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Börse Aktien für Einsteiger

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Wundersame Heilung

Dax Quelle: Bloomberg/ Thomson Financial

Auch das Wachstum der Weltwirtschaft schwächt sich wieder ab, viel schneller als noch vor wenigen Wochen befürchtet. „Konkret geht die Angst um, dass mit China die letzte noch intakte Konjunkturlokomotive ausfallen könnte“, sagt Gerald Kichler, Leiter Portfoliomanagement bei Flossbach & von Storch.

Vor diesem Hintergrund Aktien zu kaufen ist natürlich mutig. Dennoch ist die Chance, als antizyklisch agierender Anleger jetzt langfristig günstige Aktien einzuheimsen, nicht schlecht. Jedenfalls ist sie besser als vor einem halben Jahr, als nahezu alle Volkswirte und Anlagestrategen noch von der wundersamen Schnell-Genesung der Weltwirtschaft schwärmten und die Aktien im Schnitt gut ein Viertel teurer waren. „Vor allem Unternehmen, deren Geschäft auch dann funktionierte, wenn die Weltwirtschaft erneut in die Rezession fiele und der Euro abgeschafft würde, kauft man in der Tat besser in Phasen wie jetzt und nicht, wenn alle Welt euphorisch ist“, sagt Heino Ruland, Gründer von Ruland Research in Eppstein.

Ist der Boden in Sicht?

Ob Aktien wirklich schon günstig sind, hängt natürlich davon ab, wie viel die Unternehmen künftig verdienen werden. Hier ist, gelinde gesagt, die Prognosefähigkeit der Analysten getrübt. Die meisten haben ihre Gewinnschätzungen für 2012 leicht nach unten angepasst, sie rechnen aber im Schnitt noch immer mit einem Gewinnplus. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sie ihre Erwartungen in den nächsten Monaten noch kräftig herunterschrauben werden. Aus früheren Abschwüngen wissen Anleger, dass die Analysten träge sind, wenn sie sich korrigieren müssen.

Gewinnwarnungen werden in den nächsten Wochen also keine Seltenheit sein. Die Frage ist aber, wie stark die Börsen nach den Kursverlusten der vergangenen Monate darauf noch reagieren werden. Zuletzt häuften sich die Anzeichen, der Dax könnte sich bei 5000 Punkten langsam auspendeln. Auf die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens durch die Ratingagentur Moody’s reagierte die Börse nicht mehr; vor einigen Monaten hätte diese Nachricht noch ein Kursbeben ausgelöst.

Hoffnungsschimmer

„Schon jetzt hat die Börse mit den starken Verlusten einen Gewinnrückgang der Unternehmen um 50 Prozent 2012 einkalkuliert“, sagt Ruland, „das entspräche einer schweren Rezession. Davon ist aber in den Auftragsbüchern der Unternehmen nichts zu sehen; für die nächsten sieben bis neun Monate ist die Auftragslage noch sehr gut, und so weit rennt die Börse der wirtschaftlichen Realität nun auch wieder nicht vorweg.“ Ruland hält die Verluste daher für „übertrieben; auch wenn die Wirtschaft sich 2012 abkühlen dürfte: Der Markt tut so, als seien ein Rückfall in die Rezession und ein böses Ende der Schuldenkrise schon sicher“. Beides müsse aber nicht so kommen, sagt Ruland.

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