posiert neben einem Bild von Buffett. Quelle: REUTERS
Zu den Grundsätzen von Berkshire als guter Investor„Wir bleiben bei gesundem Verstand, wenn andere verrückt werden.“ (Munger) „Wir versuchen, anständig mit den Leuten umzugehen, mit denen wir Geschäfte machen.“ (Munger) Zum Bild: Eingangskontrolle auf der Hauptversammlung. Quelle: AP
Zur Frage, warum Berkshire Zeitungen kauft„Wir haben die Blätter zu sehr niedrigen Preisen gekauft und wir erwarten einen Return on investment von zehn Prozent nach Steuern.“ (Buffett) „Es ist eine Ausnahme, und Du machst sie gerne“ (Munger zu Buffett)   Zum Bild: Buffett mit Microsoft-Gründer Bill Gates, der gerade an einem Wurfwettbewerb mit Zeitungen teilnimmt. Quelle: REUTERS
Zu anderen Investitionsformen„Wir werden keinen Sachen wie Day-trading machen, nur weil andere Leute es machen. Viel Glück damit.“ (Buffett) „Nein.“ (Munger zu der Frage, ob Berkshire Kass 100 Millionen Dollar zur Verfügung stellen würde, um Short selling zu betreiben) „Wir mögen es nicht, am Leid anderer zu verdienen“ (Munger zum Short selling) „Aber wir wünschen Ihnen viel Glück!“ (Buffett) Quelle: REUTERS
Zu den Banken„Ich mache mir keine Sorgen um das Bankensystem, die werden nicht die nächste Blase auslösen. Die Banken stehen international gut da. Ich fühle mich gut mit unseren Investments in Wells Fargo und anderen Banken.“ (Buffett) „Je mehr Banker Investmentbanker werden wollen, desto schlimmer wird es.“ (Munger)  Quelle: REUTERS
Zur Frage, worauf Buffett achtet, wenn er in eine Firma investiert„Wenn wir eine Firma kaufen, dann liegt es nicht nur an den Zahlen. Es liegt daran, weil ich eine Idee habe, wie das Unternehmen in fünf oder zehn Jahren aussehen wird.“ (Buffett) „Charlie und ich arbeiten jetzt seit 54 Jahren zusammen. Und ich kann mich nicht an eine Entscheidung erinnern, bei der wir die künftige Marktentwicklung berücksichtigt haben. Wir interessieren uns für das Geschäft der Unternehmen. Warum sollten wir uns über etwas Gedanken machen, was wir einfach nicht wissen können?“ (Buffett) Quelle: REUTERS
Zu Frauen in den Chefetagen„Unser Land bewegt sich in die richtige Richtung, aber ich hoffe, es bewegt sich noch schneller.“ (Buffett) Quelle: AP
Zu Privatanlegern„Das größte Problem für die meisten Anleger ist, dass sie versuchen wie ein Profi zu handeln, aber nicht die Zeit in das Spiel investieren können die nötig ist, um wirklich ein Profi zu sein.“ (Buffett) Quelle: REUTERS
Zur Airline-Industrie„Die Branche ist eine Todesfalle für Investoren seit Orville abgehoben ist.“ (Buffett)   Im Bild: Analyst Jonathan Brandt von Ruane, Cunniff & Goldfarb (L-R), Versicherungsanalyst Cliff Gallant von Nomura and Hedge-Fonds-Manager Doug Kass. Quelle: REUTERS

"Das Rückrat von Berkshire ist die Weltklassesammlung von Versicherungsunternehmen", ergänzte Investmentstratege David Rolfe von Wedgewood Partners. Dazu gehört etwa der Kfz-Versicherer Geico, dessen Geschäfte glänzend liefen. Auch im reinen Anlagen- und Derivategeschäft schossen die Gewinne hoch. Sie verdoppelten sich dort im Quartal nahezu auf 1,1 Milliarden Dollar. Buffett ist auch bei Großkonzernen wie General Electric (GE), Goldman Sachs, Coca-Cola, IBM und Wells Fargo engagiert. Eine weitere Großtransaktion ist allerdings nicht in Sicht. "Weil die Zinsen bei Null sind, werden sehr hohe Preise für Firmen gezahlt", erläuterte Verwaltungsratsvize Munger.

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