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Blackrock-Chef Sorgen um den starken Dollar

Bisher waren aus den USA kaum Klagen über den starken Dollar zu hören. Blackrock-Chef Larry Fink warnt nun vor den Risiken. Und auch in Deutschland sind die positiven Effekte für den Export wohl schwächer als angenommen.

Erste Zweifel am starken Dollar. Quelle: Reuters

Bisher schien es, als störe der starke Dollar die US-Wirtschaft kaum. Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, sieht das offenbar nicht so. In einem Vorwort zum Jahresbericht des Unternehmens warnt Fink, der steile Anstieg des Dollar belaste das Vertrauen der US-Unternehmer, es bestehe das Risiko eines Abschwungs.

Zwar sei die gesamte US-Wirtschaft nicht so stark abhängig von Exporten, für viele der großen US-Konzerne seien die Verkäufe ins Ausland allerdings sehr wichtig für das Geschäft, so Fink. Der Blackrock-Chef befürchtet, langfristig könnte der starke Dollar die Konzernlenker nervös machen und so nötige Investitionen verzögern oder sogar verhindern.

Die größten Gläubiger der USA

Im Vergleich zu anderen Währungen ist der Dollar in den vergangenen neun Monaten um rund 25 Prozent gestiegen. Kurzfristig belastete allerdings der eher schwache US-Arbeitsmarktbericht den Greenback. Laut dem am Karfreitag veröffentlichten Bericht hatten US-Unternehmen nur halb so viele Stellen geschaffen, wie zunächst erwartet worden war. Deshalb rechnen Experten nun damit, dass die US-Notenbank Fed sich mit der angekündigten Zinswende noch etwas Zeit lassen könnte.

Boomt der Export wirklich?

In Deutschland dagegen wurde der starke Dollar bisher als Konjunkturstütze gefeiert. Zu viel Euphorie ist aber offenbar nicht angebracht. Denn der schwache Euro hilft zwar den Exportunternehmen in Deutschland und verbessert ihre Wettbewerbsfähigkeit - allerdings nur in überschaubarem Maße. Insgesamt werde der deutsche Export in diesem Jahr um 2,7 Prozent oder um 36 Milliarden Euro wachsen, heißt es in einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Euler Hermes. Der schwache Euro trage dazu fünf Milliarden Euro bei.

„Da sich die Margen der Unternehmen auf einem Zehnjahrestief befinden, erhöhen viele Firmen vermutlich eher die Verkaufspreise, als den verbilligenden Effekt des Euro zu nutzen“, sagte Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe.

Zudem entfallen 40 Prozent der deutschen Exporte auf Länder der Eurozone, so dass der Währungseffekt wegfällt. „In vielen aufstrebenden Wachstumsmärkten haben jedoch die Währungen - wie auch der Euro - stark an Wert verloren, so dass sich kein großer Vorteil ergibt“, sagte Subran. „Die stärksten Effekte erwarten wir im Handel mit den USA.“

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Risiken für den deutschen Export sehen die Experten von Euler Hermes vor allem in Rezessionen und geopolitischen Krisen. So könnte das schwächere Wachstum in China die deutschen Exporteure rund fünf Milliarden Euro Umsatz kosten, die geringeren Investitionen in ölfördernden Ländern vier Milliarden Euro und die schwere Rezession in Russland acht Milliarden Euro. Daher falle die Wachstumsrate des deutschen Exports in diesem Jahr mit 2,7 Prozent auch geringer aus als im Vorjahr mit 3,6 Prozent.

Die deutsche Exportwirtschaft könne sich jedoch auf ihre bewährten Erfolgsrezepte stützen, heißt es in der Studie. Dazu gehörten die Diversifizierung der Absatzmärkte und die Internationalisierung der Produktion, hohe Direktinvestitionen im Ausland und die Qualität deutscher Produkte. „Deutschland ist in vielen aufstrebenden Märkten bereits hervorragend positioniert“, heißt es in der Studie.

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