Bitcoin Die Bären sind zurück

Neue Vorschriften aus Südkorea ziehen alle großen Kryptowährungen ins Minus. Auch andere Länder denken über eine strengere Regulierung des Marktes nach, der lange Zeit abseits der klassischen Vorschriften wachsen konnte.

Die Kryptowährung hält sich nur knapp über der Marke von 10.000 Dollar. Quelle: Reuters

New YorkIn der Krypto-Welt dominiert erneut die Verunsicherung. Die 30 größten digitalen Währungen lagen am Dienstagnachmittag deutlich im Minus. Der Bitcoin, die weltweit größte Kryptowährung, verlor rund acht Prozent und hielt sich knapp über der wichtigen Marke von 10.000 Dollar, wie Daten des Analysehauses Coinmarketcap zeigen. Ethereum, die Nummer zwei, gab ebenfalls um rund acht Prozent nach und fiel unter 1000 Dollar.

Ein Grund für den erneuten Einbruch sind offenbar neue Regulierungsvorschriften aus Südkorea. Ein Konsortium von sechs Banken teilte mit, ab Ende Januar nur noch registrierten Nutzern den Handel mit Kryptowährungen zu erlauben, wie aus Medienberichten hervorgeht. So können Investoren künftig nur dann Kryptowährungen kaufen und verkaufen, wenn ihr Bankkonto und das Konto für die digitalen Währungen bei der gleichen Bank auf den gleichen Namen registriert seien, hieß es. Die Regel ähnelt den sogenannten „Know Your Customer“-Vorschriften in den USA und Europa, die Geldwäsche verhindern sollen.

Erst am Montag hatten Berichte aus Südkorea für einen großen Kursrutsch gesorgt, wonach die Regierung plane, Kryptobörsen mit bis zu 24,2 Prozent zu besteuern. Das Land ist für den Bitcoin-Handel der drittgrößte Markt hinter Japan und den USA und hat bereits in den vergangenen Wochen mit immer neuen Regulierungsansätzen für fallende Kurse gesorgt. Der Bitcoin war zuletzt vergangenen Mittwoch unter die Marke von 10.000 Dollar gefallen, hatte sich danach jedoch wieder etwas erholt. Die digitale Währung hat dramatische Wochen hinter sich. Noch Mitte Dezember setzte sie einen Rekord bei knapp über 20.000 Dollar, gab seitdem aber deutlich nach.

Auch andere Länder denken vermehrt über eine strengere Regulierung des Krypto-Marktes nach, der lange Zeit abseits der klassischen Vorschriften wachsen konnte. China etwa hatte einen Großteil des Handels verboten und will nun auch das energieintensive Schürfen verbieten. Auch in Deutschland und in den USA warnen Aufseher vor einer Blase und vor Betrügern auf dem jungen Markt. Wegen der rasanten Kursanstiege – Bitcoin legte 2017 um über 1000 Prozent zu, bei Ripple waren es sogar rund 36.000 Prozent – waren im vergangenen Herbst auch zunehmend Kleinanleger eingestiegen.

Der deutschen Finanzbranche bereitet die Welt der digitalen Währungen weiter Kopfzerbrechen. Die Kursentwicklung des Bitcoin sei für die Mehrheit der Finanzmanager nicht nachvollziehbar, heißt es in einer Studie des Frankfurter Center for Financial Studies. 78 Prozent der Befragten sprachen sich zudem dafür aus, den Markt für digitale Währungen stärker zu regulieren. Die Umfrage verdeutlicht, dass die Sorgen der Finanzmarktteilnehmer angesichts der Intransparenz und der unberechenbaren Kursentwicklungen des Bitcoin zunehmen“, gab Geschäftsführer Volker Brühl zu bedenken.

Der Kurssturz hatte für den Bitcoin immerhin auch eine gute Seite. Der Rückstau an Transaktionen hat sich seit dem 8. Dezember fast halbiert, stellt Analyst Mati Greenspan von der Handelsplattform eToro fest. Damals, kurz vor dem Allzeithoch, habe es mehr als 1000.000 offene, unbestätigte Transaktionen gegeben. Am Dienstag waren es noch rund 55.000 – „ein weitaus normaleres Niveau“, sagte er. „Die Preisbewegung und der Abverkauf bei Kryptowährungen waren für Bitcoin sehr gut.“

Programmierer versuchen bereits seit Monaten, die größten Mängel der Kryptowährung zu beheben. So gilt die Bitcoin-Technologie als vergleichsweise langsam, die Transaktionskosten sind gerade bei einem überfüllten Netz so hoch, dass es sich nicht lohnt, kleine Summen mit der digitalen Währung zu bezahlen. Das könnte sich ändern. Doch der Durchbruch ist noch nicht in Sicht.

Hier geht es zur Seite mit dem Bitcoin-Kurs, hier können Sie aktuelle Wechselkurse berechnen.

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