Blackrock: Vorsprung durch Technik

Blackrock: Vorsprung durch Technik

, aktualisiert 17. Juli 2017, 17:43 Uhr
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Der Quartalsumsatz des weltgrößten Vermögensverwalters stieg um sechs Prozent auf 2,97 Milliarden Dollar an.

Quelle:Handelsblatt Online

Blackrock steigert das verwaltete Vermögen auf 5,7 Billionen Dollar. Zuspruch finden vor allem börsengehandelte Fonds und Investitionen in Infrastruktur. Doch es gibt auch eine negative Überraschung.

New YorkBlackrock-Chef und -Gründer Larry Fink liebt kaum ein Wort so sehr wie „Technology“. Das wurde bei der Analystenkonferenz des weltweit größten Vermögensverwalters am Montag deutlich. Er gebrauchte den Begriff in beinahe jedem zweiten Satz. Seine Firma nutzt schon lange ein eigenständig entwickeltes System mit dem Namen „Aladdin“ zur Verwaltung und Risikosteuerung und verkauft es auch an Konkurrenten.

Mehr und mehr stellt sie es jetzt auch den Beratern von reichen Privatkunden zur Verfügung. Der Bereich „Technik und Risikomanagement“ legte binnen Jahresfrist um zwölf Prozent zu auf ein Gebührenvolumen von 164 Millionen Dollar.

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Das verwaltete Vermögen ist gegenüber dem Vorjahr im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 5,7 Billionen Dollar gestiegen, der Gewinn nach Steuern um acht Prozent auf 860 Millionen. Die börsengehandelten Fonds (ETF) des Konzerns, die unter der Marke iShares verkauft werden, legten netto im Quartal um 74 Milliarden zu, was ein neuer Rekord war.

Damit hat ihr Volumen die Marke von 1,5 Billionen überschritten. ETFs werden längst nicht mehr nur passiven Anlage benutzt, wie Fink erläuterte, sondern Großinvestoren setzen sie mehr und mehr ein, um auf durch aktives Management der Vermögensstruktur einen Mehrwert zu erzielen. Außerdem baut Blackrock jetzt auch eigene Indizes, um darauf ETFs jenseits der gängigen Konzepte aufzusetzen.

Im Frühjahr hatte John Bogle, Chef des großen ETF-Anbieters Vanguard, selber davor gewarnt, ein zu großer Erfolg dieser Sparte könnte gefährlich für die Märkte werden, weil dann nicht mehr genügend aktiv handelnde Investoren zur Verfügung stünden.

Aus Sicht von Fink ist dieses Problem aber vorerst nicht in Sichtweite. „Ich glaube, das ist erst der Anfang“, sagt er mit Blick auf das ETF-Segment. Künftig werden seiner Meinung nach mehr dieser Produkte, die sich bisher vor allem auf Aktien konzentrieren, im Anleihebereich zur Anwendung kommen.

Zuspruch finden bei Blackrock auch die illiquiden alternativen Anlagen, Fink verwies hier vor allem auf Investitionen in Infrastruktur. Der gesamte alternative Bereich ist mit 128 Milliarden Volumen noch überschaubar, brachte im zweiten Quartal aber immerhin 178 Millionen Dollar an Gebühren. Das gesamte Gebührenaufkommen lag bei 2,7 Milliarden, wobei rund die Hälfte auf Aktienfonds aller Art entfiel. Außerdem machen aktive und passive Fonds jeweils rund die Hälfte der Gebühren aus.

Die Blackrock-Zahlen bestätigen die beiden großen Trends zu passivem Investment und zu illiquiden Anlagen, die vor kurzem Boston Consulting (BCG) in einer Studie für die Branche weltweit festgestellt hat. Dabei hat BCG aufgelistet, dass Blackrock in den USA im Jahr 2016 netto 95 Milliarden Dollar Zufluss hatte und damit auf Platz zwei lag hinter Vanguard mit 276 Milliarden.

In den USA, die allein rund die Hälfte des Weltmarktes ausmachen, zeigt Vanguard, der weltweit zweitgrößte Vermögensverwalter, also mehr Dynamik als Blackrock. In Europa lag dagegen Blackrock mit umgerechnet 23 Milliarden Dollar Zufluss knapp vor Nordea und Vanguard auf Platz eins.

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock hat im vergangenen Quartal von einer starken Nachfrage nach Indexfonds profitiert und seine Gewinne ausgebaut. Das Unternehmen aus New York sammelte von April bis Juni eine Rekordsumme von 74 Milliarden Dollar für die sogenannten ETFs ein, wie Blackrock am Montag mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es im Vergleich dazu nur 16 Milliarden Dollar. Der Quartalsumsatz stieg um sechs Prozent auf 2,97 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,6 Milliarden Euro), der Gewinn je Aktie kletterte um zehn Prozent auf 5,22 Dollar (umgerechnet 4,55 Euro).

Anlegern war das allerdings nicht genug, sie hatten mit einem besseren Quartalsergebnis gerechnet. Die Blackrock-Aktie verlor an der Wall Street 2,2 Prozent. Analyst Christopher Harris von der Bank Wells Fargo sagte, der Rückgang der Gebühreneinnahmen in der Bilanz von Blackrock sei eine negative Überraschung. Blackrock leidet wie seine Konkurrenten unter einem starken Wettbewerb in der Branche. Kunden sind kaum noch bereit, für Finanzanlageprodukte Gebühren zu bezahlen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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