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Börse Was Experten in Zeiten großer Unsicherheit raten

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Ausstieg aus expansiver Geldpolitik rückt näher


Die amerikanische Notenbank Fed hat diesen Entzug bereits eingeleitet. Das Anleiheprogramm ist ausgelaufen, nun soll die Bilanz der Fed abgeschmolzen werden. Die Zinsen wurden erhöht, wenn auch in homöopathisch kleinen Schritten. Nun dürfte die EZB folgen. Seit 2015 verfolgt die EZB eine Politik des Quantitative Easing (QE). Die Währungshüter kaufen Staatsanleihen und andere Wertpapiere in Billionenhöhe, um Banken zur stärkeren Kreditvergabe anzuregen. Der Leitzins der Euro-Zone ist de facto abgeschafft. Seit März 2016 wird er bei null Prozent belassen.

Der Ausstieg aus dieser expansiven Geldpolitik rückt näher. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die EZB ihre Anleihekäufe zeitnah runterfahren wird. Wie stark, das wird sich zeigen. Ob die Märkte das dann schon eingepreist haben auch. „Zu schnelle restriktive Maßnahmen würden die Märkte extrem verunsichern“, warnt Andreas Wex von der Commerzbank. Sal. Oppenheim-Experte Edler rät deshalb auch, genau auf die Kommunikation und die Politik der großen Notenbanken zu achten.

Doch nicht nur die Geldpolitik birgt einiges Potenzial für Börsenturbulenzen. Auch in der Geopolitik lauern immer wieder Risiken, etwa in der Nordkorea-Krise. „Daneben gibt es natürlich noch die üblichen Verdächtigen wie die konjunkturelle Lage in China, hier sehen wir aber derzeit keine akuten Gefahren“, so Wex.

Für Anleger kein einfaches Umfeld, auch mit Blick auf die bereits stark gestiegenen Aktienkurse. Doch die Experten bleiben optimistisch. „Der jüngste deutliche Kursanstieg an den Aktienmärkten hat nicht zu einer Veränderung unserer grundsätzlichen Haltung geführt“, sagt der Commerzbank-Experte. „Für allzu großen Pessimismus gibt es derzeit keinen Anlass.“ Das Umfeld insgesamt spricht für Aktien. Die Commerzbank hält an ihrem positiven Bild für das Gesamtjahr fest: Aktien bleiben demnach im Vergleich zu Anleihen und Co. weiterhin interessant.

Einen Wehrmutstropfen gibt es dennoch: „Das Performance-Potenzial dürfte angesichts der nachlassenden globalen konjunkturellen Dynamik und den immer wieder aufkommenden Unsicherheiten hinsichtlich der Geldpolitik in den USA und Europa begrenzt sein“, so Wex. Mit Blick auf die Bewertungen bevorzugt er europäische Aktien. Die USA seien tatsächlich längerfristig eher unattraktiv und Europa habe mehr Potenzial.

Auch Lars Edler ist überzeugt: „Vor dem Hintergrund der sehr niedrigen Zinsen, der hohen Liquidität und der stabilen europäischen Konjunktur sind Aktien in der Breite neutral, also nicht zu teuer, bewertet.“ Das möge auf Einzeltitelebene sicherlich an einigen Stellen anders sein. Hier gebe es immer Über- und Unterbewertungen, die sich aktives Management zunutze mache, um Mehrwert zu generieren. Und genau das tut ja bekanntlich auch Superinvestor Buffett.

Anleger sollten getreu seiner Börsenweisheit nicht kaufen, nur weil einzelne Aktien oder eben der ganze Markt steigt. Aber sie sollten – im Umkehrschluss – deshalb auch nicht der Börse fernbleiben. Auf ein Allzeithoch können viele weitere folgen, bevor es abwärts geht.

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